A. Schriftsteller des Triviums 219
Cum vidissent physici aliquem boni ingenii accepto in ea parte capitis vulnere ingeniumamisisse retinendo discretionem memoriamque, compererunt in ea esse vim intelligendi. 1Zu den antiken Göttern vgl. zu Cons. phil. 2, 2 Hercules pro sapiente et pro eloquentenonitur unde dicitur monstra terre domare quia sapiens et eloquens omnia vicia domat.Ueberlieferung mit Namen des Autors im Trec. 1101 und Aurelian. 230, anonymParis. 15131 s. XIII. 6406. 13334. 14380. St. Victor 200. St. Germain 1316. Turon.699. Trec. 1381. Auszüge gabJourdain a.a.O. p. 46f. 52. 55f. n. 72—82. Den Nachweisder Zugehörigkeit zu Wilhelm gab Jourdain, Dissertat. sur l'etat de la philos. natur.en occident pend. la prem. moitie du XII e siecle (1838) S. 101 ff.
e) Moralium dogma philosophorum. Das Werk ist ein größeresFlorileg moralischen Inhalts, der sich auch in dem ausführlichen TitelMoralis philosophia de honesto et utili zeigt. Gerichtet ist es an einen Hein-rich der aber nicht Heinrich II. von England sein kann; 2 dieser hatte ihnaufgefordert, eine Ethik aus früheren Werken zusammenzustellen, und Wil-helm erzählt in dem Vorwort, daß ihm in einem Traume Cicero und Seneca so-wie andere Philosophen erschienen seien, und dabei habe er den Plan gefaßt,das Werk aus ihren Schriften zusammenzustellen. Es umfaßt zwei Haupt-teile De honesto und De utili, denen je ein kurzer Abschnitt De compara-tione honestorum und utilium folgt. Den Schluß macht eine Pugna utilita-tis et honestatis. Eigenes hat Wilhelm hierbei nicht viel gegeben, denn dasGanze setzt sich fast ausschließlich aus mehr oder minder wörtlichen Aus-zügen aus Giceros Offizien, Senecas De beneficiis und Briefen, aus Sallust,Augustin, Boethius und Isidor zusammen, in die eine große Menge Stellenaus den gebräuchlichsten Schuldichtern sowie einige aus Publilius Syrushineingearbeitet sind; auch biblische Anführungen sind in großer Zahl ver-treten. So kommt es hier mehr auf eine geschickte Gruppierung des an sichso reichen Stoffes an als auf die Äußerung eigener Gedanken. Am meistenselbständig scheint noch Kap. 31 zu sein, das einen Dialog zwischen Timorund Securitas darstellt, aber die ganze Stelle ist teilweise wörtliches Exzerptaus Seneca De remed. fortuitorum 2, 1—13, 3 (ed. Haase (1902) p.45,3—■53,2). Und der Kampf der Nützlichkeit und Ehrbarkeit setzt sich fast ganzaus Zitaten zusammen. Das kleine Werk ist im Mittelalter sehr hoch gehal-ten worden, es wird in alten Katalogen häufig genannt und AlbertanusBrixiensis hat es im Liber de doctr. dicendi et tacendi benutzt. 3 Schon im12. Jahrhundert erscheint es in Peterborough und später besaß man dortsogar eine Versifikation (?). Der Sangall. 91 legt es dem Cicero bei, 4 der Kata-log der Sorbonne gibt es an Hugo von St. Viktor, 5 der Duac. 439 an Bartho-lomaeus Pisanus, der Oxon. Corp. Christ. Coli. 86 dem Guido von Vicenza.Ein Marcian. Venetus besitzt die Schrift mit einer Vorrede des Bartholomaeusde Recanati an den Primicerius Andreas, und Paris. 17811 hat dieselbe Vor-rede, doch sagt deren Verfasser hier nur, daß er das Buch in gehörige Ein-teilung und Ordnung gebracht habe. Daraus aber geht hervor, welche Wich-tigkeit man der Schrift beigelegt hat.
1 Hierauf folgt ein Solinzitat. Eine Ein- 3 Vgl. V. Rose, Verz. d. lat. Hss. d. Kgl.teilungder Scientia vgl. p.74. Bibl. zu Berlin 2, 3, 1142. Auch im Liber
2 Das verbietet die Anrede (Migne 171, consolationis et consilii finden sich (ed.1007 A) vir optime atque liberalis Henrice. Thor. Su ndby c. 41 p.93, 22 ff.) Anfüh-Vgl. auch H.Böhmer PRE. 8, 70. In rungen aus Kap.24 und 30.
Zweifel ist auch Ch. H. Haskins in Essays 4 Tractatulus Tullii de honesto et utili.in Medieval History presented to Thom. 6 Delisle, Le cab. des mscr.3, 102 Q. p.Fred. Tout (Manchester 1925) p.74. AB.r et Z. f.