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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
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E. Briefe und Brieflehren 297

land (Collation. 3, 169) eine Kopie sah, die dem Erzbischof Gottfried vonYork gewidmet war, ein von Lei and gemachter Auszug ist im MonasticonAnglicanum 2,133 gedruckt. Vgl. Langlois, Not. et. extr. 34, 2, 2329.Zu der Schrift De amicitia ist zu bemerken, daß auch E. Bickel sie demCassiodor abspricht und dem Petrus zuerteilt; er hat zugleich den Beweis ge-liefert daß die zahlreichen Anführungen, die sich in ihr finden, aus demTraktate De spirituali amicitia 1 des Aelred von Rievaux genommen sind,der von Petrus reichlich benutzt wurde. 2

e) Gedichte. Daß Petrus in der Schule in der Dichtkunst gebildet wurdeund daß er noch in Tours selbst Gedichte gemacht hat, 3 ist schon oben er-wähnt; das sind wohl die von ihm in einem Briefe an den Magister Petrusvon Blois genannten nugae et cantus venerei, von denen er sich aber schonin früher Jugend abwandte, um in reiferem Alter jene lasciviores canti-lenae ganz aufzugeben und ernstere Stoffe zu behandeln; denn es sei ja,wie er meint, eine Torheit, allerhand Fabeleien von Herkules und Jupiterzu besingen und dabei Gott zu verleugnen. Daß er aber zu seiner Zeit alsrhythmischer Dichter berühmt war, bezeugt Walter von Chatillon, der ihnW. 3,7, 7 (Str. p. 41) an zweiter Stelle unter den Rhythmikern hervorhebt.Von seinen Gedichten hat sich nicht viel erhalten, und es gehört ihm nichteinmal alles, was unter seinem Namen gedruckt ist. So ist das größere Ge-dicht De eucharistiae mysteriis (Migne 207, 1135) von Petrus Pictor ver-faßt und das Gedicht De penitentia hat auch nichts mit ihm zu schaffen.

Zunächst sind mehrere kurze Stücke zu erwähnen, die Petrus in einemStreite, ob Bier oder Wein beim Trinken vorzuziehen sei, mit dem Dom-herrn von Salisbury Robertus de Bellafago (Beaufeu), einem Freunde desGiraldus Cambrensis und des Walter Map, 4 dichtete.

Zuerst erscheint Petrus auf dem Platze mit De commendatione viniin siebzehn durch Tiradenreim (-ena) gebundenen Hexametern. 5 Glücklichder Ort, sagt Petrus, wo Wein wächst, und glücklich das Haus, wo man denGästen Wein reicht. Aber unglücklich ist die Stätte, wo man den Hafer zuBier macht, das kein Wein, sondern Gift ist, und dessen Genuß die übelstenFolgen hat. Es ruft den Liebestrieb hervor und bildet in den Nieren denStein, der kaum mit Galiens Kunst entfernt werden kann. Daher ist eineinfaches Essen mit Wein besser als zehn Schüsseln mit Bier.

Robert von Beaufeu erwidert nun mit 25 Versen, die durch den glei-chen Tiradenreim gehalten werden. 6 Du trittst, sagt er zu Petrus, für denWein ein, weißt du aber nicht, was er angerichtet hat ? Denke an Loth undseine Töchter und Harn! Solches hat das Bier nicht bewirkt, da es nur beieinem einfachen Mahle erscheint. Der Wein aber ist der wirkliche Urheberder Liebe und gegen deren Fieber und Raserei vermag weder Galien nochein Zitherspieler oder die Nachtigall etwas; hier hilft nur ein phrygisches oderspartanisches Mädchen.

1 Migne 195, 695702. of National Biography 4, 36.

s Neues Archiv 45, 223234. 6 Beginn Felix ille locus quem vitis amenat

Er besaß sie später noch, hatte sie aber amena.

dann einem Neffen übergeben und erbat 6 Beginn Eloquio dulci vernans et voce se-

sie sich von diesem wieder zur Abschrift, rena.vgl. Maunde Thompson, Dictionary