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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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B. Theoretische und praktische Theologie. Philosophie 75

den des Paradieses Ad perennis vitae fontem angehängt haben, obwohl erschon in andrer Umgebung gedruckt war.

Übrigens wurden die zahlreichen Bibelstellen, die Petrus in seinen Wer-ken anführt, mit ihrer Erklärung kurz nach seinem Tode von einemMönche gesammelt und dem Damianus, dem Neffen des Petrus, als Col-lectanea in vetus testamentum gewidmet, 1 wie auch die Testimonia novitestamenti 2 gesammelt wurden.

Die Schriften Petrus Damianis waren in alten Bibliotheken sehr verbreitet undwurden mancherorts in großer Zahl aufbewahrt, wie das Beispiel von Melk 1483 (Mittel-alter! Bibliothekskataloge Oesterreichs, bearb. v. Th. Gottlieb 1, 181, 9) beweist, vgl.Neues Archiv 32, 699 f. 36, 773. 41, 721. Hss. Paris. 2332 s. XIII, 1645 s. XIV; Ut-recht, Univ. 245e, 256n, 248k. Vatic. 202 s. XI; 503 s. XI; 289 s. XII; Berol. 341s. XII u. a. Einige Gebete sind sogar deutsch vorhanden im Guelferb. 3571 s. XV.Vita Odilonis im Oxon. Corp. Christi Coli. 328 s. XII. Ausgaben von C. Caietanus(Rom 1606 ff., Lugduni 1623, Bassani 1783) = Migne 144. 145. Vgl. C. A. Fetzer,Voruntersuchung z. e. Gesch. d. Pontifikats Alexanders II., Straßburg 1887. C.Mirbt,Publizistik S. 7. 275 ff. Wattenbach 2, 224 f. Ueberweg, Grundriß d. Gesch. d.Philosophie 10 (1915) 2, 248 ff. Als Kirchenpolitiker wird Petrus gewürdigt von H.v. Schubert (Festgabe für Karl Müller zum 70. Geburtstag, Tübingen 1922, S. 83102), wo seine versöhnliche Haltung gegenüber einem Hildebrand und Humbert her-vorgehoben wird. Zur Dichtung des Petrus vgl. F. J. E. Raby, A history of Christian-latin poetry (Oxford 1927) p. 250256.

2. DESIDERIUS VON MONTE CASSINO

Dauferius, der erst später den Namen Desiderius annahm, wurde 1027 ge-boren und stammte aus dem langobardischen Fürstenhause von Benevent,Waimar IV. war sein Verwandter. In ihm lebte von Jugend auf ein religiös-schwärmerischer Drang und gegen den Willen seiner Eltern gab er sich demgeistlichen Leben hin. Nach wechselvollen Schicksalen seiner Jugend ging er indas Kloster St. Sophia zu Benevent und erhielt hier den geistlichen NamenDesiderius. Er verließ das Kloster allerdings bald wieder, kehrte aber auf denBefehl Papst Leos IX. dahin zurück. Und während Leo in Benevent nachseinem unglücklichen Feldzuge fast ein Jahr gefangen saß, lernte ihn Desidernäher kennen und hing mit großer Verehrung an ihm. Und als Desider injener Zeit erkrankte, begab er sich zur Heilung nach der berühmtenÄrztestadtSalerno, wo er in Alfanus bald einen vertrauten Freund fand, den er schließ-lich insgeheim mit nach Benevent ins Kloster brachte. Von dort begabensich beide zu dem neuen Papste Viktor IL nach Florenz, der ihnen schließ-lich erlaubte, sich nach Monte Gassino zu wenden. Desider wurde Propst indem von Monte Gassino abhängigen Kloster zu St. Benedikt in Capua.Aber auch hier blieb er nicht lange und am 19. April 1058 wurde er in MonteCassino zum Abte erwählt. Als solcher hat er an den weitverzweigten Welt-händeln Unteritaliens starken Anteil genommen und außerdem war er un-ablässig mit Bauten und mit Verschönerung des Klosterbesitzes beschäftigt,bis er sogar daran ging, die Kirche der Stiftung neu zu bauen und glän-zend auszuschmücken und das Kloster selbst zur Werkstatt der bildendenKünste zu machen. Aber auch für die Wissenschaften zeigte er reges Inter-esse. Vor allem legte er großen Wert auf die Vermehrung der Bibliothek,die ohnehin besondere Schätze aus dem Altertum wie Varro enthielt;

1 Ausgabe bei Migne 145, 9911176. 2 Migne 145, 891910.