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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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303
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E. Briefe und Brieflehren 303

in s. Pelri hymnos . . . Sepultus vero est in urbe Roma iuxta ecclesiam sanctorumOuattuor Coronatorum. Eine Verwechselung mit dem Diakon Theophilus ist es jedenfalls,wenn Petrus unter den Büchern, die durch Desider ins Kloster kamen, aufführt (Chron.mon Cas. 3, 63; MG. SS. 7, 747, 6) Dialogum quem ipse cum Alberico diacono edidit demiraculis mönachorum loci istius. Vielleicht stammte Alberich aus Rom, da er nach MonteCassino zugewandert war und man ihn auf der Synode von 1079 dem Berengar entgegen-stellte und er in Rom begraben worden ist.

Liber dictaminum et salutationem. Eingang zu den Rationes dictandi (ed.Rockinger a. a. 0. S. 9) Cogimur erudiendorum sedulilati de ratione dictandi quedatnsummatim perstringere. Set ea rogamus ne dictandi peritus irrideat, ne emulorum lividusdens corripiat, ne ignarus artis abhorreat. Einteilung des Briefes S. 10 IV De partibusepistole. Cuius videlicet quinque sunt partes: salutatio, benivolentie captatio, narratio, pe-tüio conclusio. Nach ihrer Behandlung folgt S. 22 De diminutione epistole, S. 23 De con-mutatione partium, S. 25 De constitutione epistole (considerandum est in omni dictaminumsenere tres esse distinctiones . . . prima suspensiva, alia constans, tercia finitiva), S. 26 Devariatione epistole. Aus dem zweiten Buche druckt Rockinger S. 12 n. 1 und S. 19 n. 1nur kleinere Stücke ab. Der Widmungsbrief des Breviars wurde schon herausgegebenvon Wattenbach, Archiv f. Kunde österr. Geschichtsquellen 14, 67 f. (Wien 1855),vgl. hierzu S. 34 f. In diesem Briefe heißt es (Rockinger S. 29 f.) Albericus carissimisfratribus in Christo Gundfrido etGuidoni 1 benivolentie magistralis amorem. Quanto cupidinisisne ... exarserim, quantoque desiderio ut vestri cupido desiderii suppleretur exoptaverim . . .(30) Brevarium autem nostrum . . . vere breviarium erit, quia magis notationibus quibusdammemorie conservandis quam discipline preceptionibus constabit capiunde. Nee nova vos et in-cognila in hac brevitate operimini ediscituros, set vcl ea que iam viva voce nobis rejerentibus edi-dicistis, vel ea que per diversa estis scribendo opera dispertiti vos . . . nos hie noveritis collectu-ros. Die Erklärung griechischer Buchstaben beginnt er (S. 33) mit primas litteras patris etfilii et spiritus saneti grecas, zählt deren Zahlenwert zusammen und gibt mit andern Anfangs-buchstaben eine Komputation für die Jahresindiktion. Die aus Monte Cassino stammendenurkundlichen Beispiele (Gregors VII. und Heinrichs IV.) vgl. S. 37 und 39. 2 S. 41 begegnetdie Widmung des Servius De finalibus (Servius Honoratus Aquilino salutem) und die viel-leicht aus den Briefen ad Farn, entnommene Cicero suo Ciceroni salutem dicit. S. 43ff. be-gegnet eine Anzahl sprichwörtlicher Redensarten, die als Umschreibungen des eigentlichenGedankens von Alberich vorgeführt werden; einige werden dem Pythagoras zugeschrieben(Stateram ne transilias, non habeas irundines domi, cum incesseris ne revertaris; S. 46 be-gegnet der Vers Ne vendas obulo, quod possis vendere regno). Ob die betreffenden Teile derHss. das Werk vollständig überliefern, soweit sie überhaupt vollständig sind, läßt sichbeim Mangel einer kritischen Gesamtausgabe nicht unterscheiden; Rockinger hat nurgrößere Auszüge geliefert. Vgl. H. Bresslau, Handb. d. Urkundenlehre 2 2 , 248f.

Ueberlieferung. Das Werk kenne ich in alten Katalogen nur aus Passau s. XIII (Se-rapeum 25, 245) Summa Alberici. Auch Hss. sind heute selten. Kopenhagen, Kgl. S. 3545,8° s.XII. Monac. 14784 s. XII enthält alle drei Teile, Monac. 19411 s. XII das Brevia-rium, eine Breslauer Hs. (vgl. Archiv 11, 704) die Flores rhetorici als Radii dictaminum;auf eine Hs. aus Pistoja machte L. Zdekauer aufmerksam in Studi Sienesi 9, 77, die Teileder Schrift enthält. Auszüge gab heraus L. Rockinger, Quellen z. bayer. u. deutschen Ge-schichte 9, 1, 946. Vgl. A. Bütow a. a. O. S. 1520. Vielleicht gehören aber demAlbericus noch zwei grammatische Schriften an, nämlich im Katalog von Zwettl s. XII(Archiv f. Kunde Österreich. Geschichtsquellen 2, 1, 386) heißt es et Albericus monachus desoloecismo et barbarismo; dieselbe Schrift wird erwähnt in Heiligenkreuz vor 1381 (Mittel-alt. Biblkat. Österr., hrsg. von Th. Gottlieb 1, 72, 13) Liber de barbarismo Alberici (al.Alberti); 14 Regule de penultimis sillabis und 73, 28 Tractatum Alberici monachi (al. Al-berti) require in magna biblia und 30 De penultimis sillabis eiusdem in magna biblia.

b) Sermo in s. Scolasticam. In dieser kurzen Predigt gibt Alberich im

Prologe eine historische Einleitung über die Heilige und über ihr Verhältnis zu

ihrem Bruder, dem hl. Benedikt. Die Predigt geht vom Gleichnis von den zehn

Jungfrauen aus und verbreitet sich dann über das Öl der Barmherzigkeit,

wo der Verfasser, der jedenfalls Griechisch konnte, das Wort oleum von

zkzoc, ableitet. 3 Erst gegen den Schluß kommt er auf die Heilige zu sprechen;

er vergleicht sie mit der Taube, deren Vorzüge er rühmt und in deren Ge-

* Diese Namen begegnen in der Kloster- 3 Migne 66, 945C Oleum a misericordia2vi ZUr ^ e ^ Alberichs nicht. aeeipit vocabulum, eXeo? enim Graece Laune

Vgl. auch S. 41. misericordia dicitur.