D. Novelle, Archäologie, Memorabilia, Staatsschriften 281
nnera ■ a memoria hominum . . . laberentur, presumpsi ea . . . qualicumque slillo descri-here simplici pedestrique calamo satagens declarare . . . Ceterum rogo te, o lector, sinuid incultum vel minus apte positum reppereris, dones veniam sciasque me non multumin Prisciani regulis desudasse necdum me in florigeros Quintilliani Tulliique ortulos recu-basse Nachwort p. 107, 26 Hie ergo narrationi mee finern imponens lectorem rogo neincredibilia vel impossibilia me scripsisse contendat nee me iudicet reprehensibilem . . .auia non ut visa sed ut audita . . . a me scripta sunt; quamquam etiam si facta non sint, fieritarnen potuisse credendum. Ceterum autem cogetur nemo munus habere meum, neminemhec legere compello; das weitere p. 108, 1—8. Schluß Et cum hec negare omnia non possit,nostra quoque ut reeipiat necesse est.
Uebrigens ist Johannes wegen seiner angeblichen literarischen Unbildung allzu be-scheiden, denn er kennt sogar ziemlich viel Autoren, wie das Stellenverzeichnis beiHilka p Ulf. erweist; Ergänzungen hierzu sind p. 5, 17 Juv. 10, 22. 13, 24 = Boeth.cons phil.1,4,16f.,19, 32f.Ovid. Met. 10,402. 24, 31 Hor.Carm. 2, 6,13f., 25, 6 Aen. 1,24. 30,15 Aen. 9, 166. 31, 21 Aen. 1, 388. 33, 28 f. = Job 30, 31. 65, 15 loripes aus Juv.2 23.* Und die Sprache des Werkes ist eigentlich ziemlich gewandt, wenn auch oftrhetorisch aufgeputzt, vgl. z. B. p. 23, 14 ff. 31, 29 f. Seltene und späte Worte sind mehr-fach aufgenommen, so p. 6, 9 quintanae (= franz. quintaine); 6, 10 hastiludia vgl.Ducange 3, 634; 16, 14 contenebrati aus der Vulgata; 62, 7 morellus = subfuscus vgl.Ducange 4, 547; 74, 3 auripigmentum aus Plinius. 2 Von angeführten Versen bliebenunbekannt p. 39, 20 solvitur in risum, lacrimis madidatur amaris und 46, 20 miserosfaciunt loca sola beatos.
Ueberlieferung im Luxemburg. 110 s. XIII f. 139a (aus Orval); Prag. 2125 s. XVf. 126a; Prag. Metropolitankapitel G 42 s. XV f. 33a; Vindob. 4739 s. XV f. 129a;Innsbruck 60 s. XV f. 168a; Mus. Brit. Add. 18922 s. XV f. 61a; Danzig Ms. Mar. Q 27.Ausgaben von H. Oesterley, Joh. de Alta Silva Dolopathos sive de rege et septemsapientibus, Straßburg 1873 und von A. Hilka, Historia septem sapientum II. Johannisde Alta Silva Dolopathos sive De rege et septem sapientibus, Heidelberg 1913. ZurTextkritik G. Paris, Romania 2, 481; R. Köhler, Jahrb. f. rom. u. engl. Lit. 13, 328;Studemund, Ztschr. f. dtsch. Altert. 17, 415; K. Strecker, Ztschr. f. dtsch. Altertum58, 158f. 63, 125f.
7. HISTORIA SEPTEM SAPIENTUM
Von der Geschichte der sieben weisen Meister, die in der Literatur desOrients eine große Rolle spielt und von der es auch eine Gruppe westlicherVersionen gibt, ist die hebräische Version Mischle Sendabar insofern wichtiggeworden, als sie die Brücke zwischen Osten und Westen, allerdings nichtin ihrer bisher bekannten Form, sondern im Gewände einer lateinischenÜbersetzung gebildet hat. 3 Doch lag dem lateinischen Übersetzer bereitseine am Anfang und am Ende verstümmelte hebräische Handschrift vor,denn die ganze Einleitung ist gekürzt und die Erzählung führt gleich mittenin die Geschichte hinein. Der Weise Syndebar erzieht den Sohn des Königs,findet aber, als er ihn nach langem Unterricht zum Vater zurückbringenwill, in der Konstellation der Gestirne, daß der Jüngling sterben müsse,wenn er nicht sieben Tage stumm bleibe. Und als dieser nach seiner Rück-kehr wirklich stumm bleibt, erbietet sich ein schönes Mädchen, ihm die Redezurückzugeben. Sie rät ihm, sich mit ihr ehelich zu verbinden und ver-spricht ihm, seinen Vater zu töten. Der Jüngling gerät außer sich und rauntihr zu, daß er nach acht Tagen ihren Anschlag bekannt geben werde. Da zer-reißt sie ihre Kleider, rauft ihr Haar und zerkratzt sich die Wangen undkommt in solchem Zustand zum Könige und meldet ihm, daß sein Sohn siehabe überwältigen wollen. Daraufhin befiehlt der König seinen Sohn zutöten, doch die sieben Weisen wollen das verhüten, und während die sechs
1 Eine Menge biblische und profane Zi- 2 Vadum = Humen steht p. 23, 12.täte bringt K. Strecker, Ztschr. f. dtsch. 3 Vgl. A. Hilka, Historia Septem sa-AJt. 63, 120ff. pientum. I. (Heidelberg 1912) p. Xf.