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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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304 Zweiter Abschnitt. Die Artes

stalt die Seele der Scolastica den Körper verlassen haben soll. Mit geistlichenErmahnungen an die Brüder schließt die nicht eben bedeutende Predigt.

Ausgabe aus einem Casin. bei M ign e 66,941950 (unter Benedikts unechten Werken).

c) Alberichs Vita s. Dominici. Das Leben des Dominicus von Soradas von dessen Schüler Johannes beschrieben war (Anal. Bolland. 1, 282bis 298) ist dem Alberich bekannt geworden 1 und auf Bitten des MönchesDodo machte sich dieser an seine Umarbeitung. Er beklagt sich in derVorrede sowohl über den ungefügen Stil des älteren Werkes wie über dieUnrichtigkeiten, die es enthalte. Davon habe Dodo gewußt und daher habeihn dieser aufgefordert, an das Grab des Dominicus zu gehen und mit demAbt Benedikt von Sora, einem Verwandten des Heiligen, sowie mit den altenBrüdern Rücksprache zu nehmen, die noch unter Dominicus ihre Bildungerhalten hatten, und dann Leben, Tod und Wunder des Heiligen darzu-stellen. Der Abt wie der Mönch Hildeprand und besonders der alte Johannes,der als Knabe des Heiligen Schüler gewesen sei, hätten ihm vieles mitge-teilt. So habe er seinen Bericht und zwar in einfachem Stile gegeben. Undallerdings bemerkt man in jedem Abschnitt bei Alberich die bessernde Hand;er hat vieles übergangen und stark gekürzt, dabei aber die Chronologiemancher Daten geändert und diese wesentlich anders erzählt. Aber er be-nutzte neben der Vita auch die Miracula, wie sich aus der von ihm Kap. 21erzählten Ursache des Todes des Heiligen und aus dem Bericht in Kap. 22über das dem Tode vorausgehende Selbstgespräch deutlich ergibt, da beideErzählungen fast in denselben Worten gehalten sind. So dürfte nach derbesseren Berichterstattung Alberichs Werk vor dem des Johannes den Vorzugverdienen; die nähere Zeit seiner Entstehung wird sich aber nicht feststellenlassen.

Zeugnisse. In der Widmung an Dodo heißt es (Acta SS. Jan. 2, 442) Dominici ortumvitam obitumque et de miraculis quaedam . . . lacinioso impolitoque nimis quidam sermonedescripserat et... historiam vitiosam mendaciis vitiosiorem reddiderat. Quae ita habere seomnia . . . Dodo frater carissime . . . deprehendens jrequenti ... a ine tandem precum ex-torsisti instantia ut locum tecum illius sepulturae adirem reverendumque abbatem Benedictum(Soranum) Dominico tarn sanguine quam sanctitate propinquum reverendosque loci senes subdisciplina olim educatos Dominici convenirem eisque relatoribus . . . ortum vitam mortem-que . . . et de miraculis quaeque potissima stilo excultiore . . . memoriae mandarem. Egistiquestudio . . . ut nihil per me litteris mandaretur, quod non personarum idonearum testimoniisfirmaretur. Mulla enim eorum quae . . . de Dominico trado memoriae, in cognitionem mei exmemorati abbatis relatione perducta sunt, multa edidici relatore Hildeprando monacho. Plera-que vero Johannes senex grandaevus fermeque decrepitus ore . . . in auribus meis retexuü,qui in annis adhuc puerilibus Dominico in discipulum traditus cum eo ad ipsum usque estvitae exitum conversatus. Porro stilum in hoc opere figurae sum mediocris prosecutus, qui etperitiorum auribus horrori non esse debeat et minus eruditorum intelligentia percipi nonrefugiat. Von wichtigeren Zusätzen zur früheren Vita nenne ich 6 p.443 qui a simulacrodei Ammonis, quod ibidem olim divinis gentilitas cültibus honorabat, Petra-daemonis corruptequasi dei Ammonis usque in diem hodiernum vocatw, also noch im 11. Jahrhundert bewahrteman dort eine alte Tradition an den Ammonskult. 2 Alberichs Stil ist allerdings viel glatterund polierter als der des alten Lebens, namentlich ist die Wortstellung der des klassischenLateins sehr nahe, freilich wirkt sie in einem solchen Werke gekünstelt. Ausgabe in ActaSS. Jan. 2, 442446. Vgl. Neues Archiv 8, 218.

Daß Alberich auch in andern Gebieten der freien Künste sich umgesehenhat und schriftstellerisch tätig war, geht aus den weiteren Angaben bei

1 VerbindungzwischenDominicusundMon- Alberich die Worte nuncque in turribus lo-te Cassino geht aus Vita 21 p. 291 hervor. cupletum nunc in tabernis pauperum.2 Aus Horaz (Carm. 1, 4,13 f.) entnimmt