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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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384 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

breitem Eingehen auf die Verhandlungen Friedrichs mit den Römern. Mitnicht geringem Stolz auf die deutsche Tapferkeit 1 wird dann der Sieg überdie Römer berichtet, während die Kaiserkrönung fast als Nebensache be-handelt wird. 2 Und höchst anschaulich erzählt Otto von der List der Ein-wohner von Verona gegen den zurückkehrenden Kaiser und von der hartenaber gerechten Strafe, die er über eine große Schar Räuber und Wegelagererverhängte, als sie ihm an den Etschklausen einen fast unüberwindlichenHinterhalt bereitet hatten; 3 und er bedauert nur, daß er nicht alle von denDeutschen verrichteten Heldentaten hätte aufzeichnen können, da er nichtselbst zugegen gewesen sei. 4 Ebenso anschaulich werden die Vorgänge aufden Reichstagen von Regensburg und Würzburg berichtet. Otto legt danneinen Erief des Kaisers an ihn ein, wo er zum künftigen Römerzuge entbotenwird. Mit der Beilegung von Streitigkeiten im weifischen Hause und derEntscheidung bei der streitigen Kölner Erzbischofswahl schließt 1156 daszweite Buch. Ein drittes Buch wollte Otto anschließen, aber er kam nichtzur Fortsetzung, sondern er hat wahrscheinlich seinem Kaplan Ragewinseine Aufzeichnungen hinterlassen und dieser mag sie als Anfang des drittenBuches in seine Fortsetzung aufgenommen haben.

Man hat nun Otto außerdem noch mehrere Schriften beilegen wollen,es hat sich aber bei näherer Prüfung herausgestellt, daß die Annahme vondiesen weiteren Schriften entweder auf Exzerpten oder auf Stellen aus Ottoberuht. 5 Ob die wahrscheinlich umfangreiche Korrespondenz Ottos gesam-melt und abgeschrieben wurde, ist sehr zweifelhaft, da gar keine Anzeichendafür vorliegen. Ein Brief von ihm hat sich in der großen SammlungWibalds von Korvei erhalten, und zwar aus dem Jahre 1152; er behandeltein rein theologisches Thema. 6

Als Otto mit dem Kaiser im Juni 1158 in Augsburg zusammentraf, warer von Krankheit geschwächt und erhielt daher für seine Person Befreiungvom künftigen Römerzug. Aber das Kapitel des Cisterzienserklosters, demer als Abt von Morimund angehörte, wollte er nicht versäumen und tod-krank gelangte er noch in sein altes Kloster, wo er nach wenigen Tagen inder Blüte der Jahre starb. Weder das frühere noch das spätere Mittelalterhat einen Geschichtschreiber von ähnlicher Bedeutung wie Otto hervorge-bracht, und wie hoch Kaiser Friedrich ihn schätzte, ergibt sich klar daraus,daß dieser in einer Urkunde vom 6. August 1167 Auszüge aus der Chronik(6, 24-26) anbringen ließ. 7 Aber auch die sehr weitreichende Benutzungder Chronik in der späteren Historiographie sowie die große Anzahl derHandschriften läßt seine hohe Geltung bei der Nächwelt erkennen.

Zeugnisse. Zum Leben vgl.Wilmans, MG. SS. 20, 83 ff.; Waitz, Ottonis et Rahe-wini gesta Friderici p.V XI (neue Ausgabe von B. v. Simson p.VII XIII) und be-sonders Hofmeister, Neues Archiv 37,110161. 635767, wo vor allem Ottos Bil-dungsgang mit großer Umsicht und Kenntnis dargestellt ist. Einen kurzen Lebensabriß

1 Vgl. 2, 33 p. 141, 3035 und beson- 5 Vgl. hierzu Ottonis Chron. ed. Hof-ders p. 142, 37. Vgl. auch 2, 35 p.144, lf. meister p.VIIIf. und Hofmeister,Neues

2 Vgl. 2, 34 p. 142, 22 Ea ergo die missam Archiv 37, 680 f.; Simson in seiner Aus-papa Adriano celebranteimperator coronatur. gäbe der Gesta p. XIV n. 8.

3 Kap. 3840. 6 Jaffe, Bibl. rer. Germ. 1, 519 f. N. 387.

4 2,41 p. 150, 6 ff., wo er sich 10 f. an 7 Stumpf, Die deutschen ReichskanzlerIsidor Et. 1, 41,1 anlehnt. N. 4088 S. 364.