D. Novelle, Archäologie, Memorabilia, Staatsschriften 277
ifi 6 fort wo sie von einem kurzen Epilog aufgenommen wird. Zu den treulosenFrauen vgl. Exemplum IX. X. XI p. 14f., XIII. XIV p.l7ff. Zum Aristotelesbrief
10 1 Ut. . . Aristotiles in epistola sua quam Alexandro regi composuit meminit und 34,21 Aristotiles in epistola sua castigavit regem Alexandrum ita dicens. Zum Alexandergrab
44 26 Item dictum est de Alexandro quod sepultura eius foret aurea et in pervio Om-nibus atrio posita.
Zu der Benutzung des Werkes bei Späteren vgl. die lehrreichen Noten von Val.Schmidt in seiner Ausgabe (Berlin 1827) S. 89—172; daselbst sind auch die Beziehungender Sprüche zur Bibel angemerkt. Uebrigens weichen die häufigen Bibelzitate des Petrusin seinem Dialog öfters beträchtlich vom Wortlaut der Vulgata ab und würden daraufhinzu untersuchen sein.
Viele einzelne Erzählungen wurden später umgeändert und finden sich so in der Ueber-lieferung, vgl. die Ausgabe von Hilka und Söderhjelm S. 57—67, desgleichen wurdenneue Erzählungen hinzugefügt, vgl. ib. S. 68—77. Die französische Version findet sich indrei Fassungen im Havn. 387 s. XIV in f. 80—99, im Bruxell. 11043—44 ca. 1467 f. 1—40und in einem Matrit. s. XV (gascognische Version), hrsg. von Hilka und Söderhjelm,Actasoc. scient. Fennicae 38 V S. 1—38. Frühzeitig aber wurden Stücke aus der Disciplinain 537 Distichen umgedichtet und das Ganze mit der Ueberschrift Alphunsus de arabiciscventibus versehen. Der Dichter hat sich sehr eng an seine Vorlage gehalten und nur ganzwenig Erweiterungen hinzugefügt. Diese Bearbeitung findet sich im Berol. Santen.Diez. B 28 f. 1—19 s. XIII und ist gedruckt von J. Stalzer, Stücke der Discipl. cler.des Petrus Alfonsi in lat. Versen der Berliner Hs. Diez. B 28, Graz 1912.
Ueberlieferung. Nicht selten verwendet Albertanus von Brescia den Petrus in derSchrift Liber consolationis etconsilii (ed. Thor Sundby, Havniae 1873), nämlich c. 13p. 36,11—17 eine Stelle aus dem Dialogus, aus der Disciplina 2 p. 11, 18f. 15 p. 40, 14ff.41,15. 20 p. 50, 3. 37 p. 84, 1. 40 p. 89, 23. 43 p. 98, 13; desgleichen in De arte loquendiettacendi (ed. Thor Sundby, Brunetto Latinos levnet og skrifter, Tillaeg) 1, 5 p. XGVIII2,1 p. XCIX; dort auch 1, 2 p. XCV Contra Iudaeos p. 3. Ein Zitat gibt Raimundus deBiterris im Lib. Kalilae etDimnaeed. Hervieux, Les fabulistes latins 5, 567 (Neassociesinimicis tuis — notabunt in corde). In alten Katalogen begegnet das Werk sehr häufig,nämlich saec. XII in Durham, Becund einer unbekannten französischen Bibliothek, s. XIIIin Weissenau, Glastonbury, Paris, St. Genevieve und in unbekannter deutscher Biblio-thek, s. XIV in der Sorbonne, in Arezzo, Mauerbach, Heiligenkreuz, Dover (dreimal),Durham (zweimal), 1 Peterborough (zweimal), saec. XV in Leicester, Erfurt, .Canterbury(viermal), Venedig, Melk, Wien. Hiermit würde beinahe die Hälfte der heutigen Hss.belegt sein, deren Hilka und Söderhjelm (p. I — XIV) 63 aufzählen. Daraus sind be-sonders zu nennen Oxon. Corp. Christi Coli. 86 f. 93 s. XIV. Bonn. 721 s. XV. Cantabr.PeterhouseColl. 252 f. 1 s. XIII. Paris. 11867 f. 184 s. XIII. Turin. D. V. 29 f. 356 s. XIV.Uppsal. C 390 f. 38 s. XV, vgl. p. XVIIIff. Ausgaben von J. Labouderie, Paris 1824 =Migne 157, 671—706; von Fr. Wilh. Val. Schmidt, Berlin 1827 (mit Einleitung undKommentar); 2 besonders von A. Hilka und W. Söderhjelm, Heidelberg 1911 (kleineAusgabe) und Helsingfors 1911 (Acta soc. scient. Fenn. 38 IV); vgl. hier p. XXXff. zurSprache des Petrus,
6. JOHANNES DE ALTA SILVA
Im Kloster Alta Silva (Haute-Seille) lebte um 1184 ein Mönch Johannes,der dem Bischof Bertrand von Metz (1179—1212) sein Erstlingswerk, denDolopathos, vielleicht noch im Jahre 1184 oder kurz darauf 3 widmete. Erspricht sich in der Widmung darüber aus, daß er nach langem Suchen ihnals vortrefflichen Mann erkannt habe und so wolle er ihm, dem Freund seinesAites Heinrich, dem er viel zu verdanken habe, seine erste Schrift weihen.Und er erbitte von ihm Antwort, damit diese, der Schrift beigefügt, ihrbesondere Autorität verleihe. Ob die Antwort erfolgte, wissen wir nicht.
Zeugnisse. Widmung (ed. Hilka p. 1, 1) Reverendo patri ac domino Bertrando . . .Metensi episcopo frater Johannes qualiscumque in Alta Silva monachus ... (2, 2) presensopusculum de rege et Septem sapientibus editum, primicias scilicet ingenioli mei vestrepatermtati transmisi et ut a vestre Minerve regula corrigatur et a vobis auctoritatem mutuet.
1 Surtees soc. public. 7, 25 Libri Petri S. 23—44.
Aldefonsi de phelosophia. 3 Ueber die Zeit vgl. H. Oesterley,
Baraus Abdruck bei J. Ulrich, Proben Iohannis de Alta Silva Dolopathos (Straß-
Q- lat. Novellistik des MA. (Leipzig 1906) bürg 1873) p. XI.