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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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240 Zweiter Abschnitt. Die Artes

Schriften Godefridus de Ganimede de Paride de excidio Troiae. Nachden Vermerken von V. Rose 1 scheint das Gedicht wesentlich antikenInhalts zu sein; es steht dort im Godefridi Remensis epistolarum liber, derauf Marbods Passio s. Mauritii folgt und sich wohl auch auf das mit,Parce precor virgo' beginnende Gedicht erstreckt, das von Riese, Anth.lat. 897 und ohne Kenntnis dieser Ausgabe von Wattenbach S. 107ediert wurde. Vom weiteren Inhalt dieses Liber epistolarum sind einigeEpitaphien und ein längeres Gedicht an einen Archidiakon Ingelrannus zuerwähnen. 2

d) Heinrici Summarium. Mehrfach wird unter dieser Aufschrifteine große Exzerptensammlung überliefert, die zumeist in Glossenformgroßenteils von Isidor abhängig ist, systematisch angeordnet und in elfBücher geteilt. Der Verfasser hat mit seiner Isidorvorlage große Umstel-lungenvorgenommen, starke Kürzungen angebracht und am Ende als letztesBuch eine Erweiterung hinzugefügt. Die Disposition ist folgende: De gram-matica. De disciplina, de computo, de metris, de musica. De animantibus.De plantis. De mundo, ventis et fluminibus. De lapidibus et metallis. Dehabitaculis. De variis officiis et nationibus hominum, de clericis et sacrisordinibus. De vestimentis et alimentis. De instrumentis artificum, debellis, de morbis et remediis. Interpretatio verborum s. scripturae secun-dum ordinem alphabeti. Sie weicht also von der Isidors, die doch ziemlichgut ausgedacht ist, erheblich ab und ist willkürlich genug. Die geistigenFächer sind nur schwach berücksichtigt, Mathematik und Astronomie schei-nen ganz zu fehlen. Das Werk hat aber insofern eine erhöhte Bedeutung,als dem Texte eine große Menge deutsche Glossen beigesetzt sind. An derSpitze steht ein Prolog 3 in 21 leoninischen Hexametern mit dem Akro- Meso-und Telostichon Heinrici summarium id est. Es folgt ein Prolog in Prosa, be-ginnend mit einem Zitat aus Sen. ep. 33; er enthält die Disposition. Über-lieferung im Monac. 2612 s.XIII f. 190, Vindob. 2400, Trevir. 31 u.a.Teilausgabe bei Steinmeyer und Sievers. Die althochdeutschen Glos-sen 3ff., 58350, Nachtrag 5, 3338.

e) Clarenbald von Arras. Clarenbald, über dessen Leben früher irrigeMeinungen gingen, bis W. Jansen durch Ausgabe seines Werkes auch dar-über Licht verbreitete, war der Schüler Hugos von St. Victor und desTheodorich von Chartres. 4 Zuerst Magister, wurde er in Arras Propst und um1160 zum Archidiakonus des Stiftes erhoben; im Jahre 1170 war er nocham Leben. 5 Sein Werk hat er nach 1153 geschrieben, und man wollte späterwissen, daß er es verfaßt habe, um Gilbertus Porretanus zu überführen,Abaelard zu verdammen und Bernhard von Clairvaux zu stützen. 6 Er ver-faßte nämlich einen umfänglichen Kommentar zu Boethius De trinitate,in dem er vielfach Gilberts Werk benutzt hat; Beginn: Tria sunt igiturhominum vitia. Überlieferung im Valentian. 193 (185) s. XIII und Oxon.

1 Einiges mehr bei Wattenbach S.HOf. 4 Vgl. W. Jansens Ausgabe S.28*, 26Rose, Verz. d. lat. Hss. d. Kgl. Bibl. in doctores mei venerabiles Hugo videlicet deBerlin 1. s. Victore et Theodoricus Brito.

2 Vgl. Wattenbach S.lllf. und 104ff. 5 Vgl. MG. SS.27, 37, llff.

3 Steinmeyer und Sievers, Die ahd. 6 Vgl. Bibl. eccl. ed. A. Miraeus p.1%Glossen 3, 62. N. 10.