A. Chronologie. Annalen. Weltchroniken 331
sich namentlich mit der Kirchengeschichte Sachsens und der Markenund mit der Geschichte des Osterlandes. So wurde die Lebensgeschichte einesfürstlichen Klosterstifters zum Ausgangspunkt für ein größeres Annalen-werk das neben der Reichsgeschichte die Lokalgeschichte besonders ge-pflegt hat und für die sächsischen Markgebiete nicht ohne Wichtigkeit ist.Übrigens ist das Stück von 1125 bis 1195 vielleicht im Kloster Bosau beiZeitz einer Handschrift von Ekkehards Chronik 1 angehängt worden.
Zeugnisse. Im Vorwort heißt es (SS. 16, 234, 33) sicut veridica eorum relatione com-nerimus tum qui ab aliis audierunt tum qui viderunt et interfuerunt, quorum plerosque super-stites vidimus. Von alten Dichterstellen vgl. p. 236, 26, quia semper — consortis erat Luc.B C. 1 92 f. (dasselbe p. 242,13); 240,6 impiger iracundus inexpugnabilis acer (diesebeidenWorte auch p. 238, 9) Hör. A. P. 211; p. 238, 31 semper enim nocuit differre paratisLuc. B.C. 1,281.
Ueberlieferung im Lips. 1325 s. XII f. 206b—213a (beschrieben von L. A. CohnS. 484 ff.). Hs. der sogenannten Bosauer Annalen in Zeitz. Dresd. J 49 ca. 1500. Guelf.Au» 76 30 s XVI. Ausgaben von Reineccius, Frankfurt 1580 = Hofmann, SS. re-rum Lu'sat. 1,1; Mencken, SS. rer. Germ. 3,137; Pertz, MG. SS. 16, 234—270. ZurErläuterung ist wichtig L. A. Cohn, Mitt. d. Geschichts- und Altertumsforschenden Ges.des Osterlandes 4,472—533. Th. Flathe, Aren. f. Sachs. Gesch. 3,82—127. Watten-bach 2, 353 ff.
3. ROMOALD II. VON SALERNO
Gegen Anfang des 12. Jahrhunderts wurde Romoald zu Salerno aus demvornehmen Geschlecht der Guarna geboren. Er wurde Kleriker, und es istnicht zu verwundern, daß er bei seiner Zugehörigkeit zu Salerno sich medi-zinische Kenntnisse aneignete. Im Jahre 1153 wurde er zum Erzbischofin seiner Vaterstadt erhoben und im Juni 1156 verabredete er mit andernGroßen Italiens den Frieden von Benevent. Im März 1161 brachte er diePalermitaner dazu, den von ihnen gefangenen König Wilhelm I. von Sizi-lien, mit dem er verwandt war, freizulassen und ihm wieder zu gehorchen.Den aus Frankreich zurückkehrenden Papst Alexander empfing er 1165in Salerno und nach Wilhelms I. Tode krönte er dessen Nachfolger WilhelmII. in der Marienkirche zu Palermo (1166). Doch hatte er dann schwierigeZeiten am Hofe, wo natürlich seine Stellung eine sehr bedeutende war.Den ganzen Sommer 1177 weilte er in Venedig als Friedensvermittlerzwischen dem Kaiser und Sizilien, auch war er beim Laterankonzil von 1179in Rom zugegen. Am 1. April 1181 ist er gestorben. Nach Ughelli sollRomoald geschrieben haben ein Opusculum de annunciatione b. Mariaevirginis, ein Breviarium Salernitanae ecclesiae, ein Werk Semestria, dieAnnales und einige Heiligenleben. Davon scheinen sich nur die Annalen er-halten zu haben, denen allerdings gemäß der hohen Stellung ihres Verfas-sers stofflich große Bedeutung zukommt.
Annales. Romoald beginnt sein Geschichtswerk mit der Erschaffungder Welt und beschreibt nach Beda die sechs Weltalter. Von 839 änderter die äußere Form der Darstellung, indem er sich dem Schema vonAnnalen zuwendet. Der ganze erste Teil ist aber aus bekannten Quellenkompiliert, nämlich der Chronik des Hieronymus, Beda de sex aetatibusmundi, dem Liber pontificalis, der Langobardengeschichte des Paulus, der
Vgl. L. A. Cohn, De rebus inter Henri- 1856) S. 24. Zusätze aus Bosau in der Zeitzercum VI. et Henr. Leonem actis (Breslau Hs. MG. SS. 16, 267f.