A. Chronologie. Annalen. Weltchroniken 329
bere (Augustinerkloster), daraus die Edit. princeps, Tübingen 1525 bei Hulderich Mor-hard aus dieser abgeschrieben Dresd. e 31 s. XVI — XVII, und eine in Erfurt (St. Peter),davon mittelbare Abschriften Wirzib. chart. fol. 129 s. XV, Gotting. hist. 88 s. XVI,Monac. 593a-1507, Dresd. J 50 s. XVI mit der fast gleichzeitigen Aufschrift LampertusHirsfeldensis seu Schaffnaburgensis, außerdem Exzerpte, vgl. Ausgabe p.XLVII—LXIX. Hierzu kommt die Aufschrift aus Altzelle 1514 (Neues Archiv f. Sachs. Gesch. 18,256) Q 20 Lamperti Heresveldensis monachi de bello Saxonico, die zu keinem Druck ge-hören kann da die Ed. princeps elf Jahre jünger ist. Sie bezieht sich auf Dresd. J 50,vel L Schmidt, N. A. f. Sachs. Gesch. 18, 227. Ausgaben von Pertz, MG. SS. 3,18—102 (bis 1039), von (L. F. Hesse und) G.Waitz, daselbst 5,134—263 (1040—1077), be-sonders von O. Holder-Egger, Lamperti monachi Hersfeldensis opera, Hannover undLeipzig 1894. Zur Kritik vgl. namentlich 0. Holder-Egger, Neues Archiv 19 (I — III).Wattenbach 2, 97—107.
2. DIE ANNALES PEGAVIENSES
Im Jahre 1091 wurde durch Wiprecht 1 von Groitzsch, einen großenGrundherrn desOsterlandes, der später trotz seiner slawischen Abstammungdurch Heinrich V. zum Markgraf der Lausitz 2 erhoben worden ist, beiPegau ein Kloster errichtet, das der Stifter zum Begräbnisort für seinHaus ersah. Unter dem zweiten Abte Windolf (1101—1150) kam das Klo-ster in Blüte und dieser wird gegen das Ende seiner Abtszeit einen der Mönchedamit betraut haben, das Leben des Stifters ausführlich zu beschreibenund darin die Gründung darzustellen. Jedenfalls versah er ihn mit reich-lichem Material und der Verfasser hat, wie L. A. Cohn nachwies, seineArbeit zwischen dem Tode des Pfalzgrafen Otto von Baiern (1155) und demAbleben Windolfs (1156) beendet. Damals war Wicpert schon reichlich 30Jahre tot und die Sage hatte sich seines Lebens bemächtigt, zumal er zuden unter Heinrich IV. und Heinrich V. mit am stärksten geschichtlichauftretenden Laienfürsten gehörte und das slavische Element damalsim Oster- wie im Pleißnerlande noch mächtig war. Hat doch die slavischeSprache erst während des 14. Jahrhunderts aufgehört, im Pleißnerlande alsGerichtssprache zu gelten, und unser Pegauer Mönch bezeugt, daß jenseitsder Elbe damals nur selten ein Christ angetroffen wurde. 3 Da nun der Mönchan das Ende von Wicperts Lebensbeschreibung größere Auszüge aus derErfurter Peterschronik in deren annalistischer Form gestellt hat und dieFortsetzungen des Werkes das annalistische Schema beibehielten, so wurdedas ganze Werk unter dem Titel Annales Pegavienses bekannt, der ihmnach seinem Hauptinhalt ja eigentlich gar nicht zukam. Wenn nun auch injener Lebensbeschreibung, besonders in ihren früheren Teilen, Fabel undSage reich vertreten ist, so wird das Werk doch späterhin eine für die säch-sischen Dinge wertvolle Geschichtsquelle, die namentlich für die ZeitenHeinrichs V. eine erhöhte Bedeutung hat.
Annales Pegavienses. Im Vorwort äußert sich der Verfasser kurzüber den Zweck der Geschichtschreibung und sagt, er wolle die Gründungdes Klosters Pegau und die Geschichte seines Stifters darstellen, so wie ersie nach mündlichem Bericht habe erzählen hören und wie sie ihm von nochvielen lebenden Augenzeugen überliefert worden sei. Im Anfang gibt er
Die Zeitgenossen nennen ihn Wicpert. Ulis temporibus rarus inveniebatur Christia-
Damals meist Marca orientalis genannt. nus.MG. SS. 16, 252,16 eo quod ultra AVbiam