Druckschrift 
3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
Seite
300
Einzelbild herunterladen
 

300 Zweiter Abschnitt. Die Artes

auch De hominis corruptione, bei John Percyhay 1392 die Opera Petri Blesensis. Die Hssder Briefe vgl. oben; E. S. Cohn (Engl, historical Review 41 (1926), 2360 hat 70 Hss'der Briefe aus England und Paris untersucht und für ihre Kritik das Resultat gewonnen, daßmehrere Ausgaben existieren und sich spätere Zusätze finden, sowie daß fremde Bestand-teile (aus Petrus von Vineis und Thomas von Capua) hineingelangt sind. Von Hss. deranderen Werke seien genannt Charleville 122 s. XIV, Douai 454 s. XV, Nimes 51s. XIII/XIV, Berol. Meerm. 185 s. XIII und 189 s. XIII, Cantabr. univ. Dd. IX 38 sXIV. Ausgaben: Opera ed. P. de Gussanville, Paris 1667 = Bibl. patr. max. Lugd 24911; ed. J. A. Giles, Oxon. et Lond. 1847 f. =Migne 207. Vgl. Wetzer und WeitesKirchenlexikon 9, 1865 f.; Kingsford a.a.O. S. 50ff.; Paul Lehmann, Die Parodieim Mittelalter S. 145. 172. 214.

Eine Vita Guthlaci ad Henricum regem ist neu gedruckt in Nova legenda Anglie collectby John of Tynemouth, John Capgrave etc. 2, 698 ff. (Oxon. 1901).

6. ALBERICH VON MONTE CASSINO

Zu der Zeit des Abts Desider von Monte Gassino kam der Diakon Albe-rich ins Kloster und ließ sich unter die Brüder aufnehmen. Ihm verdanktMonte Cassino eine reiche Auswahl von Schriften. Petrus, der Verfasserder Klosterchronik, erwähnt seine Werke, von denen aber die meisten ver-loren zu sein scheinen. Er war danach nicht nur ein hervorragender Schrift-steller auf dem hagiographischen Gebiete in Prosa und Poesie, sondern erscheint auch ein gelehrter Theologe gewesen zu sein, denn auf der römischenSynode von 1079 wagte niemand dem dialektisch geschulten Berengar vonTours zu widerstehen außer ihm. Im Zeitraum einer Woche nämlich ver-faßte er, wie Petrus erzählt, eine Widerlegungsschrift gegen Berengar, dieer auf die Aussprüche der Väter gründete und mit der er den häretischenAnsichten, wie man in Monte Cassino glaubte, den Todesstoß versetzte.Aber er trat auch als Anwalt des Papsttums gegen das Kaisertum auf, indemer eine Abhandlung über die Papstwahl gegen Kaiser Heinrich IV. schrieb,in der er wohl die tumultuarische Wahl Gregors dem Kaiser gegenüber ver-teidigte und das neue Wahldekret zum Ausgang nahm. Beide Schriftensind verloren. In das Gebiet der Moraltheologie gehörte wohl das gleich-falls verlorene Werk über die Jungfräulichkeit der Maria. Als Hagiographtrat er auf, in dem er das Leben der h. Scholastica verfaßte, der er auch eineH omilie und Hymnen widmete, und das Leb en des h. D ominicus von Sora unddie Passiones sanctorum Modesti et Caesarii darstellte. Ferner dichteteer über das Leben der h. Scholastica und schrieb Rhythmen auf Ostern,auf das jüngste Gericht und auf die Höllenstrafen, auf die Freuden des Para-dieses, auf den Tag des Todes und auf den reuigen Mönch. Hymnen dichteteer auf den h. Nicolaus, auf Paulus, St. Apollinaris, auf Petrus, auf dieAssumptio s. Mariae und auf die Himmelfahrt. Briefe verfaßte er ingrößerer Zahl an Petrus Damiani, woraus sein kirchlicher Standpunkt deut-lich hervorgeht, der sich auch ungefähr wenigstens aus den Themen seinerRhythmen ergibt. Endlich verfaßte er ein Werk über Musik in Dialogformund eine Schrift astronomischen Inhalts, falls wir dem wenig zuverlässigenPetrus von Monte Cassino trauen dürfen. Aber von alledem hat sich nurwenig erhalten und alle diese Schriften dürften danach nur eine lokale Be-deutung besessen haben. Doch hat Alberich bei Mit- und Nachwelt trotz-dem in hohem Ansehen gestanden und dazu verhalfen ihm einige Schriftenaus dem Gebiet der Dialektik und Rhetorik, vor allem, seine Summa