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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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218 Zweiter Abschnitt. Die Artes

Philosophie magistri Wilhelmi) gab V. Cousin (aus Paris. 6588 und St. Germain 1112)in Ouvrages inedits d'Abelard p. 669ff.; hier sagt Wilhelm p. 673 Christianus sum, nonacademicus. Anführungen aus den philosophischen Werken macht Vincentius von BeauvaisSpec. nat. 6, 9. 9, 4. 16, 17. 19. 22. 37. 65ff. 18, 1. 24, 57 u, a.

c)Timaeuskommentar.Inder Philosophia mundi macht Wilhelm selbst

hierauf aufmerksam. Aus dem Werke, das sich auf die Übersetzung durch

Chalcidius erstreckt und das in alten Katalogen nirgends genannt wird und

daher schwer für die mittelalterlichen Bibliotheken zu bestimmen ist, sind

bishernur kurze Auszüge von Cousin veröffentlicht worden. Jedenfalls war

es die erste ausführliche Erklärung und die Unterlagen mag Wilhelm seinem

Verkehr mit den in Chartres lebenden Philosophen verdanken.

Philos. mundi 1, 15 heißt es Hanc (seil, animam mundi) dicit Plato ex dividua etindividua substantia esse exeogitatam et ex eadem natura et diversa. Cuius expositionemsi quis quaerat, ex glossulis nostris super Platonem inveniet. Beginn des Werkes Incipien-tibus Thimeum Piatonis inquirendum est quae compositionis illius causa fuerit et undein eo agatur . . . et cui parti philosophiae subponatur et titulus . . . Titulus talis est IncipitThimaeus Piatonis dictus a quodam diseipulo suo . . . Vel Thimaeus dictus est quasi flos,thimio enim est floreo, quia in eo est flos philosophiae; vgl. die kurzen Auszüge bei Cousin,Ouvr. inedits d'Abelard p. 648657 aus Paris. St. Germain 1195. Auch hier scheintKosmologisches im Vordergrund zu stehen; angeführt wird in diesen Exzerpten Horazund Priscian. 1

d) Boethiuskommentar. SeitRemigius seinen noch unveröffentlichtenKommentar zu De consolatione philosophiae verfaßt hatte, sind uns nurnoch zwei Erklärungen zum Garm. 3,9 0 qui perpetua aufgestoßen (Bovovon Korvei und Adalbold von Utrecht). Wilhelm war nun der erste, der einenKommentar für höhere Ansprüche zu dem Werke schrieb, aber auch seineErklärung ist noch ungedruckt. Das umfängliche Werk wird nur selten mitdem Namen des Verfassers überliefert, es findet sich meist anonym, doch istWilhelms Autorschaft unanfechtbar. Aus den Mitteilungen, die Jourdainaus zwei Handschriften von Troyes machte, 2 sei hier folgendes bemerkt. DieSchrift beginnt mit einem Leben des Boethius, das der seit dem 9. Jahrh.üblichen Tradition folgt und Wahres mit Falschem mischt. Die Erklärungenselbst wachsen öfters zu physikalischen und astronomischen Abhandlungenan, enthalten viel Anthropologisches und Meteorologisches und zeugen voneiner vorgeschrittenen Erkenntnis. Die antiken Götter, auf die Wilhelmviel zu sprechen kommt, sind für ihn nur Allegorien, hinter denen sich einemoralische Wahrheit verbirgt. Das Werk blieb im Mittelalter nicht unbe-kannt, denn Nicolaus Triveth benutzte es für seinen Boethiuskommentar,in dem er es fast wörtlich abschreibt, 3 und das Gleiche ist der Fall bei demThomas von Aquino beigelegten Boethiuskommentar. Aber auch hier konnteich bisher mit dem Namen des Autors benannte Aufschriften in alten Kata-logen nicht auffinden.

Das Leben des Boethius aus Trec. 1101 gedruckt von Jourdain a.a.O. p. 47. Zurhöheren Erkenntnis Wilhelms zu Consol. phil. 1, 1 (Jourdain p. 46) Ista vero triaque perfecte faciunt sapientem in capite habent sedem. Est enim in prima parte capitiscellula cerebri in qua vis est intelligendi que vocatur phantastica, quod ita probatum est:

1 Cousin p.561 steht tricae sunt maculae größerer Stücke p.7282; hier werdenretis, inde intricare dicitur involvere. Diese angeführt Plato (sehr häufig), Sallust, Ci-(ob richtig überlieferte ?) Erklärung steht cero de inventione, Horaz, Vergil und dieweder in den Glossen noch bei Paulus Dia- Mitologiae des Fulgentius.

conus; ob aus Remigius? 3 Vgl. Jourdain a.a.O. p.61 ff.

2 Notices et extraits 20, 2, 42 ff. Abdruck