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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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228 Zweiter Abschnitt. Die Artes

Schlangen gehören; ihre Schilderung wird übrigens durch einige Steineunterbrochen und erfolgt durchaus nach Isidor und dem Physiologus.Mit Buch 3 setzt ein neuer Autor ein. Nämlich in seinen 53 ersten Kapitelnfinden sich sehr viele Wiederholungen ganzer Abschnitte der beiden früherenBücher und der Verfasser hat das gleich anfangs bemerkt, 1 als er dies Bucheinem fremden Werke anhängte. Die ersten 26 Kapitel behandeln die Tieremit Kap. 27 beginnen die Vögel, 48 erscheinen die Bienen, 49 die Schlangen,dann die Würmer, Fische und andere Wassertiere, 56 die Bäume, dannPerlen und Edelsteine und endlich in einem sehr ausgedehnten Schluß.kapitel der Mensch und seine einzelnen Teile, ganz nach Idsidor gegeben,wie überhaupt fast alles, was der Autor in den ihm selbst gehörenden An-schnitten bietet. In Buch 1 hat man es also mit einem Aviarius, im zweitenmit einem Bestiarius zu tun, während das dritte eine Naturbeschreibungbietet. Ob diese auf Guilelmus Peraldus zurückgeht, 2 ist sehr unsicher.Das vierte Buch enthält ein alphabetisches Lexikon, beginnend Ablactatus-abies-accipiter, das meist ziemlich ausführliche Definitionen, Beschreibungenund Erklärungen und nicht selten Exzerpte aus den früheren Büchernbietet. So haben also Buch 3 und 4 einen gewissen Zusammenhang mit 1und 2 und sind mit deren Benutzung aber wohl nicht viel später verfaßt.

Ueberlieferung. Einem Hugo wird das Werk beigelegt in den Katalogen Notre-Dame-de-Haute-Fontaine s. XIII, Melk 1483 und Wien 1513. Zu Alberich vgl. MG.SS. 23, 829,1 Hugo vero qui scripsit de avium natura, so oder ähnlich heißt das Werk inden Katalogen von Corbiel200, Notre-Dame-de-Haute-Fontaine s. XIII, 3 Cuencal273,Peterborough s. XIV, Durham 1391 und Canterbury s. XV, sonst heißt es De avibusoder Avicularius, auch wird es anonym überliefert. Fraglich bleibt allerdings, ob unterDe naturis avium das ganze Werk oder nur Buch 1 zu verstehen ist und ob nicht auchAufschriften wie Bestiarius (Limoges, Glastonbury, Rievaux und Beaugency) zu demganzen Werke zu ziehen sind; 4 allerdings dürfte der Bestiarius eher zum Physiologuspassen, wie schon im Sangall. 217 s. IX p. 288 ein Liber bestiarum beginnt. Ob diezwei oder drei letzten Bücher auch abgelöst überliefert werden, weiß ich nicht. Auf-schriften finden sich im ganzen zehn in neun alten Katalogen. Auf die Uebernahmedreier Verse aus Ovidius de mirabilibus mundi macht P. Lehmann, Pseudo-antikeLiteratur des MA. (Leipzig 1927) S. 7 aufmerksam; es sind N. 27 Vs. 38f. 6 bei Hugo 2,10(Migne 177, 61D) und N. 70 Vs. 106f. bei Hugo 2, 2 (col. 57 D). Hss. Paris. 2494. 2495.14512 s.XII. Mazar. 1024. Valentian. 94 s. XIV. Dresd. A198. Charleville 166. Ausgabebei Migne 176, 13164. Vgl. B. Haureau, Les oeuvres de Hughes de Saint-Victor 2p. 169174.

3. HILDEGARD VON BINGEN

Hildegard ist im Jahr 1098 (oder 1099) auf der Burg Böckelheim beiKreuznach geboren und stammte aus edlem Geschlecht. Sie besaß nachihrer eignen Erzählung schon seit dem fünften Jahre die Gabe, im wachenZustande Visionen zu erleben, was für ihre geistige Entwicklung von großerBedeutung wurde. Im Alter von acht Jahren wurde sie der Nonne Juttazur Erziehung gegeben, die das Frauenkloster zu Disibodenberg leitete.Als diese 1136 starb, wurde Hildegard die Vorsteherin des Klosters, dasaber 1147 von ihr auf den Rupertsberg bei Bingen verlegt wurde. Seit sechs

1 Migne 176, 83 Liber tertius, inquoquia mae medicina in uno volumine.plurima eadem cum iis qüae in superiori- 4 So hat der Valentian. 94 s. XIV f. 170bus dicta sunt, recitantur, nolui eadem re- Incipit de bestiario cum moralitatibus.petere, sed ubi dicta sint, indicare. 5 Hrsg. von M. R. James in Essaysand

2 Hist. litt. 13, 498. studies presented to William Ridgeway

3 Bibl. de Tee. des chartes 50, 372 N.79 (Cambridge 1913) p.286ff.Hugo de quarundam avium natura et de ani-