B. Schriftsteller des Quadriviums 227
zitiert gibt er sich als in medizinischer Literatur bewandert zu er-kennen.
Ueberlieferung im Paris. 3218. 12321. 14512, Nouv. acq. 314 s. XIV f. 104. Valen-tian. 18,8 s. XIV f. 77—83. Ausgabe Migne 176, 1183—1202.
c) De nuptiis. Hugo schrieb dies kleine Werk an einen Freund, der indie Ehe treten wollte, um ihn davon abzuhalten. So stellt er ihm im erstenBuche eine Menge von Warnungen zusammen, die er der antiken Literaturentnimmt, worauf biblische Stellen folgen. Zunächst schreibt er ein großesStück aus Theophrast De nuptiis ab, bringt einen Ausspruch Ciceros, läßtdie beiden Frauen des Sokrates erscheinen, berichtet von Paula, der Fraudes M. Porcius Cato, erzählt eine Geschichte von König Philipp und weiß,daß die Tragödien des Euripides alles Schimpfworte gegen die Frauen seien.Dann aber wird Herodot eingeführt (1205 B Scribit Herodolus quod muliercum veste deponat verecundiam etc.). Hierauf Aristoteles, Seneca undPlato und sogar Lysias. Auf ein Sextuszitat folgt dann eine Anführung ausXenophons Oeconomicus und den Beschluß in dieser Reihe macht Columella.Hierauf folgen Stellen aus der Bibel. So sucht er den Freund von seinenEhegedanken abzubringen, um ihm dann im zweiten Buche statt der fleisch-lichen die geistige Hochzeit schmackhaft zu machen. Alle diese Beispielesind aus Hieronymus adv. Iovinianum 1, 46—49 (Migne 23, 275—280)abgeschrieben; die Quelle erscheint zwar mitten unter den Beispielen, 1wird aber als solche nicht genannt.
Aufschrift in der Sorbonne 1338 (Delisle, Le cab. des mscr. 3, 102 Qo) De sodalinubere volenti. Hs. Valentian. 188 s.XIII f. 107—112. Ausgabe Migne 176,1203—1218.
d)De natura avium. Diese Schrift erscheint in alten Katalogen mehrfacheinem Hugo beigelegt, wird aber anscheinend nur in einer Handschrift 2auf Hugo von St. Victor zurückgeführt. Zwei andre Codices 3 haben alsAufschrift Libellus domni Hugonis de Folieto de natura avium ad Renieriumconversum cognomine Corde Benignum. Zu einem Kanonikus der Prämon-stratenser macht ihn Alberich im Chron. 1130, wo er ihn und seine Werkevon Hugo von St.Victor scheidet. 4 Da sich nun die Widmung des Werkesan einen Raynerus richtet, 5 so dürfte Haureau mit der Zuerteilung anHugo von Fouilloi recht haben. Allerdings beansprucht er nur die zweiersten Bücher für Hugo, denn die beiden letzten gehören allerdings nichthierher. Rayner hatte seinen Freund gebeten, sich nach einer Psalmstellemystisch und moralisch zu verbreiten und daher fängt das erste Buch(G. 1—11) mit der Taube an, um C. 12—19 über den Habicht, den Tauben-räuber, dann über die Turteltaube und endlich über den Sperling zu spre-chen. Erst mit C. 33 setzt der Pelikan ein, und nun werden die übrigenVögel nach dem Physiologus, Isidor und Hraban 6 (De natura rerum) be-handelt, und zwar meist mit sehr langer Ausdehnung der moralitates; dasBuch schließt mit der fulica. Ein Prolog aus Isidor (Et. 12, 2, 1 f.) leitetdas zweite Buch ein, in dem die bestiae dargestellt werden, zu denen auch
1 Migne 176, 1205D. saneto victore. .
Dresd. A198 s. XIII f. 47 a 1 hat als gleich- 3 Paris. 14512 und Mazar. 1024.
zeitige Rubrik Incipit bestiarius hugonis 4 MG. SS. 23, 829, lff.
de saneto victore und f.80a 2 Explicü über 5 Migne 176, 13 Prologus ad Raynerum
bestiarius moralis aviarius et serpentarius conversum.et lapidarius morum seeundum hugonem de 6 Nämlich C.44—47. 49 f. 52.15»