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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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A. Schriftsteller des Triviums 213

sein Eigentum, sondern als Diebstahl erscheinen müßte. Die Erklärungenselbst beziehen sich auf Opusc. sacra I III und V, also auf dieselbenSchriften, die einst Johannes Scottus kommentiert hatte, während ja Re-migius seinem eigenen Werke die Erklärung von Opusc. IV hinzufügte.Seit diesen Zeiten war kein Kommentar zu jenen Schriften erschienen undGilbert mag besonders durch seine Auffassung der Trinität zur Abfassungbewogen worden sein. Allerdings ist die Erklärung zu Op. V die wichtigste,da er hier seine metaphysischen Ideen niedergelegt hat. Er unterscheidetnicht nur bei allen körperlichen Dingen Materie und Form, sondern bei allem,was ist, das was ist und das wodurch es ist, was es ist, also das quod est unddas subsistens und das quo est oder die subsistentia.

Prolog (Grabmann 2,417 n. 3 aus Monac. 18094 f. 12; daraus teilweise Haureau,Not. et extr. de quelq. mscr. 6, 19 ff.) Libros questionum Annicii quos exhortalionibusprecibusque multorum suscepimus explanandos . . . Nos vero nihil auctoritate nostra afferreattendimus . . . sollicite circumspicientes ne aliquo sensu ab authenticis sanctarum divi-nationum scriptoribus recedamus, quamvis nos ab eis dissentire garriant quidam temporumnostrorum Ennii alque Pacomii, qui cum nihil didicerunt, opinione sua nesciunt nihil. . .Ipsi vero tamquam excussi propriis etc. Schluß Que vero a nobis scripta sunt, bene exercitatislectoribus non modo rationibus firma verum etiam scripturis autenticis adeo consona essevidentur ut non tarn nostra inventa quam furta esse videamus. 1 Zum Jnhalt des Kommen-tars vgl. Berthaud a. a. O. S. 197230. In dem Anfang der Erklärung zu De trinitateerweist Gilbert seine Bekanntschaft mit Ciceros Reden Pro Roscio Amerino und ProMarcello (Migne 64, 1255B) in civilium genere sicut pro Sexto Roscio 2 aut pro MarcoMarcello serius orator Tullius, sie et Quintilianus et Seneca et Menander 3 oralorum so-phistae atque conformatores, primus in causarum, seeundus in declamationum, tertius incomoediarum fictis; hieraus ergibt sich auch die Kenntnis von Senecas Controversienund Quintilians Deklamationen. Aber auch andere Rhetoren aus alter Zeit kennt Gil-bert, wie sich aus col. 1260D ergibt Non enim, sicut Marcomannus rhetor existimet,cuiuslibet artis finis putandus est esse rei eventus propter quem fit; Marcomannus wird vonC. Julius Victor und von Victorinus genannt und Gilbert kennt ihn aus letzterem,vgl. Halm, Rhet. lat. min. 173, 25ff. Ein Zitat aus Vergil findet sich col. 1260C Aen.10, 846 f.

Ueberlieferung. Erste Erwähnung in alten Katalogen zu Bec 11421164 (B. 86,83), dann in St. Amand, s. XIII in Salzburg, 4 bei Richard von Fournival (hier Verwechs-lung von De trinitate mit De consolatione), in Rolduc und Zwettl. Hss. Paris. 1204.18093 und 18094 s. XII. Valentian. 197 s. XII f. 386. 6 Basil. (O) II 24 s. XII. Monac.17741 und 18478 s. XII. Vatic. 561 s. XII, 560 s. XIV. Ausgaben in Boet. op. ed. Basi-leae (1570) p. 11281273. Migne 64,12551300. 13011310. 13131334. 13531412.Zu untersuchen wäre, ob Gilbert etwa von Johannes Scottus abhängig ist. Nach J.Schmidlin (Katholik 85, 163) besitzen wir das Werk nur in der auf Befehl des Papstesverbesserten Gestalt.

b) Liber sex prineipiorum, eine für die Folgezeit ungemein wich-tige Schrift, ist eine Ergänzung und Weiterführung der Kategorien des Ari-stoteles. Dieser hatte nämlich von den zehn Kategorien nur die ersten vierausführlich behandelt, und Gilbert untersucht nun die sechs weiteren inausführlicherer Weise. In der Einführung spricht er über die Natur derForm und über ihren Ursprung und ihre Verschiedenheit. Dann wendet ersich vom metaphysischen Gebiet zur Logik und behandelt die sechs Prädi-kamente. Zum Schluß geht er wieder auf Metaphysisches ein und spricht

1 Der ganze Prolog ist übertragen von 4 Das Stück bei Becker 115,165 ist

Grabmann 2,418422. nach Wattenbachs Abschrift (bei den

Scheint die früheste Erwähnung im MGH.) von s. XIII und nicht aus s. XII.Mittelalter zu sein. 6 Hier schließt sich f. 8687 ein unge-

Dem Mittelalter bekannt aus den Ko- druckter eiusdem Gilleberti sermo de natali

mödientiteln von Terenz. domini an.