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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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290 Zweiter Abschnitt. DieArtes

reise an den griechischen Hof auf, die er zu Ende 1157 wohl antrat, von derer aber nicht mehr in die Heimat zurückkehren sollte, da er am 19. Juli 1158zu Butellia in Paphlagonien starb.

Die Verdienste dieses Mannes um den deutschen Staat und die Kirchesind ausgezeichnete gewesen, da sich sein Wirken auf die höchsten Zieleder Menschheit erstreckte. Das Geschick hatte in ihm dem Kaiser einenMann erster Größe geschenkt, dessen Nachfolger Reinald von Dassel diePolitik Friedrichs I. fast im gleichen Geiste leitete. Die Bedeutung Wibaldsals Staatsmann und Feldherr, als Kirchenfürst und als Gelehrter erhelltaufs deutlichste aus dem in der Urschrift erhaltenen Teil seiner Briefsamm-lung, dervonll47bis in die Zeit kurzvor seinem Tode reicht (1157),währendder frühere Teil leider verloren ist. Diese Sammlung, von vielen Händenauf Befehl Wibalds geschrieben, enthält aber nicht nur dessen eigene Briefesondern besteht zugleich aus einem beträchtlichen Teil der gesamten kaiser-lichen, päpstlichen und bischöflichen Korrespondenz jener Jahre. Näm-lich Wibald überwachte in Stablo die Urkunden des Klosters 1 und sammelteaußerdem die Briefe, die an ihn kamen und von ihm abgesandt wurden,oder die von ihm für den König aufgesetzt und die an den König gerichtetwaren. So finden wir einen Briefwechsel Wibalds mit Kaiser Lothar, mitKonrads III. Sohn Heinrich und mit Friedrich I., 2 außerdem mit demgriechischen Kaiserhof, 3 Briefe Konrads III. an seinen Sohn Heinrich,der Dänenkönige Sven und Kanut sowie der römischen Großen an Konradoder Friedrich I. an den griechischen Kaiser. 4 Bedeutend ist die Zahl derBriefe von Päpsten oder an solche 5 und der mit den deutschen und italie-nischen Bischöfen und andern Kirchenfürsten gewechselten Briefe. 6 Wich-tig sind dann die Teile von Wibalds Korrespondenz, die sich aus seinenAbtsstellen ergaben oder die an einzelne geistig hervorragende niedereKleriker gerichtet sind. 7 Endlich kommen literarisch bedeutende Briefein Betracht, wie N. lf, wo sich Wibald von Rupert von Deutz über dieJungfräulichkeit unterrichten läßt, oder 13 die Widmung des Itinerariumde locis sanctis von Petrus Diakonus an Wibald, 19 Robert von Waulsortsendet seine Vita et miracula b. Foronnani an Wibald zur Begutachtung(Antwort N. 20).

Für die Ciceroüberlieferung ist von großem Interesse N. 207, wo Reinald,Propst von Hildesheim später Erzbischof von Köln dem Wibaldauf seine Bitte nach Cicerohandschriften mitteilt, daß es in HildesheimDe lege agraria, die Philippicae und Epistolae gebe, die er ihm aber nurgegen die Verpfändung von Gellius und vonOrigenes' Erklärung zum Hohen-liede einsenden werde. Wibald schreibt in N. 208 zurück, daß er gernsämtliche Werke Ciceros in einem Bande vereinigen wolle; des Gelliuskönne er augenblicklich nicht habhaft werden, 8 und so sende er ihm dafür

1 Jaffe, Bibl. rer. Germ. 1, 429 N. 301 B Vgl. 61. 395 f. 425; 2. 3. 84ff. 185.quoniam dominus abbas abest, in cuius cu- 401. 437 ff.

stodia et potestate privilegia aecclesiae no- 6 N. 57. 59. 157. 159. 387 (Ottos von Frei-

strae sunt. sing). 56. 207. 442.

2 Bei Jaffe N. lOf. 41. 48 (179). 78 7 N. 14ff. 2124. 58. 92ff. 98103.133Ö.(144). 446 ff. 452. 456. 148. 150f.; 13. 91. 166.

3 Jaffe N. 325. 411. 424. 432. 8 Er benutzt ihn Ep.167 p.285 (Noct.Att., 4 N. 90. 337 f. 214 ff. 410. 1, 6, 4L), vgl. Ep.153 p.258 (11,11).