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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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408
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408 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

zu verkünden und damit das Lob von dessen Vorgängern zu verbinden, derenTaten er im ersten Buche zusammenfaßte, während die zwei weiteren Büchervon Boleslav III. handeln. Er verfaßte die beiden ersten Bücher 1109 oder1110, da er sie außer andern Bischöfen auch Paulus von Kruschwitz undMaurus von Krakau widmete, von denen Paul 1110 starb und Maurus 1109geweiht wurde. 1 Das dritte Buch aber scheint er bald nach Boleslavs Pilger-fahrt zum hl. Ägidius, vielleicht sogar noch in demselben Jahre 1113 g e .schrieben zu haben. Als Begünstiger für sein Werk hatte er fünf Bischöfe undden Kanzler Michael, denen er sein erstes Buch widmete, nämlich außer denbeiden ebengenannten Martin, Erzbischof von Gnesen, Simon von Plockund Zyroslaus von Breslau. Auf geschriebene Quellen scheint er sich weniggestützt zu haben, und er führt davon nur eine Passio s. Adalberti 2 andoch kann sich das Zitat weder auf das Werk des Johannes Canapariusnoch auf die Schrift Brunos von Querfurt beziehen, da die Angaben nichtstimmen. Und die an einigen Stellen eingelegten Briefe 3 hat der Verfasserselbst geschrieben, aber nicht die Personen, denen sie beigelegt sind. 4So geht der Inhalt wohl hauptsächlich auf mündliche Erkundung zurückwie namentlich im Anfang die volkstümlichen Sagen erweisen und wie auchmehrfach offen ausgesprochen wird. Dagegen glaube ich nicht an Herüber-nahme volkstümlicher polnischer Lieder. Es heißt zwar 2, 28 5 Unde etiamin proverbium cantilena componitur, worauf sechs Fünfzehnsilber folgen,aber ein zweites Gedicht auf Boleslav, das von Deutschen gemacht seinsoll, 6 besteht ebenfalls aus Fünfzehnsilbern 7 (20) und beide Gedichte habenden bei diesem Rhythmus nur selten vorkommenden Endreim zweierVerse, so daß sie natürlich von demselben Dichter, d. h. vom Verfasserstammen. Mehrfach, wenn der Verfasser über seine Angabe nicht sicherist, setzt er einfertur", 6 zuweilen bekennt er auch nichts zu wissen, 9 aberer beruft er sich auch auf Zeugen der erzählten Ereignisse. 10 Übrigens warer ein Mann, dem klassische Bildung nicht fremd war und der sehr häufigden Sallust als Vorbild genommen hat; 11 in dem Briefe, der dem drittenBuch voransteht, spricht er nicht wenig von alter Geschichte und Sage,freilich, passiert es ihm hier, daß er die Kleopatra zur Königin Karthagosmacht. Außerdem verstand er etwas von Malerei und von Farbenmischung,wie der Prolog zu Buch 2 ergibt. Der Stil ist wortreich und schwülstig,und da er sehr kühne Bilder und Metaphern enthält und die Reimprosaaufs stärkste verwendet, nicht immer leicht verständlich; den epischen Ver-gleich scheint der Verfasser auch für die historische Darstellung für nötiggehalten zu haben. Der Standpunkt ist durchaus nationalpolnisch: diekleinsten Erfolge der Polen gegen Böhmen und Pommern und Russenwerden stark aufgebauscht und die Deutschen und ihre Könige spielenmehrfach eine recht klägliche Rolle.

1 Vgl. Köpke, MG. SS. 9, 420 n. 19. 20. rum in laudem Bolezlavi.

2 1, 6 p. 428, 35. i Vs. 4 lies neque.

' s 1, 30. 3, 2. 13. 14. 8 Vgl. p. 421 n. 30.

4 Das ist schon wegen der hier wie im 9 p. 421 n. 31.

ganzen Werk sehr stark ausgebildeten 10 3,1 p. 467,1.

Reimprosa unmöglich. u Vgl. die Noten in der Ausgabe. Dazu

6 p. 455, 47. 2, 28 p. 455, 39 = Sali. Cat. 60, 4.

6 3, 11 p. 470, 12 Cantilena Allemanno-