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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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B. Schriftsteller des Quadriviums 233

derten Amtshandlung. N. 45 überliefert einen Brief der Elisabeth vonSchönau mit Antwort und 26 ff. erscheinen König Konrad III., Kaiser Fried-rich I. und Markgraf Philipp von Flandern als Brief Schreiber. Zu deralten Sammlung von Briefen hat Pitra noch 145 andere Stücke gefügt, diesich fast alle an Kleriker richten und diesen meist durch biblische WorteTrost, Ermutigung oder Ermahnung bringen.

Ueberlieferung. Die Briefe befanden sich 1353 im Besitz von Johann von Bersen und1412 bei Amplonius in Erfurt. Hss. der Briefe sind Berol. lat. qu. 674 s. XIII, Vindob. 628s XIII f.42167, 629 s.XIII. Wiesbad. maior s.XII. Paris.2592 s.XV, 4126 und 4895A s.XIV. Zwei Briefe im Paris, nouv. acq.760 s.XII. XIII. f.6264 (Migne 197, 269und 212) und f. 95 ein unbekannter Brief an Elisabeth von Schönau, vgl. Omont Not. etextr 38,1, 368. 369. Briefe und Visionen in Schaffhausen, Minist.105 s.XIII. Kopen-hagen, Kgl. S.1349 4°. Fulda B.6a s.XIV. Stuttg. H.B.191 s.XV. Ausgabe bei Migne197, 145382 und bei Pitra, Analecta sacra 8, 328440, 518582 (nach Bruxell.5527 34); vgl. auch Anal. Bolland. 1, 597ff. Stücke übersetzt bei Joh. Bühler, Schrif-ten d.hl. Hildegard v. Bingen S. 32ff.; L. Clarus, Briefe der hl. Hildegard, Regensburg1854, 2 Bde. Zu den Papstbriefen vgl. v. Winterfeld, N. A. 27, 237 ff.

c) Medizinisch-naturwissenschaftliche Schriften. Auf welchemWege Hildegard zu den Kenntnissen gelangt ist, die sie in diesen Schriftenoffenbart, entzieht sich zur Zeit unserer Beurteilung. Jedenfalls aber hatihr auf das Mystische gerichteter Sinn auch hier großen Anteil genommen.Denn ihre Anschauung bewegt sich ganz auf diesem Boden und die Ver-kettung von Ursache und Wirkung entspricht auch hier vielfach ihrem visio-nären Wesen. Daher kommt es, daß wir heute beim Lesen ihrer Medizinund ihrer Physik sehr häufig vor Rätseln stehen, deren Lösung auf großeSchwierigkeiten stoßen dürfte. Daß aber die beiden Werke wirklich echtsind, ergibt sich deutlich aus ihrem Charakter und daraus, daß sie im 13.Jahrhundert mehrfach genannt werden.

Die Medizin wird angeführt von Richer von Senones 4,15 (ed. Waitz, MG. SS. 25,306, 5) Ante hos annos ferme triginta fuit in injerioribus Alemanniae partibus. . . Hilti-gardis. . . Scripsit etiam librum medicinalem ad diversas infirmitates quem ego Argentinevidi. Beide Werke genannt bei Matthäus von Westminster Flores historiarum ed. Luard3, 75 ut impleretur prophetia s. virginis Hildegardis quae. . . exposuit et condidit multoslibros, scilicet librum Scivias librumque vitae meritorum ac librum divinorum operum ho-melias etiam ac ignotam linguam cum suis litteris. . . atque librum simplicis medicinae se-cundum creationem octo libros continentem librumque compositae medicinae de aegritudi-num causis signis atque curis.

Causae et curae. Dies umfängliche aus fünf Büchern bestehendeWerk, auch Liber compositae medicinae genannt, beginnt in seinem erstenTeile mit einer allgemeinen Geographie mit vorangestelltem Schöpfungs-bericht, wobei astronomische und astrologische Dinge keine geringe Rollespielen und die Entstehung der Erscheinungen durchaus mystisch erklärtwird. Das zweite Buch setzt dies weiter fort, geht aber bald zu anthropo-logischen Stoffen über, die freilich mit physikalischen Kapiteln stark durch-setzt sind und auch für moralische Betrachtungen Raum lassen. Nachdemhier über den Bau und die Besonderheit der menschlichen Glieder und überdie körperlichen Verrichtungen ausführlich die Rede gewesen ist und dieKrankheiten des Körpers aufgeführt sind, wendet sich Hildegard im drittenBuche der eigentlichen Heilkunde zu, indem sie mit den Leiden des Kopfesden Anfang macht 1 und dann auf die inneren Teile des Leibes übergeht.Es werden hier wie im vierten Buche die wunderlichsten Heilmittel für die

Also wie im Lehrgedicht des Serenus Sammonicus.