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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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330 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

die Abstammung Wicperts ziemlich genau, spricht ausführlich über den gleich-namigen Vater und die Mutter Sigena und berührt die Jugend seines Hel-den und dessen Versetzung nach Groitzsch ins Osterland. Dort hat er vonder Feindseligkeit seiner neuen Nachbarn viel zu leiden und begibt sichnach Böhmen, wo er den Herzog auffordert, seine Macht gegenüber demReiche zu erweitern. Damit vollzieht der Verfasser den Übergang zur Reichs-geschichte und schildert den Kampf Heinrichs IV. mit den Sachsen. Unddann liest man eine stilistisch recht gehobene Darstellung 1 von WicpertsAnerbieten an den König und von seiner Kriegführung in Italien; sehr aus-führlich werden seine Heldentaten berichtet, die er im Kampf Heinrichs IV.gegen die Römer vollführte. Höchst anschaulich ist auch sein Streit mit demKaiser dargestellt, wo er auf seine Verdienste pocht. Schon beginnt aberder Verfasser, die Darstellung ins Annalenschema einzuzwängen und er-zählt nun Wicperts Ehe mit der böhmischen Prinzessin Judith. Aber derHeld bereut seine Weltlichkeit und seine Sünden, macht eine Pilgerreisenach Rom und nach der Rückkehr denkt er an die Gründung eines Klosters.Mit Hilfe Hertwigs von Magdeburg, Walrabans von Zeitz und Albwins vonMerseburg wird die Gründung ausgeführt und dann die Ausstattung desneuen Klosters durch den Stifter berichtet. Dem ersten Abte Bero folgteWindolf. Aber auch in Lausigk gründete Wicpert ein Kloster, zu dessenGründung der Verfasser eine Urkunde Bischof Albwins beibringt. 2 Um aberdie Gründung rechtskräftig zu machen, sendet Wicpert seinen VasallenLuvo nach Rom, der von Paschalis II. ein Privileg für Pegau erhält. 3Es folgt der Tod der Markgräfin Judith, ihre Beisetzung in Pegau und dieWiederverheiratung des Witwers mit Kunigunde von Beichlingen. Hier-auf wird die Revolution in Böhmen von 1110 und der böhmische FeldzugWicperts des Jüngeren dargestellt. Für den Vater folgten nun schwereZeiten, er überwarf sich mit Heinrich V., der seiner habhaft wurde und ihndrei Jahre auf dem Trifels gefangen hielt. Freilich ging die Schlacht amWeifesholze besonders durch die persönliche Tapferkeit des jüngeren Wi-precht für den Kaiser verloren, dessen Feldherr Hoyer von Mansfeld dortden Tod erlitt. Doch söhnte sich Heinrich endlich mit Wicpert aus unddieser wurde aus der Haft befreit. Somit hat der Verfasser für längere Zeitdie Lokalgeschichte verlassen und sich der Reichsgeschichte zugewandt.Aber schnell erfolgt dann der Bericht von der Erkrankung des Markgrafen,von seinem Übertritt ins Kloster und von seinem Tode (1124).

Damit ist das in Aussicht genommene Werk eigentlich beendet, doch derVerfasser hat daran allerhand interessante Beiträge zur Zeitgeschichte ge-knüpft, die ihm aus der Erfurter Peterschronik bekannt wurden, und nocheine eigene Fortsetzung bis 1149 geschrieben. Später hat man eine Fort-setzung bis 1181 angehängt, die erst aus den Annal. Magdeburgenses ge-nommen ist (bis 1175) und darauf ausführliche deutsche Geschichte bietet,allerdings mit besonderer Berücksichtigung der sächsischen Verhältnisse.Weitere Fortsetzungen von 1182 bis 1190 und von 1191 bis 1227 beschäfti-

1 Außer den noch zu erwähnenden Anfüh- 238, 6 u.a.rangen aus der alten Poesie vielfach poeti- 2 MG. SS. 16, 247, 35ff.scher Ausdruck; vgl. MG. SS. 16, 237, 53. 3 MG. SS. 16, 248, 5ff.