306 Zweiter Abschnitt. Die Artes
zwei Stücke von und an Bischof Bonizo von Sutri, 1 die in frühere Zeit ge-hören und durch Adalbert vielleicht der Sammlung Alberichs entnommenwurden. Der Kern der Briefe stammt von Adalbert selbst und trägt auchteilweise seinen Namen. 2 Rose hat zuerst auf das Werk aufmerksam gemachter hat es aber für ein französisches gehalten und ist auf den italienischenUrsprung nicht gekommen, 3 wahrscheinlich weil neben den vielen franzö-sischen Namen auf f. 60 b eine grammatische Anführung ut Radulphus docetsich findet, die von Rose wohl mit Recht auf Radulf von Laon bezogenwird. Erst C. H.Haskins hat den Adalbert in seine Rechte als Verfasserdes Traktates eingesetzt. Die Briefe, von denen Haskins eine ganze Reiheabdruckt, sind zwar zum Teil erdichtet, besitzen aber nicht geringes kultur-historisches Interesse. In zwei Stücken handelt es sich um Bücher, einmalum ein aus Frankreich gebrachtes Exzerpt von Sententiae divinae, 4 dasanderemal um einen längst versprochenen Priscian (N. 13). Auch eine Bitteum Schreibtafeln und Griffel wird ausgesprochen (N. 7), während ein reicherHerr von einem Abgebrannten um die Erlaubnis gebeten wird, aus denBäumen seines Waldes Schindeln, Balken und anderes Bauholz schlagen zudürfen u. a. m.
Vielleicht hat Adalbert noch ein grammatisches Werk Introductionesin Priscianum verfaßt, denn diese Lesung ist wohl einzusetzen für das imalten Katalog von Pons-de-Tomieres 1276 vorhandene Werk Introduc-tiones perscicarum edite ab Alberto Samaritano, wenn nicht der Briefstellergemeint ist. 5
Zeugnisse. Zur Aufforderung nach Cremona vgl. De dict. epist. 1 (Haskins p. 203)Alberto doctori eximio . . . G. scolarium infi?nus . . . Magistralem igitur benivolentiam ad no-slram decedere urbem . . . deprecor ac proxima hyeme cum L scolaribus vel eo amplius docerequi dato pignore reddent te securum per annuale spacium tecum pennanere und 2 Albertus ...G. Cremonensi scolastico . . . peticionem . . . adimpleremus, si qua ratione convenienter posse-mus. Pignoribus namque aeeeptis ac fide data per nos annum Bononie morari ac Studiumindesinenter regere proposuimus. Zur Bitte an Hugo N. 5 U. Bondinensi archipresbitero ...Adalbertus Samaritanus . . . Bononiam Kalendis Augusti. . . igne crematam et in eius com-bustione meam supellectilem me amisisse sciatis et vix inde nudus evasi. Itaque . . . deprecorquatinus tua copia mea sublevetur inopia; Antwort Hugos N. 6 p. 205 unum fulcrum etpulvinar linteumque atque duo plaustra honerata unum vino alterum frumento tibi mittencuramus.
Precepta dietaminis. (ed. Krabbo, Neues Archiv 32, 71) Adalbertus Samaritanussuperno manere monachus Ti. suo diseipulo amantissimo . . . (72) Petis nempe . . . ut dieta-minum tibi precepta tradam et introduetionum imitans modum epistolarum ostendam. Daßnur ein Auszug noch vorliegt, meint Bütow, Die Entwicklung d. mittelalt. Briefstellerbis z. Mitte des 12. Jahrh. (Greifswald 1908) S. 30. Daselbst S. 28f. die Definitionen derKünste des Triviums. Benutzt wurden die Praecepta durch Henricus Francigena in derAureagemma nach Bütow S. 35. 40. 43. Überlieferung im Pommersfeld. 2750 f.49—55s.XII. Ausgabe von Krabbo, Neues Archiv 32, 71—78. Vgl. Haskins p. 201 ff. BütowS. 21—30.
De dietamine. Anfang De dietamine traetaturus primum eius diffinitionem ostenderedecrevi, quatinus ea cognita convenientius traetare queam. Dictamen est animi coneeptio reetaoratione aliquid componere . . . quibus omnibus in eo opere quod de metrica arte facere inten-dimus deo nobis vitam tribuente traetabimus. Nunc de epistolari prosayco videamus. Zu denfranzösischen Stücken vgl. Haskins p. 207ff. Überlieferung im Berol. lat. 181 (Phil-lipp. 1732) s.XIII f.56b—73, vgl. Val. Rose, Verz. d. lat. Hss. der Kgl. Bibl. zu Berlin1, 409ff. Achtzehn Briefe gab heraus Ch. H. Haskins, Mel. hist. offerts ä H. Pirennep. 203—208.
1 Bei Haskins a. a. O. S. 205 f. N.ll. 12. 1, 410.
2 N. 1. 2. 5. 6 bei Haskins p. 203 f. * N. 3 f. p. 204 Haskins.
3 Verz. d. lat. Hss. d. kgl. Bibl. zu Berlin 5 Delisle, Le cab. desmscr. 2, 548N.264,