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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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236 Zweiter Abschnitt. DieArtes

tius, Experimentarius, Straßburg 1544); von F. A. Reuss bei Migne 197,11171352(nach C.Darembergs Abschrift des Parisinus). Abweichungen des Guelferb.vom Parisbei H.Fischer, Die hl. Hildegard v. Bingen, München 1927 S. 113ff., daselbst S. 43-149 über die Heilmittel und S.5160 über die deutschen Arzneipflanzen, S. 80 zu denFischen. J. Berendes, Die Physica der hl. Hildegard, Wien 1896. Paul Kaiser, Dienaturwissenschaftlichen Schriften der Hildegard von Bingen, Berlin 1901. E. WasmannS. J., in Festschr. der Görresgesellsch. f. Georg Hertling, Kempten-München 1913. Frag-mente übersetzt bei Joh. Bühler, Schriften d. hl. Hildegard von Bingen S. 127168.Choulant, Handbuch d. Bücherkunde f. d. ältere Medizin 2 S. 302309 (Leipzig 1841).

d) Ignota lingua. Hildegard berichtet selbst, daß sich unter ihren Wer-ken auch die Ignota lingua befunden habe, also ist jeder Zweifel an derEchtheit dieser sonderbaren Schrift ausgeschlossen. Es ist eine Zusammen-stellung von 920 Wörtern aus den verschiedensten Gebieten, in einer völligneuen Sprache mit beigesetzter deutscher oder lateinischer Bezeichnung.Und zwar beziehen sich die Wörter auf Göttliches und Menschliches, Kör-perteile, kirchliche Verhältnisse, weltliche Stände, Tages- und Jahreszeiten,Kleidungsstücke, Hausgerät, Feldfrüchte, Waffenstücke, Bäume, Pflanzen,Vögel und Insekten. Vierfüßige Tiere und Fische fehlen und bei der gegebe-nen Wortmasse läßt sich kein Zusammenhang mit Isidor erblicken, auchläßt sich nur bei einer sehr geringen Anzahl lateinischer Ursprung ermitteln.Der Zweck dieser Erfindung ist völlig unklar, zumal die Sprache in den Wer-ken Hildegards nirgends wirklich angewendet wird. Und ebenso hat Hilde-gard neue Buchstaben erfunden, die die gültige lateinische Schrift ersetzensollten. Diese neuen Buchstaben bestehen entweder aus einer bloßen Ver-setzung der bekannten Buchstaben, oder es sind Striche oder Haken zuihnen hinzugefügt, Grimm nennt das mit Recht eine eigenmächtige grund-lose Erfindung.

Ueberlieferung im Wiesbad. Hild. maior p.910c913 mit der Ueberschrift Ig-nota lingua per simplicem hominem Hildegardem prolata, Berol. lat. qu. 674. Ausgabe vonF. W. E. Roth, Fontes rerum Nassoicarum 3, 1, 457465 (1880); die deutschen Be-standteile schon bei Grimm, Zt. f. deutsch. Altert. 6, 321325; die Pflanzennamen 1 beiPitra, Analecta sacra 8, 498502. Das neue Alphabet bei Grimm a. a.O. S.340 undbei Pitra a.a.O. p.497. Vgl. Roth a.a.0.3,1, 33 und Grimm S.335. 339f.

e) Kleine theologische und exegetische Schriften. «) Quaestiones.AusWiberts Brief (Migne 197,1037 D) Matri sanetissimaeHildegardi Wibertus. .. Interimtarnen de quaestionibus Ulis quas per me fratres Villarenses ad le solvendas mittebant quasqueego revocatus ab itinere tibi perferendas dilecto mihi Baldo commisi, quid actum sit vehe-menter scire cupio. . . Hierauf Hildegards Antwort und dann die 38 Quaestiones selbst,die ganz im Geiste Hildegards verfaßt sind. Ueberlieferung im Vindob.630 s. XIII, Aus-gabe Migne 197, 10371054 ß) Expositiones evangeliorum. Hildegard hat hier27 Predigttexte aus den Evangelien für die Sonntage von Weihnachten bis zum viertenSohntag der Quadragesima doppelt erklärt. Es sind ihre Predigten, die eine stark alle-gorische Schrifterklärung zeigen; und man hatte sie 1338 in der Sorbonne (Delisle, Lecab. des mscr. 3, 72) C 6 Sermones Hildegardis. 2 Sie finden sich im Wiesbad. Hild. maiors. XIII und sind gedruckt bei Pitra, Analecta sacra 8,245327 y) Dicta de regulas.Benedicti. Auf die Bitte der Mönche eines Klosters (Migne 197,1053G omnes in com-mune petimus. . . ut aliquid super regulam b. Benedicti patris nostri memoriale vestrumrelinquatis) hat Hildegard einige Stellen der Regel erklärt. Hs. Bruxell. 8064, AusgabeMigne col. 10531066. S) Explanatio symboli s.Athanasii geschrieben für dieNonnen von Bingen, Ausgabe bei Migne col. 10661082.

f) Hagiographisches. Gegen Ende ihres Lebens stellte Hildegard das Leben desh. Rupert, eines angeblichen Herzogs von Bingen, ihres Klosterpatrons und das Lebendes h. Disibodus, eines irischen Heiligen dar, der nach Deutschland gekommen sein soll,

1 Beispiele Cerasus grusimbuz. Nuzboum 2 Dort befand sich (a.a.O. 3, 100) untermuzimibuz, mizimibuz. Pinus gimeldia. Sa- C. c wahrscheinlich Gebenos Werk.lix wagiziaz. Viola graxia.