A. Schriftsteller des Triviums 187
(Sicut abesse rei — omnes primiciales. Expl. Pe. He. metricus) ; etwas älterist Amplon. Q 56 a. 1390 f. 45—153; jüngeren Datums sind Monac.4411s . XV und 14545 s. XV sowie Wratisl. IV Q 81b f. 1—246 s. XV; Druck inStraßburg 1499 (Grammatica Petri Hebe etc.). Übrigens hat auch irgend-ein Grammatiker einen kleinen Auszug aus Priscian Lib. 1—16 in Versengegeben, der sich im Paris. 15972 1 f. 155 findet und 1034 Hexameter zählt,vgl.Ch.Fierville, UnegrammaireinediteduXIII e siecle p.VII. Außerdemgibt es eine poetische Bearbeitung von Priscians De constructione von un-bekanntem Verfasser — der Glossator spricht nur von einem Magister —im Berol. 919 s. XV f. 131—143b und im Amplon. Q 286 s. XV f. 50—82 be-ainnend Priscius 2 hoc metro ludit sed non pede tetro, beide mit Erklärungen(Sicut agit Aristoteles — non possunt uti).
Dann ist zu bemerken, daß ein kurzer grammatischer Traktat im Paris.18072 s. XII f. 134 der Priscianerklärung des Petrus Hebe nahe verwandtist, wie E. Kaiinka, Wiener Studien 16, 288—295 nachwies. Der Tractathat die Aufschrift Quaestiones de syntaxi. Seine aus den Schuldichtern(auch Statius) genommenen Belege finden sich zum Teil nicht in den altenGrammatikern vor, scheinen also selbständig ausgewählt zu sein. Dem PetrusHelie aber gehört vielleicht das in Limoges s.XII(Delisle,Le cab. des mscr.2,498) genannte Werk Summa magistri Petri Hispaniensis 3 super librumPrisciani de constructione an, oder ist Eberhardus Hispan. der Verfasser ?
Noch möchte ich hier kurz des Johannes de Wolve Questiones an-schließen, die sich im Paris. St. Victor 806 s.XIII f. 156—163b finden. Siebeginnen mit Queritur de hac locutione ,ego est pronomen 1, utrum sit congruavel incongrua und schließen et sie potest esse suppositum respectu modifiniti. Vgl. hierzu Thurot, Not. et extr. 22, 2, 43.
6. OSBERN VON GLOCESTER
Um die Mitte des 12. Jahrhunderts verfaßte der Mönch Osbern von Glo-cester, dem auch noch andre Werke zugeschrieben werden, unter dem TitelDerivationes ein äußerst umfangreiches lexikalisch-grammatisches Werk.Er leitet es mit einem Prologe ein, der fast ganz aus seltenen Worten zu-sammengesetzt ist 4 und worin berichtet wird, daß der Autor eine Visionder Grammatik hatte, die folgendes Werk vor einem Kreise von Gelehrtenund Dichtern diktierte. Nachdem der Buchstabe a vollendet ist, läßt sie eineWiederholung der schwierigen Materie eintreten. Dann wird sie von derVersammlung gebeten, die weiteren Buchstaben ebenso zu behandeln, unddas geschieht auch, doch so, daß vor jedem Buchstaben ein Gespräch derGrammatik mit den Dichtern anhebt und erstere eine kurze Einleitung überden Buchstaben — sie stammt meist aus Martian •—■ vorbringt; auch erhält
1 Gehörte den pauperes magistri de Sor- gefaßt worden sein.
bona aus einem Legat des Petrus von Li- 4 Etwa wie Abbo Bella Paris, urbis Buch
moges, vgl. Fierville a.a.O. p.VIn.2. 3, dessen erster Vers übrigens von Osbern
2 = Priscianus. Der Beginn im Amplon. (Mai, Class. auet. tom.VIII, 158) ange-,Tristius' ist Unsinn und im Berol. ,Pris- führt wird. Vielleicht hat dies abstrusecianus' ist metrisch unmöglich. dritte Buch Abbos auf Osberns Vorrede
; Eine Abkürzung von Helie könnte von unmittelbar gewirkt,einem Schreiber in Südfrankreich so auf-