238 Zweiter Abschnitt. Die Artes
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SCHOLIEN UND EXZERPTE
1. SCHOLIEN UND EXZERPTE ZUR ÄLTEREN LITERATUR
a) Arnulf von Orleans. Ein Magister Arnulf verfaßte im 11. Jahr-hundert in Orleans Erklärungen zu Lucan, die sich in zwei Wiener Hand-schriften erhalten haben, nämlich im Vindob. 130 s. XI f. 1—77 und 212s.XIII f. 21—32. Vgl. Lucan ed. Weber 3 p. XXIII.
b) Anselm von Laon. Anselm ist vor 1050 geboren, studierte in Parisunter Manegold und kam später nach Laon, wo er eine Anzahl berühmterSchüler ausbildete und zum Kanzler der Kirche ernannt wurde. Hier ister 1117 gestorben und sein Epitaph spricht sich sehr rühmend über ihnaus. 1 Er hat eine ausgebreitete kommentierende Tätigkeit entfaltet, wiebesonders der Berol. 1016 s. XII erweist. 2 Diese Handschrift beginnt mitGlossen zu Lucan, benutzt von Weber 3 p. 3. Darauf Glossen zu Vergil(f. 27—85b), deren Ursprung durch den Anfang von Lib. 2 fol. 47 erläutertwird: Conticuere omnes etc. Hie respirat auetor. Hoc dicebat magister Ansel-lus. Dann f. 86—113b Glossen zu Statius In prineipio unius cuiusque acto-ris hystoriographi, ut Servius testatur, hec diligenter inquirenda testantur;darin wird genannt Lactantius: Eurippus ab Archadia duxit originem. 3Alle drei Glossen sind nach Val. Rose offenbar triviale Lecturae eines unddesselben Magisters, nämlich Anselms. Der Monac. 4594 s. XII f. 1—29enthält wohl von ihm (Magistri Anselmi) den Liber de derivatione verborum.Bekannt waren von ihm längst Erklärungen zu einigen biblischen Büchern.So steht im Stuttg. H. B. VII. 11 s. XII eine Genesisglosse, s. Löffler,Die Hss. des Klosters Weingarten S.65; im Berol. Meerm. 61 (Philipp. 1728)s. XII f. 1 Commentum domini Anselmi Cantuarensis episcopi in apocalypsi.In Anselm von Canterburys Ausgaben steht mit andern ihm falsch bei-gelegten Werken eine schon 1549 gedruckte Enarratio in Apocalypsi, diedem Anselm von Laon beigelegt wird (=Migne 162, 1499—1586), aber erstim 13. oder 14. Jahrhundert entstand. Vielleicht steht aber im Meerm. 61das ungedruckte, echte Werk des Anselm von Laon, wie im Virdun. 66,vgl. Paris. 3589 und 712. 4 Wir finden hier eine kurze Erklärung, mehr imSinne eines Lehrers und Grammatikers als eines Theologen, eingeteilt insieben Visionen, wo in der 6. Vision Plato genannt wird. Außerdem Glossenzu Matthäus, s. XII in Tournai vorhanden. (Delisle, Le cab. des mscr. 2,491) N. 111 Glose magistri Anselmi Laudunensis super Matheum, Migne162, 1227 (Expositio de diversis auetoribus a domino Ansello Laudunensiphilosopho collecta, vgl. Haureau, Journ. des Savants 1895 S. 449) undGlossen zum Hohenliede Migne 162, 1187 und ein Brief an Abt HeribrandzuSt. Lorenz in Lüttich (Migne 162,1587—1592). In irgendeinem Zusammen-
1 Vgl. über ihn Hist. litt. 10,170;ff. Sein 3 Es folgt Lactant. Plac. ad Theb.2, 258
Epitaph p.179; es steht mit zwei andern ed. Jahnke p.98, 12—15.
Gedichten über ihn im Dresd. De 171a 4 Paris.712 s.XIII f. 1—46 glosae in apo-
s.XIII f. 39a. cal. seeundum lectionem magistri Anselmi
3 Vgl. Val. Rose, Verz. d. Hss. d. Kgl. Laudunensis.Bibl. zu Berlin 2, 3, 1304ff.