C. Scholien und Exzerpte 239
hange mit Anselm scheint aber die Überlieferung der Messias des Eupo-lemius zu stehen, da sich in deren beiden Hss. Dresd. De. 171a s. XIIIf 39a und Vesont. 536 s. XII Gedichte auf den Tod Anselms finden. Hss.mit seinem Namen Paris. 712, Cenom. 218.
c) Odo von Cambrai. Odo war Lehrer in Orleans, Toul und Tournaiund wurde erster Abt von St. Martin in Tournai, später 1105 Bischof vonCambrai, als welcher er 1113 gestorben ist. Wir besitzen von ihm mannig-faltige Schriften. Zunächst ein Gedicht De operibus sex dierum, das unterdenen Hildeberts gedruckt ist. 1 Es behandelt in 101 Distichen das Sechstage-werk und berührt im Gegensatz zu den Werken früherer Dichter den eigent-lichen Stoff sehr kurz. Dafür aber sucht Odo hier mit großem Geschick diemystische und typologische Bedeutung der in Betracht kommenden Worteund Begriffe zu erörtern. Die Verse vermeiden jeden Beim, wohl aber ist dieVerschleifung nicht selten angewendet. 2 Theologische Werke von ihm werdenerwähnt in alten Katalogen zu Corbie 1200 (B. 136, 216) Opuscula Odonisepiscopi Cameracensis; in St. Amand s.XII (Delisle, Le cab. des mscr. 2,453) N. 147 Odo Cameracensis episcopus de canone et disputatio eiusdemcum Iudeo et libri ipsius de originali peccato et de blasphemia spiritussaneti, in der Sorbonne s. XIV (Delisle, Le cab. 3, 113) N. i DistinctionesOdonis super psalterium sive glose. Benutzt wurden einige dieser Schriftendurch Lambert von St. Omer im Liber floridus, vgl. Delisle, Not. etextr.38, 613f. N. 8 und 617 N. 16. Wichtig für Odo ist ein Gedicht desGodefridus Remensis auf ihn, 3 Sompnium Godefridi de Odone Aurelia-nensi im Berol. Meerm. 180 (Phillipp. 1 694) s.XII— XIII f. 231—234 in132 Distichen. Godefrid lernte in Reims, als die Schule unter dem LehrerBruno in hoher Blüte stand; nach Brunos Vertreibung wurde er hier selbstScholastikus und Kanzler und starb 1095. Er ist der ältere ZeitgenosseOdos und berichtet im Sompnium ausführlich über diesen seinen Freund,dessen dichterische Erzeugnisse er hoch preist. Er erwähnt außerdem seinemedizinischen Kenntnisse und seinen Auszug aus einigen Büchern desPlinius, (Wattenbach S. 103) Huic etiam numenpeperit medianasuperbumSumptaque de Plinii pauca sei apta libris. Mehrere Epitaphien auf Gode-frid verfaßte Balderich von Bourgueil, vgl. Ph.Abrahams, Oeuvres poeti-ques de Baudri de B. N. 97-—101. Bemerkt sei, daß auch in der Fortsetzungdes Liber floridus Lamberts im Voss. fol. 31 f. 212 s.XIII und im Hag. Y392s.XVf.223bPliniusexzerpteausNat.hist.7,1. 7,18.11,14. ll,118stehen.*Von Godefrid ist außerdem ein Carmen ad Lingonensem episcopum 5 zu er-wähnen, das im Berol. Meerm. 180 f. 118 a steht, 479 leoninische Hexameter,Non renuenda peto, mihi Calliopea faveto — Conveniunt vobis ea eunetarelinquite nobis. 1 Es enthält einen Dialog zwischen Godefrid •— er wirdmit Sophocles poeta angeredet — und der Calliope und besitzt die Bei-
1 Bei Beaugendre p. 1169—1172, bei 4 Pliniusexzerpte auch im Cantabrig.
Migne 171, 1213—1218. St. Johns Coli. D 22 s.XIV, genannt im
"Vgl.Vs.60. 95.105.110. 152.167. Über- Canterbury S. Aug. s.XV (M.R. James,
/^ er , ung lm Pari s-5129 und Berol. Meerm. The anc. libr. of Cant. and Dover p.297
4 I Phühpp. 1694) s. XII p.178—180. N.937 als Polestor desidracionum libro-
, Jhierüber vgl. Wattenbach, Berl. SB. rum Plinii etc.
1891 S.102f., nach Hist. litt. 8, 398—400 5 Gemeint ist Hugo von Langres, vgl.
und nach der Handschrift. Wattenbach S.109.