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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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410 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

seine kluge Behandlung der Untertanen gepriesen und Kap. 16 sein Toderzählt und daran eine Totenklage von zehn Strophen gehängt, die aus jedrei gereimten Fünfzehnsilbern bestehen. Über die Regierung Mescos IIwird kurz weggegangen und dann von dessen Sohn Casimir berichtet derPolen von den Pommern und Böhmen befreite. Nach seinem Tode regiertesein Sohn Boleslav II. und dessen Nachfolger Wladislav erhielt von seinerböhmischen Gemahlin Jutta den Sohn Boleslav (III.), auf dessen Verherr-lichung das ganze Werk ausgeht. Und so wird hier in Kap. 30 die im Prologpoetisch gehaltene Botschaft nach St. Gilles weiter ausgeführt und ein an-geblicher Brief des Herzogs und der Herzogin an Abt Odilo von St. Gillesbeigelegt.

Das zweite Buch beginnt mit einem Widmungsbriefe an Bischof Paulund Kanzler Michael, wo der Verfasser seine tiefste Bescheidenheit äußert; 1daran knüpft sich ein Epilog aus zehn Fünfzehnsilbern mit Tiradenreim.Zunächst holt der Verfasser die kriegerischen Erfolge Wladislavs und dieVorfälle in dessen Familie nach, um dann über die hohe Begabung Bole-slavs zu sprechen, der schon als Knabe Kämpfe mit Ebern und Bären be-stand (Kap. 11 f.); und schon hatte er glücklich mit den Pommern Krieg ge-führt, als er mit dem Schwerte begabt wurde. Im Jahre 1102 starb sein Vaterund er herrschte nun mit seinem Halbbruder Zbignev, dessen Feindseligkeitgegen Boleslav der Verfasser nicht genug hervorheben kann, während derHerzog selbst ein wahres Muster von Fürsten ist, bloß daß seine Ehe miteiner russischen Prinzessin kirchlich anstößig war. Bei einem Zuge gegenMähren ist der Herzog so tapfer, daß er mit einem wütenden Eber verglichenwird 2 und später wird er einem Löwen und der Löwin gleichgestellt 3 und er-hält das PrädikatFilius Mariis' 1 .

Ein dem dritten Buche vorangestellter Brief wendet sich an die herzog-lichen Kapläne, und der Verfasser versichert ihnen, er habe das Werk nichtgeschrieben, um sein Vaterland und seine Verwandten zu erhöhen, sondernum Muße zu meiden, die Gewohnheit zu schreiben nicht zu verlieren undnicht umsonst polnisches Brot zu essen. Und des Herzogs Kriegsruhm habeihn angetrieben, ein so gewaltiges Werk zu unternehmen, und dessen Tugendhabe ihm das Vertrauen zur Abfassung gegeben. Nie wäre das römische odergallische 4 Kriegswesen so berühmt geworden, wenn nicht die Nachweltdie Kunde davon durch die Geschichtschreibung erhalten hätte. TrojasMauern lägen in Schutt und Staub, aber Hektor und Priamus würden mehrim Staube des Kampfes als auf dem Throne gerühmt. 5 Sodann werdenAlexander der Große und Antiochus erwähnt und endlich der tapfere Todder Kleopatra, der Königin Karthagos (!), gepriesen. In einem Epilog vonsechzig Fünfzehnsilbern wird nun eine wunderbare Kriegstat der Polen ver-kündet. Das dritte Buch aber gibt zunächst recht ausführliche Berichte überBoleslavs Krieg mit Heinrich V. Der Verfasser bringt Kap. 2 einen natür-lich fingierten Brief des deutschen Königs an den Herzog und schildert

1 p. 444, 16 bicipite philosophiae monte 4 Vielleicht ist das französische damitnach Pers. prol. 2. gemeint.

2 2, 25 p. 454, 31 ff. 6 Auf Kenntnis des Gedichts 'Pergama

3 2, 33 p. 457, 19. 20. Diese Vergleiche flere volo' macht T. Tyc a. a. 0. S.82gehen natürlich auf die alte Poesie zurück. aufmerksam.