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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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332 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

Historia miscella, Einharts Vita Karoli und Annalen, dem Chronicon Saler-nitanum und Aimoin. Wichtig wird seine Darstellung im 11. Jahrhundertda er hierfür verlorene italienische Quellen benutzt hat, wie W. Arndtnachwies. 1 Besonders unterrichtet zeigt er sich über das Königreich Sizilienund über das Ringen des Papsttums mit dem Kaisertum. Sonst freilichfehlt ihm durchaus das Interesse an der germanischen Welt, er hat nurSinn für die Dinge Italiens und des Orients. Ganz bedeutende Ausdehnunghaben seine Berichte über die Beziehungen Friedrichs I. zu Mailand undüber die Verhältnisse im sizilischen Herrscherhause und namentlich überden Frieden von Venedig, an dem er ja mitwirkte, und er weiß auch im Jahrevorher (1176) ausgedehnte Reden des Papstes und der Lombarden seinemWerke einzuverflechten. Im Jahre 1178 bricht das Werk ab. Seine Spracheist höchst einfach und schlicht und geht jedem Wortprunk aus dem Wege;nur ganz selten findet man einmal eine Anlehnung an die antiken Autoren.

Zeugnisse. Zum Leben Romoalds diese Namensform haben die Hss., nicht Ro-muald vgl. W.Arndt, MG. SS. 19, 387 ff. Zu den medizinischen Kenntnissen vgl.p. 435,14 Romualdum secundum Salernitanum archiepiscopum qui in arte erat medianevalde peritus und Hugo Falcandus Hist. (Muratori SS. rer. Ital. 7, 319) virum inphysicaprobatissimum. Einspringen für Wilhelm I. vgl. p. 431, 44432, 29. Empfang Alexan-ders III. p. 434, 47 f. Krönung Wilhelms II. p. 435, 35 ff. Verwandtschaft mit den Kö-nigen Siziliens vgl. Petri Blesensis Epist. 10 (Migne 207). Zum Tod vgl. Necrol. Casinensebei Muratori, SS. rer. Ital. 7, 941. Beigelegte WerkenachUghelli 2 bei Arndtp.392,30 ff. Antike Anführungen p. 427, 7 Set quia negatum est summis stare diu Luc. B. C. 1,70; p. 445, 51 libertatem . . . quam amittere nisi cum vita timemus Sali. Cat. 33, 5.

Ueberlieferung im Vatic. 3973 s. XII (aus Salerno; Original?); Abschriften davonNeap. V. G. 30 und II. B. 21; interpoliert sind Rom. S. Petri E 22 s. XIV und Paris.4933s. XIII. Ausgaben von Carusius, Bibl. hist. Siciliae (Palermo 1723) 2, 865; Muratori,SS. rer. Ital. 2 7, 3 ff. Del Re, Cronisti e scrittori sincroni Napoletani 1, 571; vonW.Arndt, MG. SS. 19, 398461. Vgl. F. Hillger, Das Verhältnis des Hugo Falcandus zuRomuald von Salerno, Halle 1878. F. Hirsch, De Italiae infer. annalibus saec. X et XI(Berlin 1864) S. 6074. Wattenbach 2, 330. Chalandon, Hist. de la domination Norm.en Italie et en Sicile 2, XLIX ff. (Paris 1907).

4. SIGEBERT VON GEMBLOUX

Einer der vielseitigsten und bedeutendsten Schriftsteller des 11. und be-ginnenden 12. Jahrhunderts ist Sigebert von Gembloux. Er stammte wohlaus dem romanischen Belgien und mag nicht lange nach 1030 geboren sein,da Godescalc, der Fortsetzer seiner Geschichte von Gembloux, sagt, daß erlange Zeit mit dem 1048 gestorbenen Abte Olbert zusammen gelebt habe.Er trat früh ins Kloster Gembloux ein und muß sich bald ausgezeichnethaben, denn noch als junger Mann begehrte ihn Abt Folcvin von St. Vin-cenz zu Metz zum Lehrer für sein Kloster. Hier brachte er lange Zeit zu undwar eifrig literarisch tätig, denn er verfaßte das Leben des Bischofs Deo-derich von Metz, des Gründers von St. Vincenz, die Passion der h. Luciasowie eine Verteidigungsschrift auf eine Prophetie dieser Heiligen und einePredigt über deren Translation von Corfinium nach Metz, 3 endlich das Lebendes Frankenkönigs Sigebert, des Gründers von St. Martin bei Metz, undzwar in zwei Redaktionen. Noch kurz vor 1071 ist er nach Gembloux zurück-gekehrt und war nun weiter in seinem Kloster als Lehrer tätig, wobei er

1 MG. SS. 19, 393. torum Siculorum 1, 100102, der Sermo

2 It.alia sacra 7. 656. auch Migne 160, 811814.

3 Ausgabe von Oct. Caietanus, Vitae sanc-