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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
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188 Zweiter Abschnitt. Die Artes

die mit jedem Buchstaben angestellte Wiederholung eine knappe Einfüh-rung. Also die Anlage des ganzen Werkes ist bis auf das Endwort in derbeliebten Allegorie gehalten. Wahrscheinlich war Osbern Lehrer, das be-zeugt schon jener erste Prolog, der noch dazu für die seltenen Worte reich-lich mit Glossen versehen ist, die wohl vom Autor selbst herrühren.

Das Werk enthält ganz besonders Derivationen (Ableitungen), dannEtymologien und Testimonien, die Repetitiones eines jeden Buchstabensaber sind mehr Glossaren ähnlich. Diese Ableitungen selbst haben meistZusätze erhalten, die Osbern aus Paulus' Festusauszug, Martian, Makro-bius, Priscian und Isidor nahm; die üblichen Schuldichter, aus denen erzitiert, sind besonders durch Plautus erweitert. Den Grundstock seinerDerivationen entnahm Osbern einer Sammlung, die noch in mehreren Ab-leitungen erhalten geblieben ist. 1 Sie ist in der ausgedehntesten Weise be-nutzt und die Reichhaltigkeit von Osberns Werk erregt in dieser BeziehungStaunen. Wenig sorgsam ist er aber bei der Benutzung der Quellen vorge-gangen, aus denen er allerhand Ergänzungen zu den Derivationen schöpfte.So besonders mit dem eben genannten Festusauszug des Paulus, wo ihmGoetz 2 starke Flüchtigkeiten, Versehen und Eigenmächtigkeiten nach-gewiesen hat. Sehr häufig verwendet ist dann Priscian, der neben Paulusdie Quelle für die Anführungen aus der ältesten Literatur darstellt, wobeiOsbern es nicht unterläßt, die Namen selber, wie Cato, 3 Ennius u. a., zuzitieren, eine Methode, die im Mittelalter sehr beliebt war. Auch hat Osbernsich nicht gescheut, gelegentlich Paulus und Priscian zu kontaminieren oderwohl auch selbst ganz neue Worte zu erfinden. Auf Grund dieser Sachlageverlieren die archaischen Zitate Osberns meist die Bedeutung, die manihnen früher zuschrieb, wie Goetz darlegte. 4 Eine Ausnahme davon machendie Anführungen aus Plautus, von dem Osbern die acht ersten Stücke kennt,aber nur eine wenig gute Überlieferung (ähnlich dem cod. J) 5 benutzt, undaus Terenz; doch ist aus seinen Zitaten ein kritischer Gewinn für beideDichter nicht zu erwarten.

Bedeutend ist ferner die Benutzung Isidors, aus der früher eine solchedes Liber glossarum mit Unrecht hergeleitet wurde, 6 ferner die des Makro-bius und des Martianus, deren Werke eine Fundgrube für Osbern darstellten.Goetz hatsich weiter der Arbeit unterzogen, das Glossenmaterial zu sichten,das Osbern neben diesen Quellen verwendete. 7 Er unterscheidet hierbeizunächst Glossen älterer Herkunft, deren Wert er sehr niedrig veranschlagt.Auch die Synonyma und die zahlreichen Neubildungen bereichern unserWissen nur wenig, dagegen ist das junge Sprachgut, das frühmittelalter-lichen oder zeitgenössischen Quellen entstammt, insofern von Wichtigkeit,als Osbern hierfür als Belege Stellen aus Dichtern oder Prosaikern anführt,

1 Nämlich Lips. civ. II. 8. 154 s.XIV. und 401 (4,42,2) werden unterschiedslosArundel 281 s.XIII, Stuttg. Q 6 s.XII, mit den Stellen aus dem alten Cato ange-Monac.17151, 17153 und 17194 s.XII, führt.

vgl. Goetz, Leipz. SB. 1903, 136 ff. und * A.a.O. S.145.

Corp. gloss. lat.l, 204 ff. 6 Vgl. Goetz, Analecta Plautina 80 n.13.

2 Leipz. SB.1903, 139ff. und Corp. gloss. 6 Vgl. Goetz, Leipz. SB.1903,147.lat.l, 207 f. 7 Leipz. SB.1903, 149 ff. und Corp. gloss.

3 DieDistichaCatonis(Mai) p.21 (1,27,2) lat.l,213ff.