D. Novelle, Archäologie, Memorabilia, Staatsschriften 249
nlurium dilectissimorum meorum cogor, que apud Romam maiori admiracione digna didicisrrißto assienare. . . . Sed vicit tandem apud me votum consodaliumverecundiammeam. Daß
selbst Lehrer war, ergibt die Aufschrift Prologus magistri Gregorii de mirabilibus queRome auondam fuerunt vel adhuc sunt et quorum vestigia presens memoria hodie retinet.Schon hierin prägt sich das Andeuten auf Zurückgehen zur Sage aus, was noch durch dieEingangsworte Incipit narracio de mirabilibus urbis Rome que vel arte magica vel humanolabere sunt condita gesteigert wird. Bezüglich der Zeit vgl. Rushf orth, The Journal ofRoman studies (1919) 9,16f.
Narracio de mirabilibus Rome. Gregor erzählt an mehreren Stellenseiner Schrift, wie er die einzelnen Werke besichtigt, daß er Messungen anihnen vorgenommen und von den Kardinälen die nötige Belehrung empfangenhabe. Aus der letzteren Tatsache ergibt sich, daß er ein höherer Geistlicherwar und mit den höchsten kirchlichen Kreisen in Rom im Verkehr stand.Jedenfalls hat man ihn in die Lokaltradition über die einzelnen Werkeeingeweiht, die er beschreibt, und es ist von nicht geringem Interesse zusehen, wie sich hierin die geschichtliche Überlieferung aus dem Altertummit späterer Sage vermischt hat. Zugleich aber erfährt man über mehrererömische Kunstdenkmäler, besonders über Triumphbögen und Ehrensäulen,allerhand Dinge, die man heute nicht mehr wissen kann, da die Denkmälerverschwunden sind. Und es ist bei der genauen Autopsie des Verfasserskein Zweifel, daß er wahrheitsgetreu berichtet hat. Außerdem ist es für dieBildung des Mannes bezeichnend, daß ihm bei der Betrachtung der WerkeStellen aus Lucan und Ovid und Vergil vorschweben, die innerlich dazu inBezug gesetzt werden können. Und dabei fehlt ihm im Gedächtnis auchnicht das eindrucksvolle Gedicht, das Hildebert auf den Untergang Romsverfaßt hat. Eine Stelle der Schrift aber bezeugt deutlich, daß die Nieder-schrift in Rom selbst erfolgte, denn Gregor meint in Kap. 25, daß es ihmjetzt unmöglich sei, mitzuteilen, zu wessen Ehren fünf große Säulen gesetztworden seien; doch werde er nach seiner Rückkehr von der Reise fleißigdarüber nachforschen und das Resultat seinen Freunden mitteilen. Es ergibtsich also aus dem kleinen Buche als sicher, daß der Verfasser ein gebildeterMann war, dem es darum zu tun gewesen ist, sich über die KunstwerkeRoms eingehend zu unterrichten und wahrheitsgemäß darüber zu schreiben.
Im Eingange bemerkt er, daß ihm schon die ganze Übersicht über diegroße Stadt bewundernswert erscheine 1 und wenn auch die Stadt von ihrerHöhe gestürzt sei, nie könne ein anderes Ganze mit ihr verglichen werden. 2Nachdem er dreizehn Tore Roms aufgezählt hat (Rushf orthp.l9f.), gehter zur Beschreibung der ehernen Standbilder. Das zweite derselben solleeinen Marcus oder Quintus Quirinus darstellen — gemeint aber ist mit demletzteren der M. Curtius der Sage, da dann dessen Opfertod erzählt wird ■—und Gregor gibt dann für jede der beiden Versionen die Überlieferungvon der Entstehungsursache des gewaltigen Reiterbildes. Die dritte Statueist die Imago Colosei oder des Sonnengottes, die einst auf der Insel desHerodius stand 3 —• gemeint ist Rhodos — und durch Papst Gregor I. bisauf den Riesenkopf und die rechte Hand vernichtet wurde. Dann schildert
1 Hier kommen ihm Lucan B. C. 3, 90ff., (Engl. hist. Rev.32, 546) 6 Fuit enim lon-
' 2 2, llf f- . un d 199 in den Sinn. giludo eius, ut scriptum repperi, CXXVI
•,-, r , z ' t ' ert; k' er Hildeberts Par tibi Roma pedum. Gregor hat also auch geschriebene
"'«* vs.lf. (Migne 171, 1409). Quellen benutzt.Ihre Lange wird auf 126 Fuß angegeben