B. Briefe und Brieflehren 295
undi tunc pueri. . . dispositio regni satis ad meum penderet arbitrium, quidam mei aemulimachinantes me a familiaritate regis excludere procuraverunt ut ecclesia Neapolitana me inarchiepiscopum eligeret; vgl. Ep. 90. Aufenthalt in Sens Ep. 72 col. 221G Cum dominusSenonensis me vocasset a scholari militia et . . . suae familiae ascripsisset etc. Zu den Missio-nen von England aus —■ als Kanzler in Canterbury vgl. Ep. 130 col. 384 Ioanni. . . Car-notensi episcopo Petrus Blesensis Cantuarensis archiepiscopi cancellarius — Ep. 71 CO .219C Cum dominus rex Anglorum me nuper ad dominum regem Francorum nuntium de-stinasset, libri legum venales Parisius oblati sunt mihi. Zur ersten römischen Gesandtschaftvgl. Hist. litt. 15, 343 und Ep. 41 col. 121C, 56 col. 171B. Zur zweiten Reise vgl. dasSchreiben Alexanders III. bei Twysden, Hist. Angl. SS. decem col. 1822, 19 ff. und Ep.68.158. Zur dritten Reise vgl. Twysden a. a. O. col. 1498, 57 ff. Sekretär der KöniginEleonore Ep. 144—146 col. 432 ff. Zum Leben vgl. Petri Bles. opera ed. Giles 1 p.VIIff.;Wright, Biogr. britann. lit. 2, 366 ff., Hist. lit. XV, 340 ff. und besonders Kingsfordin Dictionary of nation. biogr. 45, 46—52.
a) Briefe. Von den Schriften des Petrus galten im Mittelalter die 243Briefe als der wichtigste Teil, ihre Überlieferung ist danach sehr ausgebrei-tet. König Heinrich IL hatte ihn zur Sammlung seiner Briefe aufgefor-dert 1 und dabei mag manches geglättet worden sein, wenn auch Petrusviele Stücke gleich anfangs mit großer Sorgfalt abgefaßt hatte. Und sobringt er in seinen Briefen eine sehr große Zahl von Anführungen aus derrömischen Literatur, wovon er allerdings wohl vieles den Werken Johannsvon Salisbury verdankt, aus denen er Lesefrüchte auszog. Die Zahl der Briefeschwankt in den Ausgaben, jedenfalls stammen nicht alle von ihm, die ge-druckt sind. 2
Hardy, Descript. Catal. of Brit. hist. 2, 553 ff. zählt über 100 Hss. der Briefe auf; 3 dieälteren sind Carnot. bibl. civ. 247 s. XIII, Paris. 2604. 2605. 2607. Oxon. Bodl. 2017. 2327.2671. Turin Athen. 675 s. XIII. Berol. Meerm. 187. 188 s. XIII. Ausgaben: (Bruxelliscal480) s. 1. e. a., ed. Giles, Opera Petri Blesensis (Oxon. et Lond. 1847) I, Migne 207,1—562. Vgl. Kingsford a. a. O. S. 49 f.; Hist. litt. 15, 345—400.
b) Von Sermones des Petrus sind 65 Stücke auf uns gekommen. Hier istnatürlich wenig Veranlassung geboten, die beliebten Anführungen zu machen,und es finden sich nur einige Verse aus Vergil, Ovid und Iuvenal, 4 aber auchPrudent. Psych. 21 wird Serm. 65 col. 767 D und 768 B zitiert.
c) Besonders in seinen Opuscula ist Petrus im belehrenden Sinne desGeistlichen tätig gewesen. In einem der letzten, der Invectiva in de-pravatorem, 5 zählt er eine ganze Reihe dieser kleinen Schriften auf, diesich teilweise mit biblischen Erklärungen beschäftigen, besonders aber insGebiet der Moraltheologie fallen. Aber auch die Polemik fehlt nicht undPetrus berührt in einigen Schriften zeitgeschichtliche Dinge, wie er an jenerStelle 6 schreibt, daß er in allen erwähnten Werken — auch in den Briefen —stets freimütig gegen den König vorgegangen sei; Heinrich IL widmeteerdasCompendiumin lob, eine allegorische Erklärung des biblischenBuches, die der König selbst gewünscht hatte. 7 Eine weitere Schrift stellteinen Dialog zwischen Heinrich IL und dem Abt von Bonval dar, wobeider König von biblischen Stellen ausgeht und sich über die Undankbarkeitseiner Untertanen beschwert. Geschichtlichen Stoff behandelt die PassioReginaldi über den Tod Reginalds von Chatillon, Fürsten von Antiochia(t 1187), mit Benutzung von Briefen des Papstes und des Erzbischofs von
1 Vgl. Epist. 1 col. 1A. s Verfaßt um 1198.
2
3 Vgl. auch Giles^ Petri Blei opera 2, 7 Vgl."Migne"2077 795CD. Duac. 454 und
Vgl. hierzu Kingsford a.a.O. S. 49. 6 Invectiva, Migne 207,1115CD.
283
Berol. Meerm. 185 haben die Aufschrift Ba-
Serm. 24 col. 624, 55 col. 723, 65 col.761. siligeronthicon id est ludus senioris regis