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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
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278
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278 Zweiter Abschnitt. Die Artes

Accipiat itaque vestra dignacio libellum . . . accipiat inquam primos fructus plante, quamplantavit amicus vester, dominus Henricus monasterii mei venerabilis dispensator . .. Ce-terum rogo . . . ut super hoc michi rescribere dignemini, quatinus vestra rescriptio insertaopusculo eidem auctoritatem prebeat et tutelam.

Dolopathos. Diese Bezeichnung hat das Werk wohl nach der alt-französischen epischen Nachdichtung erhalten, denn die Handschriftendes Prosaoriginals geben Historia oder Chronica Lucinii oder einfachLucinius, während Johannes sein Werk De rege et Septem sapientibusbezeichnet. Der Inhalt der Erzählung ist folgender.

Ein König von Sizilien namens Dolopathos, 1 der in den glücklichsten Ver-hältnissen lebte, wird von seinen Neidern beim Kaiser Augustus angeklagtaber vollständig gerechtfertigt, so daß ihm der Kaiser seine Schwägerin,die Tochter des Agrippa, zur Frau gibt und den Tribut erläßt. Der Königbaut dann in einer seiner Städte einen großen Palast, 2 den er Palermo nennt.Nun fehlt ihm nichts zum Glück als Nachkommenschaft, und endlich wirdihm ein Sohn geboren, den er Lucinius nennt und der sieben Jahre lang vonAmmen genährt wird. Dann schickt ihn der Vater zu Vergil nach Rom, 3um die freien Künste zu lernen, und der Knabe zeigt einen solchen Lern-eifer, daß Vergil für ihn den Hauptinhalt der Artes liberales in ein kleinesHandbuch zusammenbringt. Er wird bald so gelehrt, daß er sogar alteLeute übertrifft, die ihn deshalb am liebsten umgebracht hätten und ihmbei einem Gastmahl auch vergifteten Wein vorsetzen, den er sie aber selbstzu trinken zwingt. Eines Tages aber bricht Lucinius beim Studium der Astro-nomie in seinem Lehrbuch wie tot zusammen; er wird jedoch durch einenarzneikundigen Sklaven gerettet und teilt seinem Meister mit, er habe beiseiner Lektüre aus der Veränderung der Luft deutlich gemerkt, daß seineMutter gestorben, sein Vater eine neue Ehe eingegangen sei und daß dieserGesandte an ihn geschickt habe, um ihn zurückzuholen, da er zum Königgekrönt werden solle. Vergil teilt ihm mit, er habe das auch schon gewußt,und läßt den Knaben, der sieben Jahre bei ihm geweilt hatte, einen Eidschwören, daß er so lange unbedingtes Schweigen gelobe, bis er ihn nachder jetzigen Trennung wedergesehen habe. Nach kurzem Geleit Vergilstrennen sich beide und schweigend kommt er mit seiner Begleitung vorPalermo an, wo der Vater ein großes Fest veranstaltet hat und ein glänzenderZug der ganzen Bevölkerung dem Knaben entgegenzieht. Am nächsten Tageteilt der Vater dem Lucinius mit, daß er ihm das Reich übertragen wolle,und als er auf das beharrliche Schweigen des Sohnes unglücklich wird,schreibt ihm der Sohn auf, die Ursache seines Schweigens sei der Tod seinerMutter. 4 Da erklärt sich die Königin dazu bereit, Lucinius heiter zu stimmen;der Vater aber setzt den siebenten Tag für die Krönung fest. Nun machensich die schönsten Mädchen des Hofstaates an ihn heran und wollen ihndurchaus zur Liebe reizen, die Königin gibt ihm starken Wein zu trinken,und als das alles nichts hilft, beschließt sie selbst Liebe in ihm zu erregen,

1 Wie unsicher man auch noch zu jener 2 p. 12, 5 (Hilka) In hoc . . .tot sunt ho-

Zeit in der sprachlichen Etymologie war, stia, quot in anno dies computantur.

bezeugt die Erklärung des Namens durch 3 p. 14,1 famosissimus poeta Virgiliusqui

Johannes (ed. Hilka) p. 4, 6 Dolopathos de Manthua Sicilie civitate oriundus.

id est dolum vel dolorem patiens ex greco i p. 33, 28 f. = Job 30, 31.latinoque sermone compositum.