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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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216 Zweiter Abschnitt. Die Artes

quidam . . . inter celeros libros quos habebat unum dejerens hominis illius, cuius titulusest Summa philosophiae. Ubi magni promissor hiatus 1 etc., darauf werden anrüchige Stellenaus der Summa angeführt und Wilhelm heftig angegriffen. Aehnlich später Walter vonSt. Viktor in den Libri contra IV labyrinthos Franciae bei Migne 199, 1170B InfaWillielmus de Conchis ex atomorum id est minutissimorum corporum concretione fieriwo sich Walter gegen die Atomtheorie Wilhelms wendet, die von dem durch Walter hierangegriffenen Petrus von Poitiers übernommen worden war; gegen Petrus ist das 4.BuchdiesesWerk.es gerichtet. Wilhelms Tod in Paris nach dem Lobgedicht des Abtes Philipp vonBonne Esperance bei Bulaeus, Hist. univ. Paris. 2, 743; die Zeit seines Todes nimmtman aus Alberichs von Trois Fontaines Chron. 1154 Huius (d. h. des 1154 gestorbenenKönigs Stephan von England) magister Guilelmus de Concis philosophus magni Hominishabitus est; das Todesjahr ist danach durchaus ungewiß. Als Hauptwerk Wilhelmsgalt früher eine Magna de naturis philosophia in 33 Büchern, die um 1474 in zwei Bändengedruckt sein sollte, vgl. Fabricius, Bibl. lat. med. et inf. aet. 1, 377 (Florent. 1858),doch ist das Verwechslung mit Wilhelms von Auvergne De universo, vgl. B. Haureau,Singularites histor. et litteraires (Paris 1861) S. 235. Auch ein angebliches Werk WilhelmsDe opere sextae diei ist ein Phantasiegebilde aus einer Ueberschrift bei Vincentius vonBeauvais, vgl. Haureau S. 256, Poole a.a.O. S. 356ff. und Schaarschmidt, Joh.Saresberiensis S. 76.

a) De philosophia mundi. 2 Dieses wichtigste Werk Wilhelms, mit demdas Dragmaticon gleichen Inhalt hat, nur daß dieses dialogisch abgefaßtist, enthält eine Kosmologie und Anthropologie, wobei sich der Verfasserder traditionellen platonischen Anschauungsweise anschließt, ohne aber sichden Ideen Piatos in bezug auf den Begriff der Materie hinzugeben. Allerdingsistsein Standpunkt ein durch das Christentum modifizierter Piatonismus. Bezüg-lich der Geisterwelt steht Wilhelm freilich noch halb im Mythizismus der an-tiken Welt und seine Geisterlehre deckt sich keineswegs mit der christlichenLehre der Engel. Bei derLehre von den Elementen stützt er sich in derDeutung,die er dem mosaischen Bericht vom Sechstagewerk gibt, auf die platonischeWeltlehre und bei der Planetenbewegung folgt er, wie überhaupt im ganzenkosmischen Teil seines Werkes, demBeda De naturis rerum, dem HelpericundMakrobius. Die Auffassung der Himmelserscheinungen erklärt er als eine my-thologische, 3 eine astrologische 4 und astronomische 5 und den Planeten schreibter auf den Menschen hauptsächlich gute Einflüsse zu, namentlich der Sonneund dem Mond. Bei der Lehre von den Folgen der Ekliptik benutzt er wiederBeda und auch Constantinus Africanus, bei seiner ausführlichen Behandlungvon Sonne und Mond berichtigt er wohl auch Makrobius. 6 Dann tritt Seneca(namentlich die Quaestiones naturales) als häufig benutzte Quelle ein, sobei der Darstellung über den Regenbogen und vorher schon bei der Behand-lung des Windes. Dagegen ist Wilhelms Auffassung der Gewittererschei-nungen selbständig und nicht von antiken Quellen abhängig. Makrobiustritt wieder stark hervor bei den Darlegungen über das Wasser. Die Erdeist für Wilhelm eine in Ruhe befindliche Kugel und kein flacher Körper.Auf die Pflanzen kommt er nicht zu sprechen, sondern verweist auf Dios-kurides und Macer und über die Tiere eilt er hinweg zum Menschen, so daß

1 Hör. A. P.138. (vgl. Hugo de s. Vict. Didascalicon 3,2

1 * So oder Qualuor libri de elementis philo- bei Migne 176, 766B).

sophiae oder Summa (Liber) de queslioni- 4 Nach Hipparch und Martian (p. 320).

bus naturalibus oder Summa philosophiae 5 NachPtolemaeus undFirmicusMaternus

oder De naturis rerum oder bloß Summa (p.320).

oder Philosophia oder Phisica heißt der 6 Vgl K. Werner, Wiener SB. 1875Titel in den Handschriften oder in den S.349. Nach Werners ausführlicher Ana-mittelalterlichen Katalogaufschriften. lyse ist die Darstellung oben gegeben.

3 Nach Arat, Hygin und Nimroth p. 320