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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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A. Die kirchliche Streitschriftenliteratur 67

früherer Literatur begegnen in N.25 ein Brief Leos L, in N.64 p. 470 Teileaus Briefen Gregors L, dessen Moralia in lob in N. 25 benutzt werden, inN. 25 aus Cyprians Epist. 69, 9; Isidor Et. 7, 8, 8 in N. 64 p. 442, 21 (8, 1,5 f. p. 443, 34 f.), dessen Offic. eccl. in N. 64 p. 452, 33 und p. 479, 34 ver-wendet werden. Von Dichtern erscheinen in N. 64 p. 457, 14 Verg. Aen. 6, 25und p. 445, 23 ff. Prudent. Psych. 22 f. 25 ff. In N. 39 p.437, 2935 wirdauf Terenz angespielt und N. 64 p. 451, 15 bezieht sich auf Sedul. Pasch.Carm. 1, 17 f. Die in N. 64 p. 481, 18 erzählte Fabel stammt natürlich nichtaus dem in jenen Gegenden ganz unbekannten Phaedrus, sondern wohl eheraus Romulus' Aesop (ed. Thiele p. 152 fab. L). Zu erwähnen wäre noch dieBenutzung der Regula Benedicti 1 p. 486, 40.

Ueberlieferungin Reichersberg. I. II. IV. VI IX s. XII und Monac. 16102 s. XII;die Erklärung zu N.64 auch im Paris. 4236 s. XII. 1 Ausgabe (zum Teil), bei Pez,Thes. anecdot. Bd. 5. N. 64 auch bei Baluze, Miscellanea 5, 63 = Migne 194, 9. Aus-züge von E. Sackur, Libelli de lite 3,413502.

h) De quarta vigilia noctis. In diesem letzten Werke stellt Gerhohseine Ideen über den Zustand von Kirche und Reich gleichsam als Ver-mächtnis an die Nachwelt zusammen und redet in dialogischem Gewändewie ein Lehrer mit seinem Schüler. Namentlich slelll er Betrachtungen überdie Kirche an, wie sie seit dem unter Gregor VII. beginnenden Kampfe ge-zwungen gewesen sei, Schätze anzuhäufen, woher die Habsucht in derKirche kam. Kaiser und Papst werden beide kräftig angegriffen, beide Sei-ten müßten nachgeben. Dazu sei aber die Hilfe Christi notwendig, wie einstbei dem Sturm auf dem Meere den Jüngern gegenüber velut in illa quartavigilia noctis. Verfaßt ist die Schrift im Herbst 1167. Von älterer Literaturist darin wenig zu erkennen, wie Lib. 3, 521, 42 ein Hymnus angeführt wird(Migne 17,1222). Genannt wird p. 510,32 die Schrift Bernhards vonClair-vaux De consideratione, verwendet werden Verse zeitgenössischer Dich-ter 2 und das Dekret Gratians. 3

Ueberlieferung im Reichersberg.VI II f. 95 s. XII. Ausgabe von F. Scheibel-berger, Oesterreich.Vierteljahrsschrift f. kath. Theol. 10 (1871), 569; ed. Sackur,Libelli 3, 503525.

43. DIALOGUS DE PONTIFICATU SÄNCTAE ROMANAE ECCLESIA.

Dieser Dialog wird zwischen den Päpsten Viktor und Alexander gehalten, diesich gegenseitig die Berechtigung zum Papsttum absprechen. Er ist geschrie-ben nach dem 7. September 1162, als die Synode von St. Jean deLosne abge-halten wurde, und vor der Synode von Tours (Mai 1163). Der Verfasser aberscheint nach H. Böhmer der vortreffliche Historiker Rahewin gewesen zusein, der das Werk wohl im Kollegiatstift zu St. Veit in Freising verfaßte.Gewidmet scheint es einem Freisinger oder einem Salzburger Kleriker zusein, der ihn aufgefordert hatte, über den Zustand der Zeiten und den Zwie-spalt des Papsttums zu schreiben.

Der Verfasser zeigt sich als ein gebildeter Mann, der ebenso das römische Recht wiedie römische Literatur kannte. So macht er eine Menge Anführungen aus den Institu-

1 Das Werk befand sich s. XIV in Rans- sind. Man sieht aus ihrer geringen Zahl,

hofen, vgl. Neues Archiv 41, 723, wo die wie wenig seine Werke verbreitet waren,

wenigen auf Gerhoh bezüglichen Auf- 2 Vgl. Lib. de lite 3, 509, 43 f. 519 13 ff.

Schriften aus alten Katalogen verzeichnet 3 Vgl. p. 516.

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