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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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390 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

gesetzt hat. Denn in diesem längeren Abschnitt, den er an die Nachrichtvon dessen Tode anschließt, spricht er mit Zuneigung, Liebe und Bewunde-rung von seinem Bischof. Er rühmt seine tiefe Bildung, seine Betätigungin der Politik und kennzeichnet mit beredten Worten seine geistliche Stel-lung. Sodann spricht er eingehend über seine letzten Zeiten und über seinenTod. Und zum Schlüsse bemerkt er, daß er Ottos Anteil an den Gesta aufdessen Diktat niedergeschrieben, daß er vom Kaiser die Fortsetzung anbe-fohlen erhalten und daß er dem Toten, dessen Augen er zugedrückt, einletztes Gedicht gewidmet und ihm aufs Grab habe schreiben lassen. DiesGedicht läßt er folgen. Es besteht aus elf Strophen zu je vier Versen in44 Dreizehnsilbern 1 und stellt zunächst Otto dem Leser nach PersonStellung und Wissen vor und beklagt dann den großen Verlust, den Deutsch-land, Freising und die Wissenschaft erlitten habe. Dem hat Rahewin nochein kleines Gedicht von zehn Hexametern angehängt, das einen ähnlichenInhalt hat und auf Ottos Chronik 2 hinweist. Von andern Gedichten Rahe-wins aber wird unten zu reden sein.

Zeugnisse. Zur verschiedenen Schreibweise des Namens vgl. p.XX und n.4 sowie XXIund Chron. p. 3, 20, Gesta p. 162, 4, Münchner SB. 1873 S. 116 Vs. 651 und S. 687, 2. Ver-hältnis zu Otto vgl. Gesta p. 249, 4 domini et nutritoris mei und Chron. 3, 20 capellanumnostrum Ragewinum. Die Urkunden bei Meichelbeck, Hist. Frising. 1,1, 318, Monum.Boica 6,168; 2, 447; 3, 426, Meichelbeck 1,1, 340, Mon. Boica 1, 365. Archiv f. Kundeösterr. Geschichtsquellen 9, 262 (Rahwinus et Volmarus Frising. ecclesiae canonici; so auchim Prol. 3 p. 162, 3 Radewinus s. Frising. ecclesiae professione canonicus, ordine diaconus).Propst von St.Veit vgl. Mon. Boica 8, 516. 517; Propst Konrad 1177 vgl. Mon. Boica 10,44. Die Zugehörigkeit zu Freising ergeben die Worte Gesta 4,14 p. 249, 2 Frisingensisecclesiae patria mea. Zum Auftrag Ottos und zum Willen des Kaisers Prol. 3 p. 162,18eius iussu pariterque . . . imperatoris Friderici nutu fovenda et promovenda commiüitur; amSchluß 4, 86 p. 346, 14 nos tarnen obedientiae jructus consolabitur, qua precipienti paruimus.Zu den Aktenstücken vgl. 3, 7. 9. 11. 16f. 20. 23. 28. 47. 4,10. 19f. 22. 34. 36. 51. 60-63.65f. 73. 76f. 79f. 81 f. Zu Ulrich und Heinrich p. 163, 23 Vos itaque ambos in hoc operepraeceptores testes et iudices eligo ut exactum a me laborem sine contumelia suscipiatis...Ego etenim revera nisi vestra fretus ope ac studio, sub hoc fasce succumberem; am Schluß 4,86 p. 346, 8 auguste optima . . . nos tarnen obedientiae nostrae jructus consolabitur, qua pre-cipienti paruimus. De qualitate autem operis vos, dilectissimi domini mei, videritis, quos inhoc opere arbitros elegimus et correctores. Zahl der Bücher 4, 85 p. 342,13 Quia vero huiusoperis libellos numerum ewangeliorum excedere non proposuimus. Das letzte Kapitel benutztRahewin zu einer Schilderung der Persönlichkeit des Herrschers und lehnt sich dabeistark an Sidonius an, 3 benutzt aber für das ganze Gerippe der Erzählung Einharts LebenKarls.

Zur Berichterstattung p. 163, 11 qui in his quae audivi non passim quorumlibet relatorumrumusculis sum me perpessus abrumpi nee in his quae per me cognovi, gratia principis seujavore meae gentis falsum quippiam addidi. Zum Bilde des Friedens vgl. 3,1 p. 167, 4 Ea.denique pax in Germania erat etc. Zu Liudprand vgl. p. 210, 25 Huius rei si quis exempladesiderat, ad Leoprandum qui gesta Longobardorum subnotavit recurrat, p. 217,1 sive ut ingestis Longobardorum repperitur; die Stellen beziehen sich auf Antapod. 1,37. 3,14. DieStellen aus Sidonius sind aus Ep. 1, 2. 4, 9 und 20 genommen. Persönliches vom Schluß desAbschnitts über Otto 4,14 p. 252, 28 Ego autem, qui huius operis principium eius ex oreadnotavi finemque eius de principis iussu perficiendum suscepi et manu mea ipsius extremalumina clausi, hoc epitaphium composui et tumulo eius inscribi feci. Beginn des GedichtsLibram Phebus subiit cum falcitenente; das zweite Gedicht beginnt Quidquid in orbe beatpreclaros et meliores.

1 Mit Durchführung des Reimes in der dichts im Monac. 17151 s. XII f. 1 gibt W.ersten wie am Schluß der zweiten Vers- Meyer, Münch. SB. 1873 S. 64 n. 6.hälften. 3 Und zwar mit Hervorhebung dessen, dem

2 4,14 p. 254, 21 Hortatu regum docet edita die Schilderung eigentlich galt, vgl. p. 342,chronographia. Eine Erweiterung des Ge- 19 ut de Theoderico quidam scribit.