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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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325
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A. Chronologie. Annalen. Weltchroniken 325

schichtserzählung in Prosa, die er dem Abt Hartwig widmete. Es haben sichaber außer dem Widmungsbriefe, der sich über diese Verhältnisse sehr vor-sichtig ausspricht, nur Auszüge des Werkes erhalten, die von einem Hamers-lebener Mönche im Jahre 1513 gemacht wurden. 1 Lampert bemerkt in derGeschichte, daß der zum Leben Luis greifen müsse, wer sich über die An-fänge des Klosters näher unterrichten wolle. Er wisse außerdem von denfrüheren Zeiten bis zu Abt Gozbert fast nichts, da hierfür die Überlieferungfehle - nur die Namen der Äbte wolle er aufschreiben, damit sie nicht ganzder Vergessenheit anheimfielen. Allerdings könne er das, was in den neuerenZeiten vorgefallen sei, nur mehr beklagen, denn erzählen. Und man solleihm nicht vorwerfen, daß er die Geschichte der Könige und der römischenKaiser dabei nicht berühre; wer solches lesen wolle, möge bedenken, daßer nicht alles habe schreiben wollen, was im Staat und in der Kirche gesche-hen sei, denn er sei im Kloster wie im Gefängnis eingeschlossen und habekeinen Verkehr mit Menschen und kümmere sich nicht sehr um solche Dinge.Er wolle die Geschichte der Äbte seines Klosters mit all dem Unglück dar-stellen, das über sie hereingebrochen sei. So beginnt er mit der Zeit desAbtes Gozbert. Freilich ist seine Darstellung, die man allerdings nur einenganz kurzen Zeitraum in ihrer ursprünglichen Gestalt verfolgen kann, 2sehr kunstlos und entbehrt der stilistischen Durchbildung. Die weiterenExzerpte aus der Schrift, die zwei Bücher umfaßte, sind so kurz gehalten,daß von ihnen aus keine Beurteilung möglich ist. 3

In diesen Zeiten begann der Zwist Heinrichs IV. mit den Sachsen undLampert vertrat durchaus die gegenkönigliche Richtung und verfaßte nachder Wahl Rudolfs ein großes Geschichtswerk, das gänzlich in diesem Sinngehalten ist. Von seinen späteren Schicksalen und von seinem Tode ist nichtsbekannt.

c) Annalen. DaßdieAnnalennach Rudolfs Wahl verfaßtsind, hat Holder-Egger festgestellt, denn es finden sich in dem großen Werke mehrere An-gaben zu früheren Jahren, die erst viel später so niedergeschrieben werdenkonnten. Und das Werk ist in einem völlig einheitlichen Geiste verfaßt.Die Abfassung geschah aber sicher vor dem Tode Rudolfs, denn dieDarstellung verfolgt wohl ausdrücklich den Zweck, dem Leser die Notwen-digkeit und Rechtmäßigkeit von desssen Wahl zum Gegenkönige klarzu-machen. Also schrieb Lampert die Annalen zwischen dem März 1077 undder zweiten Bannung Heinrichs IV., die im März 1080 erfolgte. Da es sichnun um eine Art politischer Tendenzschrift handelt, so ist die Form ent-schieden auffällig gewählt, denn Lampert liefert, da er mit der Erschaffungder Welt beginnt, eigentlich eine Weltchronik, deren Anfänge er nach denWeltaltern einteilt, um dann nach Kaiser jähren zu rechnen; erst von 708an beginnt das annalistische Schema. Er hat diese Form wohl nur deshalbgewählt, um sein Werk mit desto größerer Sicherheit in bezug auf den

1 Außerdem bieten einige Exzerpte Paulus Hassiaca 1, 101 ff.).

UngimGhron.Citizense(Pistorius-Stru- 2 Nämlich nur für die Zeit Gozberts und

ve, Her Germ. SS. 1,1129), der den Namen seiner beiden Nachfolger,

aes Verfassers nennt, und Wigand Gersten- 3 Sie enden mit dem Jahre 1074.oerger (bei F.C.Schmincke, Monimenta