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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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A. Chronologie. Annalen. Weltchroniken 323

Kampf Heinrichs IV. mit Gregor VII., ausführlicher als irgend ein andererHistoriker seiner Zeit darstellt. Es steht zwar nicht mit voller Sicherheitfest daß er Lampert geheißen hat, sein Name erscheint erst im 15. Jahr-hundert ; aber es ist doch kaum zu bezweifeln, daß er wirklich so hieß. 1 Lampertstammte wohl aus Franken und ist spätestens 1028 geboren; seine Familiemuß begütert gewesen sein, denn er machte sich beim Eintritt ins Klostervon der Besorgung seiner Vermögensangelegenheiten frei. Seine Ausbil-dung erhielt er wohl in Bamberg, und zwar vielleicht durch Anno, den spä-teren Kölner Erzbischof, vielleicht wurde er sogar Annos Nachfolger imLehramte (1056). Als Diakon trat er 1058 ins Kloster Hersfeld ein und wurdeunter Abt Meginher Mönch. Hier hatte die Literatur bisher nicht recht ge-deihen wollen, bis ins 10. Jahrhundert hatte man sich hier mit Darstellungenüber den h. Wigbert, den Abt von Fritzlar, dessen Gebeine nach Hersfeldübertragen worden waren, begnügt. Erst unter dem Abte Gozbert erhieltHersfeld eine große Anzahl Bücher, und schon vorher mögen wohl derAmmianus Marcellinus und die kleineren Werke des Tacitus gekommen sein; 2von der Hersfelder Bibliothek hat sich leider kein Katalog erhalten undsie ist im 17. Jahrhundert verbrannt. 3 Und unter dem Abte Arnolf hobsich das geistige Leben im Kloster dadurch, daß die Schule in tüch-tige Hände geriet, so daß eine nicht geringe Anzahl vortrefflich gebildeterGeistlichen aus ihr hervorgingen. Der Buhm der Schule setzte sichdann unter Abt Meginher fort, wofür wir Lamperts ausdrückliches Zeug-nis haben. 4

Hier trat Lampert also unter günstigen Umständen ein und am 16. Sep-tember 1058 wurde er zum Presbyter geweiht. Er mußte freilich einsehen,daß ihm zum Mönche noch viel fehlte, denn wahrscheinlich bewirkte derschnelle Wechsel in der äußeren Gestaltung seines Lebens, daß er vonAschaffenburg aus, wo die Priesterweihe stattgefunden hatte, nicht insKloster zurückkehrte und ohne Erlaubnis des Abtes eine Pilgerfahrt nachJerusalem antrat; erst am 17. September 1059 kehrte er ins Kloster zurück.Zu seiner außerordentlichen Freude war Meginher noch am Leben undempfing den Zurückkehrenden mit offnen Armen und gewährte ihm volleVerzeihung für den Fehltritt. Gleich darauf starb der Abt und an seine Stelletrat Ruthard, der früher Abt von Korvei gewesen war. Mit ihm konnte Lam-pert sich nicht befreunden, da er die Klosterregel zu mild handhabte; dennin der striktesten Befolgung der Hegel sah Lampert allein das Heil fürsKlosterleben, sein Horizont war durch mönchische Ideale fest umgrenzt.Und von diesem Standpunkt aus hat er in der Folgezeit verschiedene Werkeverfaßt, nach deren äußerer Gestaltung wohl anzunehmen ist, daß er inHersfeld das Amt eines Lehrers versah. Denn wenn sich in ihnen auch keine

1 Eine weitere Stütze für den Namen liefert mich dem aber nicht anschließen,

der Altzeller Katalog von 1514, vgl. Mani- 3 Zu Resten und Nachrichten der Hers-

tius, Neues Archiv 36, 772. ' felder Bibliothek vgl. P. Lehmann, Jo-

2 Vgl.W.S.TeuffelsGesch.d.röm.Litera- hann Sichard 120 ff. (München 1911).

tur 6 3, 301 (§ 429, 6) und 23 (§ 334, 4). Hol- 4 Vgl. Lamperti Instit. Herveld. eccl. (ed.

uer-EggerhatinseinerAusgabe(Lamperti Holder-Egger) p. 350, 21 nach Paulus

monachiHerveld.operap.398n.lundp.401) Lang, Chron.Citiz.beiPistorius-Struve,

den Nachweis führen wollen, daß Ammian Rer. Germ. SS. 1, 1129.von Lampert benutzt worden ist; ich kann