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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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B. Schriftsteller des Quadriviums 235

gen Steinarten, die im 26. Kapitel kurz abgetan werden, haben nämlichnach Hildegard keinen medizinischen Wert. Natürlich spielt hierbei derdurch Apoc. 2, 19 f geheiligte mystische Charakter der zwölf Edelsteineeine wichtige Rolle; ob aber der Liber lapidum Marbods benutzt ist, wo-rauf H.Fischer 1 hinweist, wird erst noch zu untersuchen sein. Bei denFischen wird von ihrem Aufenthalt und von ihrer Art zu laichen gesprochenund erwähnt, ob sie dem Menschen schädlich oder nützlich sind (Buch 4), beiden Vögeln 2 wird die luftige menschliche Seele mit diesen Luftbewohnernverglichen, die Natur der Vögel nach Wärme und Feuchtigkeit bestimmtund die Nutzbarkeit ihres Fleisches und andrer Teile für den Menschen ange-geben. Unter die vierfüßigen Tiere rechnet Hildegard in Buch 6 auch denFloh und die Ameise, zu den Amphibien (Buch 7), wo über die Schlange imParadies und über Würmer in der Vorrede 3 gesprochen wird, auch Spinnenund Skorpione. Das achte Buch handelt über (acht) Metalle und sprichtzunächst ganz kurz über ihren Ursprung seit der Weltschöpfung. Den Be-schluß macht der Stahl, aber ein eigentlicher Schluß fehlt dem Werke eben-so wie der Eingang; auch hier muß der Beginn mit der Schöpfung wie inden Causae et curae den wirklichen Anfang ersetzen.

Zu bewundern ist jedenfalls die doch ziemlich eingehende Kenntnis vonTieren, Pflanzen und Steinen bei unserer Äbtissin. Sie weist freilich mindestensbei Tieren und Steinen auf antike Vorbilder hin, obwohl Hildegard mit Quellen-angaben äußerst sparsam ist. So ist 6,5 4 unter dem dort genanntenphiloso-phus" der Physiologus zu verstehen, 5 der die Anlockung des Einhorns durcheine reine Jungfrau berichtet, was aber bei Hildegard mit großer Breiteerzählt wird; vielleicht ist auch 6, 38 De wisela 6 und 7, 12 de basilisco mitphysiologischer Literatur verwandt. Außerdem erscheinen 1, 51 medicina-rum philosophi, 1, 214 medici und 2, 58 ein Hilarius Aegyptius mit einemnach ihm benannten unguentum. Es wird wie in den Causae et curae ein-dringender Sonderarbeit bedürfen, um die versteckten Quellen herauszu-schälen, deren sich Hildegard in diesen beiden Werken bedient hat. Dennwenn auch mündliche Belehrung und Tradition anzunehmen ist, so dürftedoch wohl vieles auf schriftliche Grundlage zurückgehen.

Beginn der Vorrede zu Buch 1 (De plantis) (Migne 197, 1125 A) In creatione hominisde lerraalia terrasumpta est, quae homo est et omnia elementa ei serviebant. . . Et terra dabatviriditatem suarn. . . Terra enim cum utilibus herbis ostendit circumitionem spiritualiummorum hominis. . . sed inutilibus herbis demonstrat inutües et diabolicos mores eius. Dievier Quellenangaben sind 1, 51 col. 1149C nisi ut medicinarum philosophi invenerunt guodinterdum contra induratum stomachum quibusdam potionibus additur. 7 1, 214 col. 1217 DNam cum medici potiones quas dare solent accelerare, . . volunt, Scampinam s Ulis addunt.2,58 col. 1246 A De unguento Hilarii, Unguentum quod Hilarius Aegyptius ostendit contradolorem utriusque lateris. 6, 5 co!.1317D Quidam enim philosophus qui naturas animaliumperscrutaverat et ille animal istud (seil, unicornus) nulla arte capere poterat, unde vatdemirabatur.

Ueberlieferung. Hss. Guelferbyt. 3590 (Aug. 56, 2) s.XIII. Paris.6952 s.XV. Bru-xell.2551 s. XV. Ausgaben: Ed. princ. von Schott, Straßburgl533 (daraus G. Krau-

1 Die hl. Hildegard v. Bingen, München 6 Im Monac.14388 s.IX Kap. 34 (Text

1927, S.12. 36) De monoceraton.

Zu den aufgeführten 72 Arten werden 6 Daselbst Kap. 33 (Text 35).

auch größere Insekten gerechnet. 7 Nämlich wulffesmilch.

Die einzelnen Bücher haben ein solches 8 Wahrscheinlich Convolvulus Scammo-

v °rwort. nea, Purgierwinde.'Migne 197, 1317D.