D. Novelle, Archäologie, Memorabilia, Staatsschriften 271
y) De palpone et assentatore. Dies ungemein ausgedehnte Gedichtist in Zwölfsilbern geschrieben, die fast stets zu viert gereimt eine Strophebilden es besitzt — Wrights Zählung ist von 210 an falsch ■— 797 Verse.Der Dichter verkündet im Anfang, daß er genau wisse, auf welche Artman schnell reich werden könne, besser als durch Alchemie, attische Künsteund aristotelische Logik. Das sei die Kunst des Schmeicheins, die vomHofe des Kaisers und der Könige ausgehe und sich überallhin verbreite.Allein die Schmeichler kommen in der Welt zu Ansehen, während derAufrichtige Schaden erleidet. Das wird unter dem Aufwand von großerGelehrsamkeit durchgeführt, die namentlich aus der antiken Mythologieund Geschichte genommen ist. Dabei leidet das Gedicht allerdings an Weit-schweifigkeit und an Wiederholungen. Eigentlich ist der Dichter mit Vs. 610am Ende seines Themas, dann aber offenbart er sich mit großer Geschwätzig-keit Vs. 614. 618 und 627 als Gauterus miser und bittet in endlosen Wieder-holungen die Schüler (pueri), denen er das Gedicht widme, um Hilfe undBeistand; seinen Namen wiederholt er 635 und 665. Das würde ja zu Mappassen, aber nicht das Beiwort miser und die Bitten an die Schüler. Viel-mehr wird der Dichter in Wimborne-Minster gelebt haben, das der hl.Cuthburga geweiht war. Nämlich Vs. 567 und 574 führen darauf, da erdort das Kloster und die Heilige erwähnt. 1 Aber auch die endlose Breiteund die starken Wiederholungen schließen die Autorschaft Maps aus.Das Gedicht besitzt deutliche Hinweisungen auf den Prolog des Persius(Vs. 505f.) und auf Ciceros Academ. 4, 72 2 und weist ziemlich viel unge-wöhnliche Worte auf.
Ueberlieferung im Mus. Brit. Cotton Vesp. E II f. 88b. Entweder ist die Hs. oderder Druck bei Wright p. 106—130 recht fehlerhaft.
8) Cambriae epitome. Das Gedicht ist wohl nur deshalb' dem Walterbeigelegt worden, weil es eine Versifikation und Auszug aus Werken Giralds,des Freundes von Walter darstellt. Es mag eine Schülerarbeit sein, die abermit Map gar nichts zu tun hat. Der erste Teil des Gedichts handelt vomNamen und der Einteilung- von Wales und schildert den Charakter desVolkes und die Gegenden des Landes; er ist aus Giralds Cambriae descriptiogenommen. Der zweite Teil enthält die Schilderung von allerhand Merk-würdigkeiten des Landes und stammt aus Giralds Itinerarium Cambriae.Die Epitome besteht aus 406 gereimten jambischen Achtsilbern ohneStrophenbildung.
Ueberlieferung (außer in der Polychronica des Ranulphus Higden) im Mus. Brit.Reg. 13. D.If. 26b s. XIV und 13. E.If. 10b s. XIV.
e) Die nächsten Gedichte beschäftigen sich mit allerhand Gebrechen von
Welt und Menschen, namentlich mit der Habsucht, gegen die sich besonders
N. 29 Contra ambitiosos et avaros wendet, ein Gedicht von 52 Strophen
zu je vier Versen, von denen drei Dreizehnsilber sind, während als vierter
ein Hexameter angehängt wird, den der Dichter fast ausnahmslos aus der
antiken Dichtung entnahm. 3 Von ähnlichem Bau sind N. 30 und 31 De
Vs. 567 Cuthburgcun deprecor votis et tur, Ut Anaxagoras sensisse traditur.
vocibus, 574 procul a finibus pellat Wym- 3 Es sind Proverbien aus Juvenal, Horaz,
bu ™ ae - . . Lucan, Ovid, Vergil, Persius.
Vs. 267 Si nigra quaelibet nix esse dici-