B. Reichs-, Länder-, Zeitgeschichten 407
, ■ ß] e ichfeld Chron.1086 p.445, 25 Ego quoque ipse qui haec chronica al054" anno . . ., rusaue perduxi de praedicto proelio non tarn aliorum relata quam quae ipse vidi et audivi.Weitere Daten zum Leben bei Ussermann, Prodrom. Germ.sacrae2,210 n.39; 435 n.9und besonders bei B. Strelau, Leben und Werke des Mönches Bernold von St.BlasienS 2—14; nach S tre 1 au S. 5 ff. wäre Bernold schon in den siebziger Jahren nach St. Bla-sjen gekommen und nicht erst um 1086. Zum Eintritt in Schaffhausen vgl. Strelau S.lln 2 zum Todesjahr S.14. —Zu den Werken vgl. Anon. Mellic.101 p.89 (Ettl.) Bernaldusnre'sbvter vir doctus et katholicus cum collega suo Alboino presbytero utilem habuit conflictumsuver incontinentiam sacerdotum. Scribit deinde apologeticum super decreta, quae . . . papaGreeorius promulgavit. Scribit preterea librum de concordia canonum, librum de concordiaoiiciorum, librum de potestate presbyterorum, librum quoque de confessione. Ad hoc etiamsatis utilem scribit cronicam. Honorius Augustod. de lumin. ecclesiae 4,13 (Migne 172,231) Bernoldus Constantiensis ecclesiae presbyter Romanum ordinem sub quarto Heinricocomposuit. Trithemius, Annal. Hirsaug. 1,216 (St. Gallen 1690) scripsit insigne opus quodmaenotavit Ordinarium Romanum. Der Stil in der Chronik ist im allgemeinen klar undverständlich. Die Sätze sind kurz gehalten. Allerdings fehlt es nicht an grammatischenVerstößen. 1 Auffallend ist die Vorliebe für das Wort inacte = infecto negotio, vgl. 1081p.437, 7; 1086 p.444, 31; 1096 p.464, 32. Ueberlieferung der Chronik durch BernoldsAutograph im Monac. 432; Wircib. H.fol.l s. XII. Ausgabe der Chronik von Ussermann,Germ sacraeprodr.2, 3; vonPertzMG. SS. 5, 385. Vgl. Wattenbach 2, 55ff. Strelau
S. 67 ff.
De divinis officiis. Die Zeit der Abfassung nach dem Tode Gregors VII. und An-selms von Lucca (f 1086) ergibt sich aus c.14, c. 24 (995 C) und besonders 25 (997 B) undC. 17 (988B) Sed reverendae memoriae Gregorius papa fecit, ut praediximus, quod beatusAnseimus Lucensis episcopus ita ab eo se didicisse testatus est. Von den 32 Hss., die Bäu-mer S. 433ff. aufführt, geben nur acht den Namen des Verfassers, aber falsch; manchenennen das Werk Micrologus de ecclesiasticis observationibus, andre Ordo Romanus.Vielleicht war die Schrift nicht zur Veröffentlichung bestimmt, denn sie liest sich oft so,als ob ein Erfahrener Ratschläge gibt, nicht wie ein Lehrbuch. Ueberlieferung. DieZahl der Hss. ist groß, vgl. Bäumer, Neues Archiv 18, 433ff. Wichtig davon sind Am-plon.131 s. XI—XII; Bamberg. Ed.IL 16 s.XI— XII, Cantabr. Corp. Chr. Coll.265.In alten Bibliothekskatalogen (überhaupt Bernolds Schriften) vgl. Neues Archiv 32,692f. und 41, 720. Ausgabe Migne 151, 979ff.
5. CHRONICAE POLONORUM
Den Übergang von fremder Geschichtschreibung über Polen zur national-polnischen bilden die früher fälschlich einem Martinus Gallus beigelegtenChronicae Polonorum aus dem Anfang des 12. Jahrhunderts. Der Verfasserwar jedenfalls kein Pole, sondern scheint, da sich in zweien der vielen ein-gelegten Gedichte deutlicher Tiradenreim zeigt, ein Franzose 2 gewesenzu sein. Teod. Tyc glaubt, daß er als Romane in einer romanischenKolonie Ungarns oder des Küstenlandes gelebt habe. 3 Vielleicht hatteer seit langem in Polen gelebt, so daß er die Landessprache verstand,was natürlich für seine später behauptete polnische Abstammung über-haupt nichts sagt. Zeißberg hat mit vollem Rechte ausgesprochen, 4 daßder Verfasser dort Polen als sein zweites Vaterland meint, wo er patria undnostri spricht. Jedenfalls lebte er in der Nähe des Herzogs Boleslav, da erdiesen auf seiner geheimnisvollen Reise zum Kloster des hl. Ägidius nachUngarn begleitet zu haben scheint; vielleicht gehörte er sogar zu dessenKaplänen, denn er nennt diese in der Widmung des dritten Buches „gelieb-teste Brüder". Der Zweck seines Buches war, den Ruhm Herzog Boleslavs III.
1 Vgl. Pertz, MG. SS. 5, 387. bardische Wort vastaldiones (vastandiones)
2 Hierzu paßt auch die öftere Bezeich- gebraucht.
nung der Deutschen als Allemanni, vgl. 3 Teodor Tyc, Z Dziejöw Kultury W2,47 (MG. SS. 9, 462, 28; 3,1 p. 466, 5; Polsce Sredniowiecznei (Poznänl925) 112
im 467 ' 37 *- Kö P ke ( ib - P- 41 9 n - 9 ) b is ge-glaubte, daß er Italiener war, da er 1, 12 4 Die poln. Geschichtsschreibung desMA.P-433, 17 und 2, 1 p. 445, 17 das lango- (Leipzig 1873) S. 27.