A. Schriftsteller des Triviums 175
und Giraldus Cambrensis hinterließ im Symbolum electorum eine Brief-sammlung.
An sechster Stelle stehen die Literaturgeschichten, die der Zeitraum her-vorbrachte. Sigebert von Gembloux schrieb De scriptoribus ecclesiasticisund unter dem gleichen Titel hat der Anonymus Mellicensis seine Fortset-zung des Hieronymus geschrieben. Honorius Augustodunensis verfaßtein De luminaribus ecclesiae eine kurze Literaturgeschichte und Conradvon Hirschau schrieb seinen Dialogus super auctores. Mehr von lokalemInteresse, aber doch von ziemlichem Wert sind des Petrus von MontecassinoLibellus illustrium virorum archisterii Casinensis und Reiners von LüttichDe ineptiis cuiusdam idiotae, sehr kurz ist der bis auf Philipp von Harvengtreichende Anhang zu Heinrich von Brüssel.
ASCHRIFTSTELLER DES TRIVIUMS
1. MANEGOLD VON LAUTENBACH
Manegold stammt aus Lautenbach im Elsaß, wo er zwischen 1030 und1040 geboren wurde. Frühzeitig hat er sich dem Lehrerberuf gewidmet undwurde darin sogar von seiner Frau und seinen Töchtern unterstützt, wie mansich wenigstens später in Frankreich erzählte, wohin er als Wanderlehrerkam und wo er sich vielleicht längere Zeit aufhielt, da man ihn dort gutgekannt hat und hoch verehrte und sogar auf eine Stufe mit Lanfrancstellte; jedenfalls hat er dort Gerard von Loudun ausgebildet, was von dessenFreund Balderich vonBourgeuil in einem Gedicht gerühmt wird. In Deutsch-land war der spätere Bischof von Metz Theoger einer seiner Hauptschüler.Mit bedeutenden Gelehrten stand er im Briefwechsel wie mit Ivo von Char-tres, und der Anon. Mellicensis nennt ihn den Lehrer der modernen Lehrerund der Verfasser der Vita Theogeri rühmt ihn sogar als den Präfekten derSchulen im Elsaß. Er scheint übrigens Kleriker gewesen zu sein, da ihnder Anon. Mellicensis Priester nennt. Wenn er wirklich verheiratet war,so hat er sich jedenfalls noch vor 1084 von seiner Familie getrennt denn ergehörte seitdem zu den schärfsten Verteidigern der Reform. Daß er sich auchin Paris aufhielt, ist möglich, aber weder die Angaben von Bulaeus 1 nochdie von P. Feret 2 und A. Budinszky 3 gegebene Ausmalung seiner dortigenWirksamkeit haben irgend einen Anspruch auf Glaubwürdigkeit.
Noch vor 1084 trat er ins Kloster Lautenbach (bei Gebweiler) ein, wo ersich das Vertrauen des Propstes Hermann erwarb. Hier war er mit dem spä-tem Abt von Brauweiler 4 Wolfhelm zusammen und disputierte mit ihmüber Stellen aus Macrobius in Somnium Scipionis. Hatte doch Manegold
1 Hist. universitatis Parisiensis 1, 621 3 Die Univ. Paris u. die Fremden an
(588). Es wird durch nichts bewiesen, daß derselben im Mittelalter S. 151.
Wilhelm von Champeaux sein Schüler 4 Aus Brauweiler stammt Vindob. 131
war, wie Bulaeus will. s.X (Juvenal und Persius) mit dem Ein-
La faculte de theologie de Paris 1,33 trag Liber sancti nicolai in bruwyler.
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