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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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391
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A. Chronologie. Annalen. Weltchroniken 391

U eberlief erung. Handschriften und Ausgaben vgl. bei Ottos Gesta Friderici. Vgl.n Knhl Beiträge zur Kritik Rahewins, Chemnitz 1890; Jordan, Ragewins Gesta Fri-derici, St'raßburg 1881. Wattenbach 2, 279ff.

h) Versus de vita Theophili. Daß dies Gedicht in651 oft sehr künst-lich reimenden Hexametern, dessen Verfasser sich am Schluß Radewinusnennt von dem Geschichtschreiber dieses Namens verfaßt wurde, hatW. Meyer festgestellt. 1 Rahewin hält sich im allgemeinen streng an dievon Paulus von Neapel gefertigte und Karl dem Kahlen gewidmete Über-setzung 2 der alten Sage, die auch von Hrotsvit und von einem anderen Dich-ter behandelt wurde, den man allgemein für Marbod von Rennes hielt,his W. Meyer aus Gründen des divergierenden Reimes diese Ansichtzurückwies. 3 Doch hat Meyer in den Noten zu seiner Ausgabe gezeigt,daß Rahewin sich öfters kleine Abweichungen gestattet und besonders Er-weiterungen zum Paulustexte bringt, die er als Dichter für nötig gehaltenhaben mag 4 und die namentlich in ausgeführten Reden der handelndenPersonen bestehen. Von nicht geringem Interesse aber ist die Form des Ge-dichts, die W. Meyer zum Ausgangspunkt für seine Abhandlung vom ge-reimten Hexameter genommen hat, denn die Verse des Gedichts zeigen, daßum die Mitte des 12. Jahrhunderts die in Frankreich gepflegte künstlicheReimtechnik in Deutschland festen Fuß gefaßt hatte. Dagegen beweistder geringe Anschluß an die antike Poesie die Selbständigkeit Rahewins impoetischen Ausdruck.

Zeugnisse. Zum Verfasser vgl. Vs. 651 (Münch. SB. 1873,116) Tu miseri miserere tuivatis Radewini. Zum Anschluß an Paulus vgl. Meyer p. 58f. Zum Versbau Rahewins vgl.Meyer S. 65ff. S. 91 f. eine Betrachtung über den Reim bei Rahewin. Er unterscheidethier eine ganze Reihe von Reimarten und hat sich das Verdienst erworben, zuerst aufdieses wichtige Kunstmittel der mittelalterlichen Poesie in systematischer Weise aufmerk-sam gemacht zu haben. Anklänge an Vergil finden sich Vs. 105f. (Georg. 2,43f.), 287 (Aen.1, 218), 501 (Aen. 4, 331), an Ovid 424 (Met. 15, 266), an Horaz 3 (A. P. 409), an Lucan 26(B. C. 2, 390); von Kenntnis des Prudentius zeugt Vs. 334, des Arator 440 (Act. ap. 1, 899).Verse von nur vier Worten finden sich neun. U eberlief erung im Monac. 17212 s.XIII f. 41.Ausgabe von W. Meyer, Münchner SB. 1873 S. 93114 mit Einleitung (S. 4962) überdie Theophilussage.

c) De deo et angelis. Ein rhythmisches Gedicht in Dreizehnsilbernrichtete Rahewin an seinen Oheim, den Propst Hartmann von Kloster-neuburg, der ihn aufgefordert hatte, ein Gedicht über gewisse theologischeStoffe zu schreiben. Rahewin erwähnt im Eingange die großen Schwierig-keiten, eine solche Materie dichterisch zu behandeln. Das erste Buch sprichtvon Gott und der Dreieinigkeit, das zweite von der Schöpfung und denEngeln.Am Ende spricht er den Wunsch aus, die Gemeinschaft mit den Engelnzu erlangen. Da das Gedicht ungedruckt ist, so muß ich hier auf weitere An-gaben verzichten. Eine Fortsetzung aber hat es erhalten, da die Handschriftfortfährt His versibus notatur summa quarundam guestionum veteris et novitestamenti. Das noch ungedruckte Stück scheint über die verschiedenen Teileder Schöpfung zu handeln und war ebenfalls auf den Wunsch Hartmannsgedichtet; der Schluß bezog sich wohl auf die Sakramente des alten unddes neuen Bundes. Darauf folgt ein Apollogeticum von 22 Hexametern,in dem sich Rahewin über die schweren Lasten des Hofdienstes (wohl in

1 Münchner SB. 1873, 64 f. «Vgl. die Noten zu Vs. 49 (80). 93

Vgl. Bd. 1,631. (110). 203 (206). 248 (288). 425 ff.

Münchner SB. 1873, 91. 478. 576 und S. 59.