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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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D. Novelle, Archäologie, Memorabilia, Staatsschriften 247

nannt und sein Sohn Hemiles habe im Reiche des Janus mit den Argivemdie StadtValentia unter dem Kapitol angelegt. Nachdem Romulus endlich alledie auf Roms Roden errichteten Städte mit einer Mauer umgeben, habe er dieGesamtstadt nach seinem Namen benannt und eine große Zahl Völker seienhier zum Wohnen zusammengekommen. 1 In dieser historischen Einleitungzur Ortskunde Roms ist, wie man sieht, Antikes mit Alttestamentlichemzu krausem Gemisch verbunden und die wunderlichsten Tatsachen werdendem Leser aufgetischt. Es folgt nun der Hauptteil des Werkes, der dieMirabilia Romae mit wenig Auslassungen wiedergibt und die Reihenfolgeder Kapitel nur insofern verändert, als er die Stadtsagen quare Octavi-anus vocatus sit Augustus wird ausgelassen in Teile der Periegese ein-schiebt. Die Zusätze, die der Verfasser der Graphia macht, sind nicht zahl-reich und sie sind von Jordan herausgehoben worden, 2 doch fehlt das p. 158 f.erzählte Wunder der h. Lucia, wonach der betreffende Ort noch heute admanum carneam heiße, und der Inhalt der Rundeslade, die nach dem Siegedes Titus in den Tempel der Pax gelangte. Die stilistischen Änderungen aber,die der Verfasser vornahm, sind nicht imstande, den Wert der Graphiaals eines der Haupttextzeugen irgendwie zu schmälern. 3 Der dritte Teilder Graphia ist ein völlig neues Werk und handelt vom Hofzeremonielldes Kaisers. Es setzt mit dem Theater und den Schauspielern ein und gehtdann zur Kleidung des Kaisers, zu seinen Abzeichen und Ehrenvorrechtenüber, schildert die Regleitung, die ihn umgibt, spricht von seinen Pferdenund Eunuchen und handelt schließlich von den Formeln, durch die er dieMagistrate einsetzt und römische Rürger ernennt. Einige Stellen über diespanischen Spiele, über Triumphe, Waffen, Pferde und Soldaten sind sicheraus Isidor geholt, aber das übrige stammt, wie Ozanam mit Recht hervor-hebt, nicht aus der germanischen Zeit des Kaisertums, sondern die vierKlassen der Eunuchen weisen deutlich auf eine Periode, als Rom noch dieOberhoheit des Kaisers von Ryzanz anerkannte, also in die Zeit des 6. bis8. Jahrhunderts, und es läßt sich manches mit dem Inhalt der Libri II decerimoniis aulae des Gonstantinus Porphyrogenetos vergleichen, die erst ins10. Jahrhundert gehören.

Die Abfassung der Graphia aber kann erst nach dem Jahre 1154 erfolgtsein, da hier in 20, 1 der Mirabilia der Sarg der Helena als jetziges Grabdes Papstes Anastasius IV. (f 1154) erwähnt wird und die Worte in 29 nuncest domus filiorum Petri Leonis gleichfalls erst in der Mitte des 12. Jahr-hunderts gesagt werden konnten.

Ueberlieferung der Mirabilia. Die älteste Form vertreten 1. das von Romoaldvorangestellte Exemplar im Vat. 3973 s.XIII f. 114. 2. Benediktus, Kanonikus vonSt.Peterin Rom verfaßte einen Liber polipticus (vor 1143 beendet), den er dem KardinalGuido von Castello (nachmals Coelestin II.) widmete; erhalten im Vallicell, F 73 und imVat. 5348 s. XV. 3. Der Kardinal Albinus stellte 1188 ein Buch über die Temporaliendes hl. Stuhles zusammen und nahm in Buch 10 Benedikts Arbeit auf, erhalten im Otto-bon. 3057 s.XIII. 4 4. CenciusCamerarius (späterHonorius III.) nahm 1192 die Mirabiliain seinen Liber censuum N. XXXI XLIII auf, erhalten im Vat. 8486 (Original) und

1 Ozanam a.a.O. p.156 Etrurienses, Sa- 2 a.a.O. S.371ff.

bmenses, Albanenses, Tusculani, Polita- 3 Der Hauptteil des Textes steht bei Oz a-

nenses,Telenenses,Ficanences,Janiculenses, nam p.156172.

tamennenses, Capenati, Falisci, Lucani, 4 In beiden Werken sind die Mirabilia

xtah - enthalten.