C. Scholien und Exzerpte 241
Balliol Coli 296 s. XIV. Ausgabe von W. Jansen, 1 der Kommentar desClarenbaldus von Arras zu Boethius de trinitate, Breslau 1926, p.3*—148*.Balderich von Bourgueil verfaßte auf einem Totenrotulus ein Gedicht aufeinen Clarenbald, vgl. Ph. Abrahams, Les oeuvres poet. de Baudri deBourgueil, Paris 1926, N. 75. Doch kann sich das kleine Gedicht nicht aufClarenbald von Arras beziehen, da Balderich schon 1130 gestorben ist.
f) Robertus Canutus Crikeladensis. Robert war Prior in Oxfordund lebte in der Mitte des 12. Jahrhunderts. Er hat eine nicht geringe Zahlvon biblischen Büchern mit Erklärungen versehen, theologische Senten-zen verfaßt und dogmatische und moralische Werke geschrieben. 2 Hieraber ist wichtig, daß er vor 1172 die Naturalis historia des Plinius in einenAuszug von neun Büchern brachte, den er dem König Heinrich II. von Eng-land widmete. Seine Unterlage hat freilich für die Kritik keinen besonderenWert, und sie war, vielleicht schon in karolingischer Zeit, mit Solin interpoliert.Nach der Widmung an Heinrich II. setzt er eine Vorrede an den Leser, inder er mitteilt, daß er nichts eigenes in das Werk gebracht, sondern nur hinund wieder ein Kapitel oder einen Satz aus Plinius selbst hinzugesetzt habe.Nur am Rande habe er zuweilen zur Erklärung schwieriger Stellen Bemer-kungen gemacht. Im Guelferbytanus fehlen solche Bemerkungen, wenn sienicht dort in den Text geraten sind, wie sich zu 7, 179 ergibt. 3 Robert hatan den Worten des Plinius wenig geändert und nur seine Vorlage gekürzt,zuweilen auch einige Paragraphen verstellt. 4 So ist der Wert seiner Arbeitnicht eben hoch zu veranschlagen, doch läßt die Widmung an Heinrich ILschließen, daß der englische König wissenschaftliche Dinge zu schätzenwußte.
Widmung an den König bei Rück, München. SB. 1902 S. 265f. Die Vorrede imGuelf. (Plinius ed. Sillig 2 1, XLII) Nihil omnino de meo interpono sed integrumquandoque capitulum integramque sententiam de rebus quas in notitiam ducere libuit,non meis sed Plinii integerrimis verbis conscribo. In margine autem, ubi necessariumputavi, super iis maxime quae obscura vel gravia ad intelligendum proponuntur, ingeniolimei qualemcumque capacitatem communicavi, nulluni praeiudicium doctoribus faciens.Ueberlieferung im Cantabr. Bton 134 s. XII/XIII (Buch 2—9); Guelf. 692 (F. A. Ebert,Bibl. Guelf. codd. graeci et latini class. p. 134); Mus. Brit. Reg. 15 C XIV s. XIII und eineHs. in Cantabr. St.James Coli. Vgl. Fabricius 1, 305; JohnBale, Index Britanniaescriptorum, Oxford 1902 p.368ff., Plinius ed. Sillig 2 1, XLVIIf und Allgem. Schulzei-tung 1833 N.52 p.413; Welzhofer, Ein Beitr. z. Handschriftenkunde der Nat. hist. desPlinius, München 1878; K. Rück, Die Nat. hist. des Plinius im MA., München 1898,S.lOf., Ch. H. Haskins, Studies in the history of Mediaeval Science (Cambridge 1924)p. 168ff. Titel: Abreviationes ex Plinio li. IX. Anfang ,Plinius Secundus novem mensesequestribus militiis' vel potius ,Studiosis autem precipue claustralibus et scholasticis'. . .vocaturque defloratio naturalis historie (aus Eton.134 nach Bale). Vgl. Dictionary of Na-tional Biography 48, 368 f.
2. LAMBERT VON ST.OMER
Lambert, der Sohn des Kanonikus Onulf von St. Omer, der im Jahre 1077
gestorben war, wurde ebenfalls Kanonikus jenes Stiftes. Seine Bildung muß
eine universale gewesen sein, denn in dem von ihm hinterlassenen Werke
spielt eigentlich nur die Philosophie eine geringe Rolle; er klagt über seine
Vgl dort p.l8f. zum Kommentar und speculum fidei in uno vol.st —148 zu dessen Bedeutung. 3 Hier steht Sed his vaticiniis non creden-
In Lyre wird von ihm s. XII genannt dum cum saepius falsa sint.£atal._gen. des depart. (8) 2, 381) N.67 4 So 3, 68. 66. 7, 41. 37. 175. 174.noberti Crikeladensis über qui intitulaturH.d.A. 1X2, 3 16