296 Zweiter Abschnitt. Die Artes
Canterbury, sowie De Ierosolymitana peregrinatione (1188/1189)um auf die Beschleunigung des Kreuzzugs zu wirken. Aus der Zeit ist auchgeschrieben der Tractatus quales sunt mit dem Gegensatz res quakskabent, quales sunt dicti patres; 1 allerdings stammt die Schrift vielleichtnicht von Petrus, sondern von Wilhelm Prior von Grandmont. 2 Eine kurzeBelehrung über den Wandel des Bischofs richtete Petrus an Johann vonCoutances, Bischof von Worcester in De institutione episcopi, wo erscharfe Streiflichter auf die fürstliche Jagdlust fallen läßt und die harteBestrafung des Jagdfrevels brandmarkt. 3 Die Schrift De amicitia Chri-stiana ist auch dem Cassiodor zugeschrieben worden (Bibl. patr. max.Lugdun. 11, 1326 ff.), aber die Blütenlese aus antiken Autoren im Einfüh-rungsbriefe 4 und dessen Stil beweisen, daß diese Zuerteilung irrig ist. Frag-lich ist aber, ob De utilitate tribulationum dem Petrus gehört, dadie meisten Kopien anonym sind und nur die späten Merton Coli. 43 und47 es dem Petrus zuweisen; Haureau glaubt, 5 daß die Schrift ins 13. Jahr-hundert fällt. Vor Petrus aber fällt die Abfassung der Schrift Instructiofidei catholicae, die einen Brief Alexanders III. an den Sultan vonIkonium darslellt und ins Jahr 1169 gehört; 6 dagegen ist seine Schrift Deassertione fidei, die er selbst erwähnt, 7 verloren. Und das gleiche Schick-sal hat das Werk De praestigiis f ort unae erfahren, das wohl mehr welt-lichen Inhalts war und das er sogar an vier Stellen nennt, so daß er großenWert darauf gelegt zu haben scheint. 8 Er hat es unter anderen dem MagisterPetrus von Blois gesandt und spricht sich in einem Briefe an ihn kurz dar-über aus, daß er in dem Werke Heinrich II. verherrlicht habe. Kingsfordhält es daher für möglich, daß die Schrift mit der Ep. 14 (col. 45 D) genann-ten domini regis (nämlich Heinrichs II.) iam de actibus eius librum exmagna parta composui identisch ist; 9 mir erscheint es jedoch glaublicher,daß das zwei verschiedene Werke gewesen sind. 10
d) Von einer gewissen Wichtigkeit ist der Libellus de arte dictandirhetorice. Er sollte, wie Petrus im Vorwort sagt, den Liber de dictamini-bus des Magisters Bernhard und die Summulae Turonenses ersetzen, da dieseWerke zu weitschweifig und zu unvollständig seien. Das Werk selbst besitztnach L an gl o i s wenig Originales, es beruht auf Bernhard, Alberich von MonteCassino und anderen einschlägigen Werken aus Italien, nur die Bemerkun-gen über den römischen Kursus sind von Interesse. Die Zeit der Abfassungbestimmt sich nach den in den Briefen erwähnten Personen zwischen 1181und 1185. In alten Katalogen erscheint die Schrift einmal, und sie wirdheute nur durch eine aus Reading stammende Handschrift überliefert. —Endlich wird eine Vita Wilfridi auf Petrus zurückgeführt, von der Le-
1 Migne 207, 1007A. 7 Invect. in depravat. col. 1115 C et in
2 Vgl. Hist. litt. 15, 406 ff. und Kings- opere meo novello de assertione fidei.ford a. a. O. S. 50. 8 Ep. 4 col. 12B, 19 col. 71B, Invect. in
3 Vgl. Migne 207, 1110BC. depravat. col. 1115C und besonders Ep. 77
4 Macrobius, Seneca, Valerius Maximus col. 239 C.
und Horaz. 9 a. a. O. S. 50.
6 Not. et extr. de quelques mscr. etc. 4, 10 Opera 2, 100 und Patr. lat. 207,1127,
125 ff. danach Kingsford S. 50. Vgl. über ihn
6 Erhalten in Matheus Paris Chron. mai. Langlois, Bibl. de l'Ecole des chartes
ed. Luard 2,250—260. (1893) 54, 225.