314 Zweiter Abschnitt. Die Artes
Gestalt (wie Kap. 81), obwohl dem Verfasser nach Kap. 101 auch BernoldsUmarbeitung bekannt ist, und endlich der stark benutzte Frutolf. Vonbiographischen Quellen sind verwendet die Lebensbeschreibungen Wil-helms von Hirschau, Theogers von Metz und Udalrichs von Zell nach Kap.108—110, sowie Bernolds Leben Hermanns von Reichenau. Hierzu kommendie für den Unterricht den Autoren nicht selten beigegebenen Accessus zuBoethius und Theodul (Kap. 15 und 36) sowie für die Papstviten der überpontificalis und Hieronymus'Viri illustres (Kap. 5).
Zuweilen läßt er sich übrigens vom Stoffe und von seinen Quellen fort-reißen und wird sehr ausführlich, wie Kap. 29 über Adamnan (aus Beda5, 15 ff.) und 31 über Beda (aus diesem 5, 24), oder über Aldhelm Kap. 30(aus Beda 5, 17), oder Kap. 96 über Anselm von Canterbury und 118 überRupert von Deutz; auch über Fulbert von Ghartres (93) ist er gut unter-richtet, wie überhaupt seine literarischen Kenntnisse groß gewesen sind.So erwähnt er Kap. 73 den Symphosius, Kap. 70 Ekkeharts Waltharius,Kap. 57 die Regula SS. Pauli et Stephani (M i g n e 66, 949), die vonSmaragd und Benedikt von Aniane zitiert wird, Kap. 64 den PaulusJudeus mon. Fuldensis, der eine Vita Erhardi episc. Ratisbon., vgl. Zentralbl.f. BiblWesen 20,105 N. 103, und eine Prosa de conversione Pauli schrieb(Anal. hymn. 50, 348), die nach v. Winterfeld (Neues Archiv27,511)nicht dem Gottschalk zuzuschreiben ist. Stephanus musicus Kap. 79 ist viel-leicht identisch mit dem Bischof Stephan von Lüttich (Bd. 2, 212), vgl.Sigebert de Script, eccl. 125 und G.Morin, Revue Benedict. 12,196 f. (1895).Gottschalcus monachus Declinge Kap. 111 ist G. von Klingenmünster, derVerfasser von Predigten, von denen ein Teil erhalten ist, vgl. v. Winter-feld, Neues Archiv 27, 509.
Zeugnisse. Vorrede (ed. Ettlinger p. 39) Scriptorum illorum qui virorum illustriumconscripsere catalogum pro posse sequentes exemplum tarn scripta quam nomina sanclorumpatrum, quorum deinceps ecclesie dei desudavit ingenium, litteris transmittemus in posterum. ..Sunt tarnen et. alii viri illustres Cassiodorus scilicet et Ysidorus, qui nichilominus de virisscripserunt illustribus, quorum libri quia necdum ad nostras pervenerunt manus, quos posue-rint vel quos omiserint penitus ignoramus. Inchoantes igitur a fine Gennadii, qui et ipse a fineleronimi inicium fecit operis sui, quoscunque ex eo tempore quippiam memoria dignum scrip-sisse deprehendimus diligenter annotare curamus. 1 Das Schlußkapitel in Patav. Incun. 36ist überschrieben Boto presbiter et monachus de cenobio Bruviningerensi.
Ueberlieferung. Vgl. hierzu B. Ettlinger, Der sogenannte Anon. Mellicensis 23—39und P. Lehmann, Neues Archiv 39, 550ff. und Hist. Zeitschr. 111,15—40 (1913). Ett-linger kannte nur vier Hss., den Admont. 443 s. XII (daraus Graec. 975 s.XIII), Vindob.4236 s.XV, Mellic. 449 s.XV. 2 Hierzu fügte Lehmann noch den Amplon. fol. 173 f. 156bs. XIV (er steht im Katalog des Amplonius unter Theol. 43) und Passau Inkunabel 36 s.XVmit dem Schlußkapitel über Boto (Wortlaut bei Lehmann p. 555). Ausgaben von B. Pez,Bibliotheca Benedictino-Mauriana, Graz 1716, Anhang; von Fabricius, Bibl. eccl. (Harn-burgl718) p.141; Migne 213,961; besonders von E. Ettlinger, Der sogen. Anon. Melli-censis, 1896.
2. APPENDIX ZU HEINRICH VON BRÜSSEL (GENT)
Einige Worte noch über den kurzen zu Heinrich von Brüssel (alias Gent)als Anhang gedruckten Katalog. Schon F. Pelster bemerkte (Histor. Jahr-
1 Aus dieser Vorrede ergibt sich die große 2 Da V zwischen c. 93 und 94 im Index der
Vorliebe des Verfassers für die Reimprosa. Kapitel einen Honorius monachus einschiebt
Diese kommt hier viel mehr zum Ausdruck und in keiner Hs. ein Text zu diesem Kapitel
als in dem Werke selbst, wo das nach der vorhanden ist, so fehlte dies Kapitel schon
ganzen Anlage viel weniger möglich war. in der Hs., aus der alle heutigen stammen.