248 Zweiter Abschnitt. Die Ar.tes
im Riccard. 228. Hinzukommt Prag. XIV H. 33 und die Graphia. Vgl. Liber censuumde'legliseRomainepubl. parM. P. Fabre et L. Duchesne, Parisl910; MirabiliaRomaeedParth e y p.Vff. Neuere Ausgaben (alte bei H ain 3,11174—11188 p. 414) von N ibby inEffemeridi letterarie di Roma p. 62.147.378 (1820); Grässe, Beiträge z.Lit.u. Sage desMA.S.l—26 (Dresden 1850); G.Parthey, Mirabilia Romae (Berlin 1869); H.JordanTopographie d. Stadt Rom im Altertum 2, 607—643.
Zeugnisse zur Graphia. Zu Italus etc. vgl. Ozanam, Documents inedits p. 156/1-lisque diebus Italus rex cum Siracusanis ad Janum et Saturnum veniens construxit civitatetniuxta Albulam flu/nen eamque ex suo nomine vocavit et Albulam flumen ad imaginem fossaeSiracusanae, que Tibris appellabatur, Tibrim nominaverant. Hemiles quoque filius post heccum Argivis, ut Varro describit, ad regnum Jani veniens jecit civitatem Valentiam sub Ca-pitolio. Post hunc Tibris rex Aboriginum cum gente sua veniens edificavit civitatem iuxtaTiberim, iuxta quam occisus est ab Italo rege. Die letzten Abschnitte über die Einsetzungvon Beamten haben als Ueberschriften Qualiter patricius sit faciendus. Qualiter iudex con-stituendus sit. Qualiter Romanus fieri debeat. ■ — Genannt wird die Graphia im ManipulusFlorumdes Galvaneus Flamma (Muratori, SS. rer Ital. 11, 540 B) sedsufficit quodchro-nica, quae dicitur Graphia aureae urbis, quae est liber valde authenticus historias Romano-rum antiquas describens, dicat quod intraverit (sc. Noe) Italiam et quod civitatem in partibusRomae construxerit.
Ueberlieferung im Laurent. Plut.LXXXIX inf.41 s. XIII—XIV, vgl. Bandini,Cat. codd. Cat. bibl. Laur. 3, 402. Ausgabe von Ozanam, Documents inedits 155—183.Vgl. Ozanam a.a.O. p.85ff.
In der Umarbeitung des 13. Jahrhunderts hat der Verfasser in einem größeren Anhang 1sein besonderes Augenmerk auf die bedeutendsten Kirchen Roms 2 gerichtet, die er zumTeil ausführlich beschreibt. Auch die Sage kommt hierbei zu ihrem vollen Recht, wie erin Kap. 53 wunderbare Dinge vom Kaiser Konstantin berichtet. Literarisch könnte no-tiert werden, daß der Verfasser bei Gelegenheit des Klosters, in dem Benedikt VI. Mönchwurde, ein von diesem geschriebenes Exemplar der Dialoge (Gregors I.) erwähnt (ed.Parthey p.58, 5ff.).
Ueberlieferung im Ottobon. 2072 s.XIV. Vat. reg. 1446 s. XIV—XV. Vat.4265s.XIV und die Hs. von Montfaucon, Diar. Ital. 282 3 Ausgaben von Montfaucon,Diarium Italicum p. 283—298 (Paris 1702) und von G.Parthey, Mirabilia Romae,Berlin 1869. Vgl. H. Jordan a.a.O. S. 363f. und Parthey, Monatsberichte d. Berl.Akademie 1869, 685f. Fed. Schneider, Rom u. Romgedanke i. MA., München 1926.
2. GREGORIUS MAGISTER ANGLICUS
Ein Magister Gregorius, der im 12. oder zu Anfang des 13. Jahrhundertsin einer anscheinend größeren Schule Englands, vielleicht in einer Bischofs-stadt und zwar möglicherweise in Canterbury tätig gewesen ist, hatte eineReise nach Rom gemacht und bei seinem Aufenthalt in Rom die altenKunstwerke dieser Stadt kennen gelernt. Darüber machte er Aufzeich-nungen, denn bevor er seine Reise antrat, war er, da man großes Ver-trauen in ihn setzte, von seinen Kollegen im Lehramt und besonders vondem Lehrer Martin 4 sowie von seinem „Herrn" Thomas 5 gebeten worden,eine Schrift darüber herauszugeben. Er zögerte zwar, den Bitten nach-zukommen, verfaßte aber doch endlich in Rom ein kleines Werk, das vonden Mirabilia Romae durchaus verschieden ist und anscheinend nur in einereinzigen Handschrift überliefert wird. Er scheint es allen Klerikern seinerKirche gewidmet zu haben.
Zeugnisse. In der Vorrede heißt es (M. R. James, Engl, historical Review 32, 543)Multo sociorum meorum rogatu et precipue magistri Martini et domini Thome et aliorum
1 ed. Parthey 52—102 p.47—62. s Das könnte der Erzbischof Thomas
2 St. Maria major, St.Peter, Lateran, Becket sein, wenn die Vermutung bezüg-St. Paolo, St. Maria nova, St. Maria Trans- lieh Canterburys richtig ist. Da Gregor intiberim. Rom mit den Kardinälen in Verkehr trat
3 Andere bei Parthey p. IXff. XIVf. (s. unten), so ist doch wohl bei ihm nur an
4 magistri Martini könnte auch, von m ei- eine bedeutendere Persönlichkeit zu den-nem Lehrer übersetzt werden. ken.