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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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D. Novelle, Archäologie, Memorabilia, Staatsschriften 269

Dann das Sigillum Walteri Map 1 und die gegen die Zisterzienser gerichteten

Worte Lancea Longini, grex albus, ordo nefandus 2 Außerdem finden sich

in den schon oben genannten Distinctiones monasticae, wie P. Lehmann

darlegte, zwei Anführungen aus den Dichtungen Walters. Die eine richtet

sich mit aller Schärfe gegen die Habsucht der Zisterzienser und die andre

ist ein scharfes Epigramm auf den Tod Richards I. bei Chaluz (1199). Ohne

Zweifel hat Walter aber mehr gedichtet, sonst wäre die Übertragung so

vieler Poesien in den Handschriften auf seinen Namen nicht zu verstehen.

Es ist daher geraten, die ihm beigelegten Dichtungen hier einer kurzen

Durchsicht zu unterziehen.

Das Sigillum Walteri Map gedruckt bei James p. XXXVIII und der Vers gegen dieZisterzienser in Latin poems com. attrib. to Walter Mapes ed. Th. Wright p. XXXV.Der Aufsatz von P. Lehmann steht in Münchner SB. 1922 N. 3. Die erste Stelle derDistinct. monasticae bei Pitra, Spicil. Solesmense 3,472 De quo igne avaritle nos albosmonachos mordacissime reprehendit magister Walterus cognomento Maph his versibus:Absit qui clero nunquam potu.it bona Celle Griseus ardescens sine braccis et sine pelle. Diezweite 3 ib. 2, 466 Calix . . . media producta nomen est castri siti in territorio Lemovicensi,in cuius obsidione Richardus rex Anglorum . . . telo baliste vulneratus inter paucos diesinterüt. Quem casum magister Walterus Map facetissimis expressit versibus et verbisdicens: Christo, tui calicis praedo fit praeda Calicis, Aere brevi reicis, qui tulit ae t ra crucis.

a) Metamorphosis Goliae episcopi. Der Dichter wird im Traumein einen Hain versetzt, wo eine rauschende Musik ertönt und auf freiemFelde eine Königsburg steht, die ganz mit Kunstwerken bedeckt ist. 4 Innensitzt der König auf einem Throne und beherrscht von hier aus das Welt-ganze. Die antiken Gottheiten sind zu seinem Dienste und vor ihm stehenvier Urnen, die mit den Urstoffen angefüllt sind. Das Walten von Venusund Kupido ist sichtbar und die Weisen der Welt umstehen den Thron undDichter und Prosaiker haben hierzu ihre Geliebten mitgebracht; auch be-rühmte mittelalterliche Lehrer sind in großer Zahl erschienen. Doch be-schließen die Philosophen endlich, die Mönche aus den Schulen zu verjagen.

Das Gedicht, das aus 59 vierzeiligen gereimten Strophen von Dreizehnsilbern besteht,geht sicher auf einen englischen Kleriker zurück, der der Schüler des Manerius ge-wesen ist, verheiratet war und mit seinen Versen Stimmung gegen die Mönche machenwollte, die den Abaelard so schändlich behandelt hatten. Der Dichter trifft sich hierinmit Walter Map, von dem das Gedicht aber wohl nicht stammt; die Meinung H.Brink-manns, 5 daß es wahrscheinlich um 1150 entstanden ist, ist aber ganz unsicher. Voneinem gewissen literarischen Interesse sind die Namen der antiken Dichtergeliebten:Vs. 177 Secum suam duxerat Cetam Ysopullus," Cynthiam Propertius, 1 Deliam Tibullus,Tullius Terentiam, Lesbiam Catullus . . . Plinium Calpurniae succendit scintilla, UritApuleium sua Pudentilla. Wichtiger aber sind die Namen der Vs. 189216 aufgeführtenzeitgenössischen Philosophen und Lehrer, unter denen Abaelard (Vs. 200. 213ff.) beson-ders hervorragt. Es werden genannt Adam de Parvo ponte, Ivo, wohl der Bischof vonChartres und berühmte Kanonist, der Grammatiker Petrus Helie, der große TheologePetrus Lombardus, Bernhard von Chartres, der Lehrer der Grammatik Reginald,übrigens sonst unbekannt geblieben, wenn er nicht mit Reginald von Canterbury 8 zuidentifizieren ist. Ferner Robert von Melun und Robertus Pullus (211 Robertus Amictus

1 Aus Hereford. capit. O. 3. 8 s. XII, vgl. 6 = Aesopullus; die Form ist wohl des

James p. XXXVIII Munera si vitas, Reimes wegen (Tibullus) erfunden.

transcendes archilevitas. » Aus Apul. Apol. 10 Propertium qui

. vgl. Poems of W. Mapes p. XXXV, aus Cynthiam dicat; daher auch die Angaben

einem cod. in Bodl. Ashmolean library. zu Tibull und Catull (Catullum quod Les-

ij p Wei Verse erscheinen auch bei Gi- biam. . . nominarit. . . Tibullum quod ei

In ii T mloT - de principis instructione 3, sit. . . Delia in versu).

« |? d - Warner, Giraldi opera 8, 326). 8 Vgl. Diction. of National Biography 47,

5 tT u Ista domus locus es t universitatis. 420f. und Wright, Anglo-latin satirical

Mschr. f. deutsch. Altert. 62, 33f. poets 2, 259ff.