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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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242 Zweiter Abschnitt. Die Artes

Zeit, daß der Wissensdrang in ihr fast verschwunden sei. Das Werk, um

das es sich handelt, ist der Liber floridus, das Buch der Blütenlese, das er

im Jahrell20 vollendete. Von weiteren Lebensumständen ist nichts bekannt.

Zeugnisse. Zum Vater vgl. Lib. flor.43 (L. Delisle, Not. et extr. 38, 628), wo in deneingetragenen Annalen zum Jahre 1077 steht VI Kai. Febr. Onulfus canonicus, paterLam-berts, qui librum scripsit, obiit und 201 p.683 am Schlüsse der Genealogia Ouduini dieNotiz Lambertus filius Onulfi, qui librum fecit. Zur Stellung vgl. den Prolog 6 p. 747 Lam-bertus . . . canonicus s. Audomari. Tadel der Gegenwart daselbst p. 747 nos videlicet quo-rum temporibus mundus, olim sacris florens studiis penitus exaruit. Zum Buche p. 747 c«oLambertus filius Onulfi canonici s. Audomari libellum istum de diversorum auctorum flori-bus deo sanctoque Audomaro . . . contexui. . . quem, quoniam sie ratio postulat, Floridumintitulavi, quia et variorum librorum ornatibus floret. Zur Zeit vgl. die erwähnten Annalen43 p.628, an deren Ende das Schlußjahr mit dem Eintrage steht M. C. XX. Vgl. Delislep. 578, der p.579 die frühere übliche Verwechslung Lamberts mit dem gleichnamigenAbt von Saint-Bertin (10951125) zurückweist. J. de Saint-Genois, Messager dessciences historiques 1844 p.473, 1845 p.264. Migne 163, 1003 ff.

Liber floridus. Dies Werk ist also eine Blütenlese 1 von allerhandWissenswürdigem. Das Schwergewicht liegt auf Auszügen aus Geschichte,Geographie, Chronologie und Astronomie, wenn auch die theologischen Fä-cher dabei stark vertreten sind. Zunächst beziehen sich eine Menge Stücke(13) auf Lamberts Heimat St.Omer, von der aus Vergangenheit und Gegen-wart ziemlich genau Kunde gegeben wird, wogegen sich Lambert nur miteinem einzigen Abschnitt über Persönliches (201) begnügt. Von der Bibelim weitesten Umfange handeln 23 Abschnitte, nur wenige von Bibelerklä-rung und Vätern, 24 von der Kirche; damit hängen zusammen sechsAbschnitte über Moral, vier über christliche Legende und Aberglaubenund je drei über Visionen und Vorzeichen. Beinahe den vierten Teil des ganzenWerkes nehmen die 85 Abschnitte ein, 2 die der Geschichte im weitestenSinne gewidmet sind, d. h. der biblischen wie der profanen Geschichte (Ge-nealogien der Frankenkönige und einzelner flandrischer Dynastengeschlech-ter, überhaupt die flandrische Geschichte). Außerdem liest man fünf Ab-schnitte über Bischofslisten von Reims, Köln, Trier, Noyon und Cambrai(281285), drei Abschnitte (182 ff.) über den ersten Kreuzzug und vierüber Alexandersage (197200), wobei der Brief an Aristoteles und der Brief-wechsel mit dem Bragmanenkönig Dindymus benutzt sind. Eine bedeutendeRolle spielt auch die kirchliche und weltliche Chronologie mit Stücken überden Komputus, mit Komputationen und Kalendern in achtzehn Abschnitten.Hieran sei die biblische und profane Geographie mit dreiunddreißig Stük-ken gereiht. Naturgeschichte und Naturwissenschaft, darin besonders Stückephysiologischer Natur und über Edelsteine, in siebzehn Abschnitten. Wenigerbedacht werden im allgemeinen die freien Künste. Hier erscheint zunächstdie Grammatik mit allerhand Sprachlichem, mit Glossen, 3 Stücken überBuchstaben und über Allegorie in vierzehn Abschnitten. Von den andernArtes besitzt die Mathematik vier und die Astronomie vierzehn Kapitel,deren einige aus Makrobius stammen, während andere (121 De ordineet positione signorum. 126 Duo sunt extremi vertices mundi) hier dem

1 Bei der folgenden Zusammenstellung 3 Sie fehlen im Original und sind nur insind die in einzelnen Hss. erfolgenden N. 344 und 371 der Nachträge der Ab-Nachträge mit berücksichtigt worden. schritten vorhanden. Beide Stücke sind

2 Es umfaßt im ganzen mit den Nach- alphabetisch angeordnet und beginnen mitträgen 371 Abschnitte. Angelus resp. Amiculum.