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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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65
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A. Die kirchliche Streitschriftenliteratur 65

Anselm von Canterbury, Gilbert de la Porree und Petrus Lombardus (etnovissime Petrus Longabardus) p. 275, 41 tadelt. Gerhoh benutzt hier Ka-pitularien Ludwigs des Frommen und Briefe Nikolaus I. an Karl den Kahlen.

Ueberlieferung im Reichersberg.VI II f. 116141 s. XII. Nur den Widmungsbriefgab heraus E. Sackur, Libelli de lite 3, 273283. Vgl. Hauck 4, 441.

e) Liber de novitatibus huius temporis. Diese Schrift, die vonGerhohs Bruder Rüdiger dem Papst Hadrian IV. überreicht wurde, alsdieser 1156 in Benevent weilte, ist durchaus reformatorischen Inhalts undverrät Gerhohs ganze Geistesrichtung in kirchlicher Beziehung. Sie be-schäftigt sich mit den Zeitverhältnissen und spricht sich in scharfer Weiseüber den Weltklerus aus, handelt über die Kirchengüter und über den Zehn-ten der Weltpriester. Hier wird p. 300, 35 ein Distichon angeführt 1 (Romacaput mundi si non ulciscitur illud; Que caput orbis erat, causa fit ut pereat),das Gerhoh auch De investigat. Antichristi. (p. 325, 3 ff.) bringt, doch mitder starken Änderung ,cauda sit'. Ausgabe (Exzerpt) Libelli 3, 288304.

f) De investigatione Antichristi. Dieses Hauptwerk Gerhohs indrei Büchern 2 ist zunächst aus der schwankenden Stimmung heraus geschrie-ben, in die der Verfasser durch die auf dem Konzil von Toulouse erfolgendeAnerkennung Alexanders III. versetzt worden war; es ergibt sich daherfür die Abfassung des 1. Buches das Jahr 11611162. 3 Gerhoh geht vonden Wunderereignissen der Zeit aus und glaubt daher, daß nach der Apo-kalypse und nach Daniel die Zeit des Antichrist gekommen sei. Er wolledaher die Kämpfe der Kirche gegen die ungerechten Könige darstellen unduntersuchen, ob diese Kämpfe zur Erfüllung des Schriftwortes und des Ge-heimnisses der Bosheit ausreichend seien. Das erste Buch verfährt nunmeist rein historisch. Zuerst handelt es von der Herkunft und dem erstenAuftreten des Antichrist und vom Tempel zu Jerusalem, dessen ganze Ge-schichte und Erbauung sich typologisch in der Geschichte. der gesamtenKirche wiederholt habe. Denn Christus ist als Erbauer der Kirche dem desTempels, Salomo, an die Seite zu stellen. Und die Kirche hat in Heinrich IV.und dessen Sohn ihren Antiochus Epiphanes gehabt; beide führten die ärg-sten Greuel herauf, und mit diesen sind die neuesten Verwirrungen in derKirche zusammenzuhalten. Solche müssen aber zu den starken innerenNöten führen, denen die Menschen jetzt ausgesetzt sind. Und hierzu trägtder unglückliche zweite Kreuzzug mit seinem verhängnisvollen Ausgangnicht wenig bei. 4 Der Rest des Buches von Kap. 8090 handelt dann überdas Schisma und die Simonie. Man sieht aber aus Gerhohs historischer Dar-stellung das Streben nach unparteiischer Auffassung, besonders dort, woer sich der eignen Zeit nähert. Vielfach sind historische Elemente eingestreut,die sich auf alle Teile der Geschichte und namentlich auf die altjüdische be-

1 Vgl.Wattenbach, Anzeiger f. Kunde über (teilweise übersetzt von G.Freytag,der deutschen Vorzeit 20, 101. Bilder aus der deutschen Vergangenheit 1,

2 Das dritte ist aber unvollständig er- 493 ff.); Kritik von Kugler, Gesch. d.halten, es besitzt nur zwölf Kapitel. 2. Kreuzzugs S. 34 ff., teilweise berichtigt

3 Vgl.W.Ribbeck, Forschungen z. deut- von K. Sturmhöfel, Der gesch. Inhaltsehen Geschichte 24, 22, n. 4; vgl. De in- von Gerhohs 1. Buche über die Erforschungvestig. 1, 59 (Lib. de lite 3, 375, 16). des Antichrists (Leipzig 1887) S. 1120.

Kap. 6772 und 7680 handeln hier-H.d. a. 1X2, 3 5