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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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D. Novelle, Archäologie, Memorabilia, Staatsschriften 273

besitzt. Ein drittes, De punitione peccati, behandelt die Sintflut und dieErrettung Noahs in recht lebendiger und eindrucksvoller Weise, wozu dieMannigfaltigkeit des Reimes und die Abwechslung in den Rhythmen nichtwenig beiträgt. Gegen die Habsucht Roms wendet sich ein anderes Gedicht,das in den Carm. Burana als N. XVIII erscheint. Es folgen zwei Stücke Decruce denarii und De nummo, die von der Allgewalt des Geldes handeln.De diversis ordinibus hominum, dessen Strophen sich aus drei Dreizehn-silbern und einem Hexameter zusammensetzen, spricht über die Ständeder Menschen, vom Papst und den Kardinälen beginnend und auf Könige 1und Bischöfe übergehend, dann vom Abt und Mönch, 2 von Grafen undHerren und Priestern, von Bürgermeistern, Bürgern und Kaufleuten, vonBauern und Bettlern. So enthält das Gedicht eine Art Weltspiegel, denn dieeinzelnen Stände werden meist scharf charakterisiert.

$) Die letzten Gedichte haben es mit Wettstreiten zu tun. Im ersten, DeClarevallensibus et Cluniacensibus, versetzt sich der Dichter in das schöneTempetal, das er mit den Reizen des Paradieses ausstattet, indem er ersteine Menge Blumen und dann die reizenden Vögel aufzählt, deren Gesangdas Tal erfüllt. Hier haben sich zwei Mönche niedergelassen, ein Gisterzienserund ein Kluniazenser, beide sind nicht mehr nüchtern, sondern vom Weineerhitzt streiten sie um die Vorzüge ihrer Orden und rufen den Dichter zumSchiedsrichter auf. Der Streit wird mit recht kräftigen Worten geführt,in die sich auch antike Dinge mischen, 3 als es aber zu Handgreiflich-keiten kommen soll, vertröstet der Dichter die Streitenden auf die Ent-scheidung St. Benedikts beim jüngsten Gericht, wobei einige französischeWorte 4 einfließen. In einem zweiten Gedicht streiten sich wiederum zweiMönche, Maurus und Zoilus; nämlich Maurus ist im schwarzen Mönchsge-wande, während Zoilus ein prächtiges, pelzbesetztes Kleid trägt. Der Streitgeht erst um die Kleider, dann auf die Verschiedenheit der Orden beiderbezüglich der Ausstattung des Klosters und bezüglich der Speisen und Ge-tränke, endlich um ihren Körperumfang. Schließlich rät Zoilus, mit Benutzungvon Pers.5,151, den Streit zu enden. Der Streit aber wird insofern mit un-gleichen Waffen geführt, als der eine der Mönche mit Witz und Klugheitin hohem Maße begabt ist. Die beiden letzten Gedichte vom Priester undPhilosophen und von Phyllis und Flora sind an andrer Stelle zu berührenund haben mit Walter Map gar nichts zu tun.

Ueberlieferung. Als Hss. kommen in Betracht hauptsächlich Mus. Brit. Harlei.978 und 2851. Cotton Vespas. A. 19 und E. XII, Titus A. 20. Sloane ms. N. 1580. Can-tabr. Ee. VI. 29. Oxon. Bodl. 581 f. 75b. 80. 81.118. Manche Gedichte sind gedruckt beiFlacius Illyricus, auch bei Leyser. Ausgabe von Th. Wrigth, The latin poemscommonly attributed to Walter Mapes, London 1841.

Zur Beschäftigung Maps mit der mittelalterlichen Sagendichtung (Lanzelot, KönigArthur, Gralsage) vgl. Th. Wright, Biogr. Brit. lit. 2, 303ff. Kingsford, Dictio-nary of National Biogr. 36, HOf. J. E. Sandys in The Cambridge history of Engl,hterature 1,190f. Vgl. zu Walter auch Hardy, Catal. of Materials 2, 485 und Ritchie,

1 Es ist für den englischen Ursprung be- dert abgefaßt ist.

zeichnend, daß vom Kaiser hier nicht die 3 Vs. 124 multo iuvenilius loquens Iuve-Hede ist, er wird erst Vs. 181 mehr zu- nah. 135 et cum Codro misero Croesum pre-dig genannt. feratis.

Vs. 81 Ordo mendicantium beweist, daß 4 Vs. 166 Mes sires, saint Beneit sit ee-

das Gedicht nicht vor dem 13. Jahrhun- strum levamen.H.d. A. 1X2, 3 18